Ovale Oldie-Ouvertüre

Tiefer kann ein 1955er VW Käfer nicht mehr sinken

Ovale Oldie-Ouvertüre: Tiefer kann ein 1955er VW Käfer nicht mehr sinken
Erstellt am 27. September 2018

Was lange währt, wird endlich gut. Oder – wer lange sucht, der findet. Beide Redewendungen kann man uneingeschränkt als Überschrift von Tobis Ovali-Odyssee nutzen.

Tobias Schreiner, im folgenden kurz „Tobi“ genannt, ist auf unseren Seiten kein Unbekannter. Selten hat es ein Fahrzeugbesitzer öfter geschafft, mit seinem Fuhrpark bei VAU-MAX.de abgelichtet zu werden, als der Versicherungskaufmann aus dem bayerischen Frauenau. Neben seinem Broterwerb in der Finanzwelt geht Tobi einem zweiten Beruf nach: Er arbeitet nach Feierabend als DJ. Und er hat schon früh erkannt, dass man in Zeiten von Niedrigzinsen lieber in Mobiles investiert, als seine Taler auf dem Sparbuch zu horten, wo sie dank der Inflation in der Summe eher schrumpfen, als sich zu vermehren.

1955 kam Luft noch in den Reifen zum Einsatz

Ob Einser Scirocco (wahlweise im grünen Originallack oder blau mit „Rost“-Finish) oder Audi 80 – mit Vorliebe wagt sich der plattenteller-drehende Versicherungsberater an Autos der älteren Baujahre. Doch diesmal spielt in der Königsdisziplin mit und legte Hand an einem 1955er VW Käfer an.

Königsdisziplin oder Königsmord? Tobis Käfer schockt Klassik-Kenner

46 Bilder Fotostrecke | Ovale Oldie-Ouvertüre: Tiefer kann ein 1955er VW Käfer nicht mehr sinken #01 #02 Wir hören die Klassik-Liebhaber schon schreiend die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: „Wie kann man einem so seltenen Oldtimer so etwas nur antun?“ Ein Luftfahrwerk in einem Käfer wie diesem - Tobi ist da schmerzfrei und flexibel. Schließlich hat er satte zwei Jahre gesucht, bis eine halbwegs brauchbare Basis aufgetrieben war. „Ich wollte unbedingt einen schwarzen Ovali ohne Faltdach haben“, erinnert sich Tobi, „gefunden hab ich ihn dann in Österreich!“

30 PS reichen zum Cruisen. Der Rest ist Luft

Da Tobi mit seinem Käfer gut aussehen, aber keine Rennen gewinnen wollte, beließ er das luftgekühlte 30-PS-Triebwerk im Originalzustand. Viel tiefgreifender waren die Änderungen, um die Fuhre so tief zu bekommen. Die Vorderachse stammt von Dog Back Beams und ist um vier Zoll in der Breite eingekürzt. Die Pendelachse blieb weitgehend im Originalzustand. Volksair Shocks Vorderachsdämpfer und Luftbälge an der Hinterachse sorgen in Verbindung mit einem ViAir-Kompressor und großem Lufttank im Vorderwagen für eine effektive Reduzierung der Bodenfreiheit. Die zur Bedienung nötigen Knöpfchen befinden sich in einer fein säuberlich bezogenen Konsole im Innenraum.

Der Luft-Krabbler ist brutal tief und (hinten) brutal schief

Auf den Nullpunkt abgesenkt bietet sich dem Betrachter ein brutales Bild: Die schwarz gepulverten 15-Zoll-Felgen verschwinden regelrecht in den Radhäusern. Vorne ist mit 145er Schmalspurbereifung leichtes Lenken garantiert. An der Hinterachse berühren die 195er Gummis dank extremer „Schräglage“ den Asphalt allenfalls mit einem Drittel der Auflagefläche. Für die Karosseriearbeiten und die Restauration des Blech-Bodys zeichnet Patrick von Capo´s Carstyling verantwortlich, der ebenfalls vor langer Zeit mit seinem G-ladenen Polo einen Gastauftritt bei uns hatte.

Auch die inneren Werte zählen

Wenn man seinen Käfer so absenkt wie Tobi, kann man sich das Interieur gleich viel genauer ansehen. Und lobende Worte für das gelungene Meisterwerk vorbereiten. Was einen weiteren Rückschluss zulässt: Tobias ist nicht nur Versicherungsmensch und DJ, sondern auch ein begnadeter Innenausstatter. „Besser als neu“ umschreibt den Zustand komplett neu aufgepolsterter und mit rotem Kunstleder verkleideter Türpappen und Sitzgelegenheiten wohl am ehesten. Dabei legte der Fahrzeugbesitzer fleißig selbst Hand an: „Die Näharbeiten hat allerdings jemand anderes durchgeführt.“

Wiederholung ganz und gar nicht ausgeschlossen

Bei Tobis Fahrzeugbiografie erübrigt sich fast die Frage, ob er sich ein weiteres Mal an so einem Projekt versuchen würde. Natürlich würde er. Und er wird, daran besteht gar kein Zweifel. Als nächstes steht nämlich ein „Rabbit“ auf seiner To-Do-Liste. Ob der auch so tief wird? Lassen wir uns mal überraschen.

Technische Daten 

Fahrzeugtyp: VW Käfer 

Baujahr: 1955 

Motor: 1200 ccm, 30 PS

Getriebe: 4-Gang

Fahrwerk: Dog Back Beams Vorderachse, um vier Zoll gekürzt, Pendelachse hinten, Luftbälge, Volksair Shocks, ViAir Kompressor, Lufttank

Räder: Stahlfelgen in 4x15 vorne und 7x15 Zoll hinten

Reifen: vorne 145/60 R15, hinten 195/65 R15, Atlas Weißwandringe

Bremsen: Serie

Karosserie: Originalzustand hergestellt, Blinker vorn entfernt, Herzchenleuchten, Front- und Heckblech erneuert, Neulack in Uni-Schwarz

Innenraum: Neu aufgepolstert und mit rotem Kunstleder bezogen. Batwing-Lenkrad, Getränkehalter, Perohaus Uhr, Airride-Bedienkonsole

ICE: Blaupunkt Autoradio

Dank an: Capo´s Carstyling, Autolackiererei Sitter, Dog Back Beams, Südstahlwerkz, Armin

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