Renn-Scirocco: Ein echter Sport-Wagen!

Vau-Max.de bei Volkswagen Motorsport: Altfrid Heger erläutert den erfolgreichen Renn-Scirocco im Detail!

Renn-Scirocco: Ein echter Sport-Wagen!: Vau-Max.de bei Volkswagen Motorsport: Altfrid Heger erläutert den erfolgreichen Renn-Scirocco im Detail!
Erstellt am 10. Juli 2008

Es ist ein Start wie er besser kaum sein kann: Erst eine super Premiere beim 24 Stunden-Rennen mit einem Doppel-Sieg hingelegt, dann anschließend beim „Fahrtermin“ die internationale Presse überzeugt! Der Scirocco ist eben ein Sieger-Typ! Für einen Sportwagen sicherlich nicht die schlechteste Charaktereigenschaft und für Vau-Max.de Grund genug, das erfolgreiche Coupé noch einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen! Wer könnte dies aus unserem Team besser als Altfrid Heger, der einen der drei Sciroccos beim 24 Stunden-Rennen pilotieren durfte.

Presse-Mann Andre Dietzel von Volkswagen Motorsport erwartet uns schon in Hannover. Wir hatten uns angemeldet, weil wir den Renn-Scirocco noch einmal im Detail anschauen wollten. Denn ob ihr es glaubt oder nicht, als ich am Samstag in der Startaufstellung zum 24 Stunden-Rennen im Scirocco saß, war ich bis dahin nicht einen Meter mit dem Renn-Scirocco gefahren. „Das war ja auch der Grund, warum du in der Startaufstellung gestanden hast, da konntest du ja in der Einführungsrunde ein bisschen üben!“. flachst mein Gegenüber.

Durch den krankheitsbedingten Ausfall von Francois Verbist war ich tatsächlich erst am Samstagmorgen ins Team nachgerückt, da war es für einen Probelauf schon viel zu spät. Aber bevor jetzt jemand falsche Schlüsse zieht, das war das Einzige, wo improvisiert werden musste. Der Rest war generalstabsmäßig geplant, eben wie man es von einem professionellen Werksteam kennt.

Hinter dem Rennerfolg steckt akribische Detail-Arbeit

Ich hab's befürchtet, man ist hier auf unseren Besuch gut vorbereitet. Bei unserem Weg durch die heiligen Hallen von Volkswagen Motorsport waren alle Karossen bis auf einige Race Touareg und einen TDI-Jetta aus dem amerikanischen Markenpokal abgedeckt. In einer der hinteren Hallen erwartet uns Andreas Lautner, der Technische Direktor von Volkswagen Motorsport. Andreas war am Ring unser technischer Leiter und verantwortlich für den Bau der drei Rennwagen und das am Wörthersee präsentierte Renn-Taxi! Einen Stapel Akten unterm Arm - die nächsten Projekte warten - aber er nimmt sich trotzdem Zeit für uns! Und Zeit ist für Andreas Lautner ein knappes Gut. Nachdem der Technikvorstand Prof. Dr. Hackenberg an Motorsport-Direktor Kris Nissen das Projekt Nürburgring mit drei Scirocco in Auftrag gegeben hatte, hatten sie nur wenig mehr als drei Monate. „Stimmt, wir konnten mit der Konstruktion der Scirocco erst im Januar beginnen!“ Umso überraschender, dass beim Roll-Out bis auf eine defekte Sicherung alles perfekt funktionierte.

„Ein solches Projekt lässt sich in der Kürze der Zeit nur perfekt umsetzen, wenn alle im Team mitziehen. Das hat auf der einen Seite hervorragend geklappt, war aber auf der anderen Seite um so schwieriger, weil wir uns ja nicht auf irgendwelche Serienteile bzw. Null-Serienteile stützen konnten, denn es gab ja noch keine Serienteile. Weder Türgriffe, noch Scheiben oder Scheibenwischer“, beschreibt Andreas Lautner die Hürden, die es zu nehmen galt.

So kamen neben Bewährtem immer wieder kreative Einzellösungen ins Spiel wie z. B. die Xenonlampen mit adaptivem Kurvenlicht. Andreas Lautner: „Aber erfreulicherweise konnten wir uns bei der Entwicklung einiger Komponenten auf den Konzernbaukasten sowie auf unsere Erfahrung mit dem Golf stützen. Das hat uns schon sehr geholfen!“ Dennoch, die letzten Teile kamen erst kurz vor dem Rennen beim Team an!

Renn-Ästhetik made in Braunschweig

Wie frisch aus dem Ei gepellt schaut das Auto aus, aber mir fällt natürlich sofort auf, dass das nicht „mein“ Auto ist, sondern das Auto mit dem Sainz/DeVillers/Depping sowie der VW Konzern-Motorsport-Direktor Hans-Joachim Stuck auf Rang 2 einliefen. „Dein Auto ist zur Zeit auf Tournee!“; erklärt Andre Dietzel, „es ist schon unglaublich wieviele Termine die Rennautos jetzt absolvieren. Jeder will sie gerne sehen!“ Aus gutem Grund, denn der Scirocco ist ja nicht nur ein Siegerauto, sondern obendrein auch ein ästhetischer Anblick. Ein Verdienst von Helmut Schmid, Leiter des Volkswagen Design Studios Braunschweig, der unter anderem für das Design der Volkswagen-Rennfahrzeuge wie dem VW Race-Touareg verantwortlich ist.

„Die Carbonteile wurden von unserem Versuchsbau in Wolfsburg hergestellt. Die Teile kamen in Hannover an, wurden ausgepackt, angebaut und passten perfekt. Ein Nacharbeiten war absolut nicht nötig!“, erläutert Andre Dietzel, wohlwissend, dass es im Regelfalle oft anders ist! Aus Carbon sind beim Scirocco alle Hauben und Türen, sowie die vorderen Kotflügel plus die Verbreiterungen der hinteren Radäuser. Und die sind ganz schön üppig ausgefallen.





Die 18"-Rial-Räder füllen die Radhäuser satt aus!

Man sieht es sehr schön, wenn man den Original-Tankdeckel ausklappt und dann erkennt wieviel Material hier aufgetragen werden musste, um bündig mit den Flanken abzuschließen. Übrigens hat Rocco zwei Tanks an Bord mit ungefähr 100 Liter Fassungsvermögen.







Die Original-Tankklappe ist die einzige Stelle, wo das VW Motorsport-Team "dick aufgetragen" hat.

Renn-Scirocco unterwegs mit DSG und 2.0 TSI

Renn-Scirocco und Serienmodell verbindet mehr als nur die Seelenverwandtschaft. So basieren Motor und DSG auf der technik, die auch im Serienmodell zum Einsatz kommt.

Als wir nach dem fliegenden Start auf die erste enge Rechtskehre zuflogen, war ich für einen Bruchteil einer Sekunde verführt, auf die Kupplung zu treten, bis mir dann blitzartig bewusst wurde, dass da gar kein Pedal ist und mein linker Fuß dank DSG Pause hatte. Geschaltet haben meine Fahrerkollegen und ich mittels zwei Paddel. Eine super Sache – nicht nur im Kurven-Labyrinth des Rings.





Das DSG-Getriebe hat sich auch im harten Rennbetrieb bewährt!

Das DSG“, bestätigt Andreas Lautner, „ist bis auf etwas reduzierte Schaltzeiten und ein Sperrdiffenzial ein Serienbauteil und verkraftet im Scirocco rund 340 Nm maximales Drehmoment. Seriennah auch der Zweiliter-TFSI, der in dieser Ausbaustufe 325 PS an die 18“-Vorderräder leitet. Das ging dann schon ganz zügig nach vorn! Auch auf der Bremse waren wir stark, da wir das knapp 1.120 kg leichte Coupe mit den 362er Bremsscheiben vorn ganz ordentlich zusammenbremsen konnten.

„Der niedrige Schwerpunkt und die breite Spur, das sind natürlich zwei Attribute, die auch den Serien-Scirocco auszeichnen“, so Andreas Lautner, „in unserem Fall waren es auf der Nordschleife rund 20 Sekunden, die der in seiner Entwicklung auf Downforce getrimmte Scirocco – ausgestattet mit Sachs-Gewindefahrwerk und Eibach-Federn – schneller war als ein vergleichbarer Golf.“





Sachs Gewindefahrwerk mit Eibach-Federn

Was kann man nach einem ersten Platz noch besser machen?

Klar, die Frage liegt auf der Hand. Da kommt der Scirocco und räumt voll ab, aber was dann? Ein Fall für die Frührente ist der doch sicherlich noch nicht, oder? Andreas Lautner schmunzelt: „Nein, wir fangen ja gerade mal an. Für 2008 haben wir keine weiteren Pläne. Vorstellbar ist, dass wir die Performance am Ring 2009 noch etwas verbessern wollen, vielleicht aber kommt da noch etwas ganz anderes auf den Scirocco zu. Da müssen wir aber noch ein bisschen abwarten.“ Ende der Gesprächsrunde. Das Tagesgeschäft wartet. Ein Teil davon hat ganz sicher mit dem Renn-Scirocco 2009 zu tun! Und ich hoffe, ich bin dann wieder dabei - diesmal mit etwas mehr Zeit für die Vorbereitung!

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