Made for America – Der VW Jetta VI im Test (2012)

Der kleine aber feine Unterschied zwischen Golf und Jetta

Made for America – Der VW Jetta VI im Test (2012): Der kleine aber feine Unterschied zwischen Golf und Jetta
Erstellt am 9. Januar 2012

Oft sind es die Details, die ein richtig gutes Fahrzeug ausmachen. Aber auch Wirtschaftlichkeit, Image, Design und natürlich der Preis spielen eine Rolle. Eine Rolle, die der Volkswagenkonzern nahezu perfekt beherrscht und der sich fest vorgenommen hat, der größte Automobilhersteller der Welt zu werden.

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, müssen die Wolfsburger aber auch auf ausländischen Märkten punkten und schicken deshalb den VW Jetta ins Rennen Dieser Jetta wurde erstmals weniger fürs heimische Publikum als vielmehr für den US-Markt entwickelt. Wie sich der Ami mit den deutschen Genen schlägt, haben wir getestet.

Fünf Generationen lang trug der VW Jetta im Volksmund den Beinamen Rucksack-Golf. Dabei spielte es keine Rolle, ob als Name Jetta, Vento oder Bora auf der Heckklappe klebte. Mit der aktuellen und sechsten Version ist diese Zeit endgültig vorbei. Denn wie man auf den ersten Blick erkennt, ist dieser neue Jetta ein komplett eigenständiges Modell.

Der Gegner heißt Toyota Camry

Keine Golf-Front mehr, die man als Jetta verkaufen will. Optisch erinnert dieser Jetta viel mehr an den gefacelifteten VW Passat 3C und dieser Jetta soll vor allem in den USA punkten und dort dem VW-Konzern Marktanteile sichern. Ganz besonders dem Platzhirsch in den Staaten, dem Toyota Camry, soll er Kunden abjagen.

Hohe Anforderungen an den neuen Jetta

Kein Wunder also, dass dieser Jetta gleich auf mehreren Hochzeiten tanzen muss. Besonders der Kostenfaktor in Sachen Produktion musste im Auge behalten werden. So wird der Jetta nicht rein zufällig im mexikanischen VW-Werk Puerbla gefertigt, denn das spart Frachtkosten auf dem Weg zum US-Kunden.

Auch wenn der aktuelle Jetta jegliche Ähnlichkeit zum Golf 6 abgelegt hat, technisch sind sie immer noch Zwillinge. Lediglich der Radstand des Jetta fällt mit 2.651mm rund 7,3cm länger aus.

Unter der Haube unseres Testwagens arbeitete der vom Mk VI bekannte 140 PS starke TDI-Motor mit Commonrail-Einspritzung, der sich auch in der Limousine keine Blöße gibt. Mit seinen 320 Nm Drehmoment ist der Selbstzünder jederzeit und bei jeder Drehzahl spontan da. Erst recht, wenn auch noch das 6-Gang DSG-Getriebe am Motorblock hängt.

Der Rotstift ist öfters zu finden

Wer einen Blick in den Innenraum des Jetta wirft, stellt schnell fest, dass es auch hier nicht mehr nach Golf aussieht: Die Armaturentafel, Lüftungsdüsen und Türverkleidungen sind eigenständig gestaltet. Lediglich die üblichen “Kleinteile“ stammen aus dem bekannten VW-Regale. So sind das Bedienteil der Heizung, der Lenkstockschalter, das Lenkrad oder die Radioeinheit alles alte Bekannte.

Aber auch die Türgriffe kennen wir schon seit dem Golf 4. Deren Verarbeitung liegt auf hohem Niveau, kann aber mit der des Golf 6 nicht mithalten. Hier zollt man mehr dem Kostenfaktor Tribut. Besonders wird das bei den inneren Türgriffen deutlich, die fast schon an die Hartplastikteile des Jetta 1 erinnern.

Während der Golf 6-Pilot im Highline-Modell mit allerlei Chromzierrat umschmeichelt wird, muss der Jetta-Fahrer (auch der eines Highline) auf Chrom an den Schaltern der Fensterheber oder der Spiegelverstellung verzichten.

Wie man es von einem Volkswagen erwartet

Was den Fahrkomfort angeht sind Jetta und Golf gleichauf. Der TDI ist kaum zu hören, das DSG trifft jeden Gang perfekt und die lange Gesamtübersetzung senkt die Motordrehzahl zuverlässig ab, was der Verbrauch und das Geräuschniveau wiederspiegeln.

Mit durchschnittlich 6,3 Liter Kraftstoffverbrauch – und das trotz forscher Fahrweise – gibt der Jetta keinen Anlass zur Kritik. Und spätestens beim Kofferraum spielt der Jetta dann seine Stärke aus. Immerhin bietet das Gepäckabteil satte 510 Liter und damit 160 Liter mehr als ein Golf (350 Liter).

Vom längeren Radstand profitieren vor allem die Passagiere im Fond, die trotz riesigem Gepäckabteil die Beine lang machen können. Auch wenn hierzulande der Jetta im Gegensatz zum Golf eine eher zu vernachlässigende Rolle spielen dürfte, für den US-Markt ist der neue Jetta auf jeden Fall ein heißer Kandidat, der dem japanischen Platzhirsch den Rang streitig machen könnte. Wer allerdings hier auf der Suche nach einem etwas ausgefalleneren Volkswagen ist, für den ist der aktuelle VW Jetta ein echt heißer Tipp.

VAU-MAX-kompakt

Typ: VW Jetta TDI
Motor: 4 Zylinder TDI - 16Ventile, 1.968ccm Hubraum, direkte Diesel-Einspritzung, Common Rail, Zweiwege-Oxidations-Katalysator, Dieselpartikelfilter, EURO 5-Abgasnorm,
Leistung: (140 PS bei 4.200 U/min und 320Nm von 1.750 bis 2500 U/min
Getriebe: Sechsgang-DSG, zwei elektrohydraulisch betätigte Lamellenkupplungen im Ölbad
Fahrwerk: Vorn: McPherson-Federbeinachse mit unteren Dreiecksquerlenkern. Hinten: Vierlenker-Hinterachse mit getrennter Feder-Dämpfer-Anordnung, Stabilisator vorn und hinten. ESP, ASR, elektromechanische Lenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung
Bremsanlage: Rundum Scheibenbremsen, vorne innenbelüftet, ABS, EBV, Dual Brake Assist, Bremscheibendurchmesser 288mm vorn, 272mm hinten
Felgen: ab 6 1/2 J x 16“
Bereifung: ab 205/55 R 16 H
Länge/Breite/Höhe [mm] 4.644/1.778/1.482
Fahrleistungen: 0 - 100 km/h in 9,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 208km/h
Verbrauch auf 100km: Innerorts - 6,7 Liter
Außerorts 4,5Liter
Kombiniert 5,3 Liter (Werksangaben)
Im VAU-MAX.de Test über 1.336km 6,3 Liter Diesel
Leergewicht: 1.441kg
Sonderausstattung Testwagen: RNS510 (2.200 €), Diebstahlwarnanlage Plus (280 €), Fernlichtassistet (142 €), Tempomat 205 €), Lederausstattung mit elektrischem Fahrersitz (2.040 €), Mulitfunktionslenkrad (270 €), Mulitmediabuchse (175€), Keyless Access (360€), Seitenairbags und Gurtstaffer hinten (345€), Spiegelpaket (345€), Sportpaket “Queensland“ (450€)
Fahrzeugpreis Testwagen: 37.262 € (Sep. Stand 2011)
Basispreis ab: 30.325 €

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