Das Segment ist brutal. Wer hier bestehen will, muss liefern. Nicht ein bisschen. Sondern richtig. Genau hier rollt der neue Volvo EX60 an – und zwar mit einer klaren Botschaft: Schluss mit Kompromissen.
Die elektrische Mittelklasse ist aktuell das wichtigste Schlachtfeld der Industrie. VW ID.4, Tesla Model Y, Hyundai Ioniq 5 oder BMW iX3 – und künftig auch der elektrische Tiguan alias ID. Tiguan. Wer in diesem Feld nur mitschwimmt, geht unter. Volvo hat das verstanden und bringt mit dem EX60 kein weiteres „auch ganz ordentliches“ E-SUV, sondern einen ernsthaften Herausforderer.
810 Kilometer – Kampfansage an Wolfsburg
Bis zu 810 Kilometer WLTP-Reichweite (P12 AWD) sind eine Ansage. Nicht nur für andere Elektroautos, sondern auch für klassische Verbrenner-SUVs. Damit fährt der EX60 weiter als jedes andere Volvo-Elektromodell zuvor – und weiter als ein VW ID.4 in seiner aktuellen Ausbaustufe.
Doch Reichweite allein ist 2026 nicht mehr das Argument. Entscheidend ist das Gesamtpaket. Und genau da wird es spannend.
An einer 400-kW-Schnellladesäule sollen in zehn Minuten bis zu 340 Kilometer Reichweite nachgeladen werden können. Zehn Minuten. Das ist kein Marketing-Blabla mehr, das ist Autobahn-Realität. Wer mit Familie von Köln nach Berlin oder von München an die Nordsee fährt, will keine 40-Minuten-Zwangspause einlegen. Volvo verspricht hier Tankstopp-Feeling – nur elektrisch.
Das 800-Volt-System und die neue SPA3-Plattform sind dafür verantwortlich. Cell-to-Body-Technik, selbst entwickelte E-Motoren und eine neue Batteriezell-Architektur sorgen für Effizienz – und vor allem für weniger Gewicht. Stichwort Megacasting: Ein riesiges Gussteil ersetzt hunderte Einzelkomponenten. Das senkt Masse, steigert Steifigkeit und verbessert Reichweite wie Fahrverhalten.
Mehr als nur Reichweite: Leistung satt
Während der ID.4 in der Regel bei rund 340 PS Schluss macht, geht Volvo deutlich weiter.
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P6 electric (RWD): 374 PS
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P10 AWD: 510 PS
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P12 AWD: 680 PS
- 70 Bilder Fotostrecke | Bis zu 680 PS, 800-Volt-Technik und 340 km Ladeboost in 10 Minuten: 2026 VOLVO EX60 - Die Bilder
680 PS in einem Familien-SUV? Willkommen in der neuen Realität. Natürlich wird nicht jeder Käufer zur Topversion greifen. Aber allein die Existenz dieser Leistungsstufe zeigt, wohin die Reise geht: Der EX60 soll nicht nur vernünftig sein. Er soll begeistern.
Innenraum: Skandinavische Ruhe statt Touch-Overkill
Wer einmal in einem aktuellen Volvo saß, weiß: Hier regiert nicht Effekthascherei, sondern Klarheit. Der EX60 führt diesen Ansatz konsequent fort. Langer Radstand, flacher Boden, viel Platz im Fond – genau das, was Tiguan-Kunden seit Jahren schätzen.
Der Luftwiderstandsbeiwert von 0,26 zeigt, dass das Design nicht nur gut aussieht, sondern funktioniert. Die flache Front und die abfallende Dachlinie dienen nicht der Show, sondern der Effizienz.
Im Innenraum setzt Volvo auf hochwertige Materialien und ein reduziertes Layout. Highlight: das Bowers & Wilkins System mit 28 Lautsprechern – inklusive Speaker in den Kopfstützen. Apple Music mit Dolby Atmos ist serienmäßig integriert. Das ist Premium, wie man es im VW-Umfeld so nicht findet.
Digital? Ja – aber mit Hirn
Mit „HuginCore“ führt Volvo ein eigenes Core-Computing-System ein. Dazu kommt Google Gemini als KI-Assistent. Bedeutet: natürliche Sprachsteuerung statt starrer Befehle. Kein „Navigation starten“, sondern normale Sprache.
Over-the-Air-Updates sorgen dafür, dass das Fahrzeug im Laufe der Zeit besser wird. Das kennen wir von Tesla – Volvo zieht hier technisch gleich und verbindet das mit dem eigenen Sicherheitsanspruch.
Sicherheit: Hier bleibt Volvo Volvo
Trotz aller Technik bleibt der Markenkern erhalten. Borstahl-Sicherheitszelle, multi-adaptiver Sicherheitsgurt, umfangreiche Sensorik – der EX60 soll zu den sichersten Autos seiner Klasse gehören. Und genau hier liegt ein entscheidender Unterschied zum ID.4: Während VW solide Ingenieursarbeit liefert, inszeniert Volvo Sicherheit weiterhin als Identität.
Und der Preis?
Ab 62.990 Euro startet der EX60 als P6 electric in der „Plus“-Variante. Ja, das ist mehr als ein ID.4. Aber: Leistung, Reichweite, Ladeperformance und Premium-Ausstattung bewegen sich ebenfalls auf einem anderen Niveau.
Die Ultra-Varianten liegen je nach Motorisierung zwischen knapp 70.000 und knapp 79.000 Euro. Damit positioniert sich Volvo bewusst oberhalb der klassischen Volumenanbieter – aber unterhalb der deutschen Premium-SUVs in vergleichbarer Leistungsklasse.
Fazit: Der gefährlichste Gegner für den elektrischen Tiguan?
Der kommende ID. Tiguan wird für VW extrem wichtig. Doch genau in dieses Herzstück-Segment stößt Volvo jetzt mit voller Wucht.
Der EX60 kombiniert:
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echte Langstreckentauglichkeit
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ultraschnelles Laden
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hohe Performance
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Premium-Qualität
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skandinavisches Design
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und Volvo-typische Sicherheit
Das ist kein weiteres E-SUV unter vielen. Das ist ein gezielter Angriff auf die Komfortzone der Wolfsburger.
Wenn Volvo die versprochenen Werte in der Praxis hält, dann bekommt der ID.4 – und vor allem der elektrische Tiguan – einen Gegner, der nicht nur mithalten will, sondern bewusst neue Maßstäbe setzt. Und genau das macht den EX60 so spannend.
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