Dem Hippie-Image sei Dank

VW ID. Buzz - Der Bulli soll´s richten

Dem Hippie-Image sei Dank: VW ID. Buzz - Der Bulli soll´s richten
Erstellt am 15. September 2021

Volkswagen bereitet sich mit Hochdruck auf den elektrischen ID. Buzz vor. Gerade in den USA ist der VW Bulli seit Jahrzehnten eine Legende. Das soll den Start des elektrischen Modells im kommenden Jahr erleichtern.

Auf den Straßen von Kalifornien muss man nach einem VW Bulli nicht lange suchen. Egal ob man am Strand von Malibu, nördlich von San Diego in La Jolla oder in der Bay Area unterwegs ist - es ist schwer, einen Tag zu verbringen, ohne einen oder gar mehrere der legendären Bullis zu sehen. Da gilt für den T1-Bus genauso wie für die moderneren T3-Varianten in ihrer Wolfsburg Edition oder der weniger erfolgreichen Eurovan neueren Baujahrs.

Die Amerikaner lieben ihren Bulli auf eine ganz andere als in seinem Geburtsort Deutschland oder der jüngeren Heimat Südamerika. In Mexiko oder Brasilien ist der Bulli ein Arbeitstier – verlässlich, schier unverwüstlich und mit wenig Aufwand zu reparieren. Erst 56 Jahre nach seinem Produktionsbeginn verabschiedete sich der Bulli mit einer Sonderedition von 1.200 statt der ursprünglich geplanten 600 Fahrzeugen im Jahre 2013 aus seinem brasilianischen Stammwerk São Bernardo do Campo.

Immer strenger gewordene Abgasvorschriften machten dem Nachfahren des Ursprungsmodells von 1957 schließlich den Garaus. Um die 26.000 Stück verkaufte Volkswagen davon im letzten Produktionsjahr, insgesamt waren es allein vom T2 in 45 Jahren rund 1,12 Millionen. Das reicht für einen Platz unter den Top 10 der südamerikanischen Zulassungsstatistik.

Seinen charakteristischen Boxerklang hatte der Bulli schon vor Jahren verloren. Denn im Heck des Lademeisters dröhnte zuletzt kein Boxer, sondern ein 1,4 Liter großer Reihenvierzylinder mit 78 PS und 125 Nm maximalem Drehmoment. Die 1,3 Tonnen Leergewicht und die wenig ausgeklügelte Aerodynamik des Hecktrieblers verhindern, dass sich die Fahrleistungen nennenswert von denen abheben, als der T2 Ende der 70er Jahren in unseren Breiten auslief. Wer es drauf anlegt, schafft den Spurt 0 auf Tempo 100 in knapp 17 Sekunden. Vier nicht immer leicht einzulegende Gänge – mehr gibt es nicht. Zur Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h gehört zumindest auf den schlechten brasilianischen Pisten ein gutes Stück Mut. Ansonsten ist man unterhalb von 100 km/ besser aufgehoben.

Unschlagbar blieb bis zuletzt seine Übersicht, denn wo die Scheiben enden, ist auch beim 4,51 Meter langen Auto Schluss. Gewohntermaßen gab es am Heck zwei Klappen. Hinter der oberen kann man den hoch gelegenen Laderaum erreichen. Vor dem Laderaum lassen sich beide Sitzbänke keinesfalls problemlos umklappen. Wer mehr Platz braucht, muss die Sitze mit rund einem Dutzend Schrauben ausbauen und in der Garage lagern. So war das nun einmal in den unsteten 60er und 70er Jahren. Dann stehen aber auch über 4.800 Liter Stauraum und eine Tonne Zuladung zur Verfügung.

Anfangs war Volkswagen das Hippie-Image des VW Bulli eher suspekt und man war vorsichtig ausgedrückt nicht so sonderlich erfreut darüber, dass der VW-Bus zur Ikone der Hippie-Bewegung wurde. Die biederen Wolfsburger fürchteten ein negatives Image. Zuletzt kultivierte man dies jedoch mit viel Fleiß und nostalgischen Gefühlen. Zusammen mit Sony Musik entstand so zum Beispiel eine CD, die unter dem Titel "Summer of Love & Peace" die eingängigsten Titel dieser Zeit zusammenfasst. Mal sehen, was darauf am besten zum Abschied passt? Wie wär's mit Roger McGuinn: "Knockin´ On Heaven´s Door"? Gerade das lange Zeit verleugnete Hippie-Image machte den Bulli in den USA zu einer Legende, von dem auch die Nachfolgegeneration des T3 profitierte.

Jetzt hofft man nach dem vergleichsweise teuren VW T4, der in USA als Eurovan verkauft wurde, und auf die Importpause bei T5 und T6 auf positive Abstrahleffekte auf den elektrischen VW ID. Buzz, denn der neue T7 wird schon aus Kostengründen nicht den Sprung über den Atlantik schaffen. Seit Jahren werden die T1- und T2-Bullis in den USA zu Elektromobilen umgebaut – der ID. Buzz lässt grüßen.

In dem Animationsfilm „Cars" haben Disney und die Pixar Studios dem Dienstwagen der Hippiekultur mit Fillmore ein Denkmal gesetzt. Der freundliche VW-Bus wirkt immer ein bisschen zugekifft und verkauft an seiner alternativen Tankstelle Bio-Sprit. Mit seinem Nachbarn Sarge, einem ausgemusterten Army-Jeep, streitet der Alt-Hippie jeden Morgen darum, mit welcher Musik man wohl besser in den Tag startet: Militärtrompete oder Jimmy Hendrix.

Fillmore ist nicht der einzige VW Bulli, der Filmgeschichte geschrieben hat. Wann immer ein Auto den Freiheitsdrang und die Mobilität der Flower-Power-Zeit heraufbeschwört sollte, entschied man sich meist für einen VW Bus. In über 80 Kinofilmen hat er eine mehr oder wenig wichtige, oft aber tragende Rolle gespielt. Und viele der Streifen sind selbst zu Kult geworden: "Alices Restaurant" (1969) zum Beispiel, "Is' was, Doc?" (1972), "Atemlos" (1983), "Free Willy" (1993), "Forest Gump" (1994), "Jackie Brown" (1997), "Spy Game" (2001), oder "Scary Movie 4" (2006). In "Futurama", der zweiten Comic-Serie des Simpson-Erfinders Matt Groening, haben die Helden in einer Folge einen bunten T1 als Tourbus.

Nicht selten war der Bulli ein wichtiger Teil der Filmgeschichte. In "Little Miss Sunshine" etwa ist der T2 so was wie das siebte Mitglied der Familie Hoover, die quer durch den Südwesten der USA fährt, um rechtzeitig zu einem Schönheitswettbewerb zu kommen. Dass es mit dem Timing hinhaut, ist nicht zuletzt dem Bulli zu verdanken, den weder geschlossene Parkschranken noch eine kaputte Kupplung aufhalten können. Kaum ohne VW-Bus denkbar ist auch "Das wilde Leben" (2007), die verfilmte Biografie von Uschi Obermeier. Der bunt bemalte Bulli liefert sie geradewegs in der Münchner Kommune 1 ab.

Mehr noch als auf der Leinwand spielt der VW-Bus in der Musik eine wichtige Rolle - kein Wunder: Zumindest in ihren Anfangsjahren waren viele Musiker damit ständig unterwegs. Bruce Springsteen etwa singt von ihm in dem Song "The Angle" auf seinem 1973 erschienen Album "Greetings from Ashury Park, N.J.".

Schon Jahre früher haben "The Who" in "Going Mobile" davon erzählt, wie es ist, im VW-Bus unterwegs zu sein. Pete Townshend: "Der VW Bus, über den ich in diesem Song geschrieben habe, war das rollende Hippie-Heim - wir alle liebten ihn." "Fairport Convention" setzten dem T1 mit "Keep on Turning the Wheel" ein weiteres Denkmal. In Australien ist seit den frühen 80ern "Down Under" von "Men at Work" ein Kult-Song - auch darin wird auf den VW-Bus angespielt. Dass die großen Gefühle auch heute keineswegs erkaltet sind, zeigt zum Beispiel Robbie Williams auf seinem Album "I've been expecting you" von 2001. In dem Stück "Jesus in a Camper Van" tourt der Gottessohn in einem VW-Camper durch die Lande – fast wie die Strandsurfer von Malibu oder die Hippies von Venice. Mal schauen, ob das dem VW ID. Buzz vom Land her Rückenwind geben kann.

Jürgen Wolff / Stefan Grundhoff; press-inform

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