Der neue Skoda Kamiq (2020) im VIDEO-Fahrbericht

Ist der City-SUV Skoda Kamiq besser als VW T-Cross und Seat Arona?

Der neue Skoda Kamiq (2020) im VIDEO-Fahrbericht: Ist der City-SUV Skoda Kamiq besser als VW T-Cross und Seat Arona?
Erstellt am 23. August 2019

Nach Kodiaq und Karoq sticht Skoda nun mit einem dritten Modell mitten in den boomenden SUV-Markt – dem Kamiq. Der kleinste der drei Crossover der tschechischen VW-Tochter tritt nicht nur gegen erfolgreiche Mitbewerber wie den Renault Captur oder den Mazda CX-3 an, sondern muss sich auch und vor allem gegen die hausinterne Konkurrenz in Form von VW T-Cross und Seat Arona behaupten. Wie das dem City-SUV aus  Mladá Boleslav gelingt, zeigt unser Fahrbericht.

Unser Video zum Kamiq-Fahrbericht:

Skoda - der bessere Volkswagen?

Die Marke Skoda hat im letzten Jahrzehnt eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht. Von der einstigen Billigmarke des Volkswagen-Konzerns, die praktische, schon fast pragmatisch designte Autos vornehmlich über den Preis an den Mann brachte, ist heute nicht mehr viel übrig geblieben. Skoda hat es nicht nur verstanden, die Möglichkeiten der jeweiligen VW-Plattformen bestmöglich auszunutzen, sondern mittlerweile auch in Sachen Design und Ambiente mit der VW-Mutter mindestens gleichgezogen. Dabei gelang es den Entwicklern in letzter Zeit, die jeweiligen Schwestermodelle von VW und Seat in den Schatten zu stellen. Für viele ist der aktuelle Superb der bessere Passat und der Octavia seinen Mitbewerbern Golf und Leon in vielen Aspekten überlegen. Gespannt waren wir nun, was die Tschechen auf Basis der Plattform MQBA0, auf der neben VW Polo und Seat Ibiza auch deren City-SUV-Ableger T-Cross und Arona entstanden, bei ihrem neuen Crossover Kamiq auf die Räder stellten. Ist der Kamiq besser als T-Cross und Arona?

Dynamisch und kantig - so geht Design!

Zunächst einmal ist der Kamiq, dessen Name von den kanadischen Ureinwohnern Inuit stammt und soviel wie „perfekt passend“ oder „wie eine zweite Haut“ bedeutet, ein sehr gelungen gestaltetes Auto. Die aktuelle Formensprache der Tschechen mit vielen harten Kanten, messerscharfen Sicken und klaren Linien steht dem kleinen SUV bestens. Vor allem die Front mit den in zwei Ebenen angeordneten Scheinwerfern ist sehr gelungen. Das LED-Tagfahrlicht blinzelt aus extrem schmalen Schlitzen, in denen sich auch die erstmals bei Skoda eingesetzten Lauflicht-Blinker befinden. Voraussetzung hierfür ist, dass man das Häkchen bei den Voll-LED-Scheinwerfern gemacht hat, die auch Heckleuchten in Voll-LED-Technik beinhalten. Serienmäßig besitzt der Kamiq Scheinwerfer und Rückleuchten mit Teil-LED-Technik.

Typisch Skoda - viel Platz auf wenig Fläche

Mit 4,24 m Länge und einem Radstand von 2,65 m übertrifft der Kamiq – wie bei Skoda mittlerweile üblich - seine Klassenkonkurrenten zum Teil deutlich. Das kommt nicht nur den äußeren Proportionen zu Gute, sondern natürlich auch den Platzverhältnissen. Bereits vorn hat man für ein Fahrzeug, das auf einer Kleinwagen-Plattform basiert, erstaunlich viel Platz. Vor allem bei der Ellenbogen-Freiheit überzeugt der Kamiq. Auf den Rücksitzen haben auch großgewachsene Passagiere viel Bein- und Kopffreiheit. In unserem Fall konnten zwei 1,86 m große Personen problemlos hintereinander sitzen, was in diesem Segment beachtlich ist. Das gilt vor allem, weil der Kamiq nicht auf den beliebten Trick mit der verschiebbaren Rücksitzbank zurückgreifen kann, denn diese bleibt dem Bruder VW T-Cross vorbehalten. So zeigt sich dann auch der Standard-Kofferraum mit 400 Litern Volumen nicht übermäßig groß, denn zaubern kann selbst Skoda angesichts der kompakten Außenmaße nicht. Maximal stehen bei umgeklappten Rücksitzen knapp 1.400 Liter zur Verfügung. Auf Wunsch kann man die Beifahrerlehne umlegen, so dass Gegenstände bis zu 2,45 m transportiert werden können. Das dürfte für fast alle vorstellbaren Situationen ausreichen.

Modernes Interieur mit weichen Kunststoffen

Der Kamiq ist nach dem Scala der zweite Skoda, der die neue Interieur-Philosophie umsetzt. Der hoch oben auf der Instrumententafel, perfekt im Blickfeld des Fahrers positionierte, freistehende Bildschirm fällt im Innenraum sofort ins Auge und misst bis zu 9,2 Zoll. Eine unterhalb des Bildschirms verlaufende Charakterlinie zitiert die Form der Motorhaube und dient bei der Bedienung des Touchscreens zudem als Ablage für die Hand. Das optionale Virtual Cockpit ist mit einer Größe von 10,25 Zoll eines der größten Displays im Fahrzeugsegment. Und das Beste: Mit hochwertigen und weich geschäumten Materialien an Instrumententafel und vorderen Türverkleidungen wirkt der Innenraum sehr edel. So etwas haben die VW-Kunden beim T-Cross und auch beim T-Roc bislang schmerzlich vermisst. Das ab der Ausstattungslinie Ambition verfügbare Dynamik-Paket sorgt für ein besonders sportliches Ambiente. Mit ihm halten Sportsitze mit integrierten Kopfstützen und Bezügen aus der edlen Mikrofaser Suedia, ein Sport-Multifunktionslederlenkrad, Pedale aus Edelstahl, ein schwarzer Dachhimmel, spezifische Dekorleisten und die Ambientebeleuchtung Einzug im neuen City SUV. Das Ganze wirkt zwar sehr dynamisch, aber vor allem die Sitze können ihre sportlichen Versprechen in der Realität nicht halten. Die ausgeformten Seitenwangen sind derart weich, dass sie leider kaum Seitenhalt i schnellen Kurven bieten. Das gilt leider auch für die sehr bequemen Seriensitze.

Top-Fahrwerk, breite Motorenpalette

Schade eigentlich, denn Kurven kann der kleine SUV, und wie! Skoda hat viel Entwicklungsarbeit geleistet, um den Nachteil des höheren Schwerpunktes gegenüber des Scala auszugleichen. Im Vergleich zum Skoda Scala, der auf der gleichen Plattform aufbaut, verfügt der Kamiq unter anderem über längere Federn und Stoßdämpfer, einen steiferen Stabilisator an der Vorderachse, eine verstärkte Hinterachse, größere Räder und eine Servolenkung mit veränderter Übersetzung. Die Bodenfreiheit des SUV wächst dadurch gegenüber dem Scala um insgesamt 39 Millimeter, davon entfallen 10 Millimeter auf die Reifen mit größerem Querschnitt und der Rest auf die neue Fahrwerksgeometrie. Das optionale Sportfahrwerk lässt diesen Nachteil bereits um 10 Millimeter schmelzen und sorgt mit den verstellbaren Dämpfern für ein straffes Fahrverhalten, sobald man im Sport-Modus unterwegs ist. Dann nimmt der Kamiq Biegungen jeder Art mit wenig Seitenneigung, wobei die direkte, fast schon nervöse Lenkung ein sehr knackiges Fahrverhalten vermittelt. Das ESP greift spät und sehr fein regelnd ein. Das macht auf kurvigen Bergstraßen sehr viel Spaß, solange es bergab geht. Bergauf geht dem von uns gefahrenen 1,0 Liter TSI mit seinen 115 PS leider recht früh die Puste aus, weshalb man ausgiebig im exakt geführten Sechsganggetriebe rühren sollte. Mit dem optionalen DSG-Getriebe oder besser noch dem bulligen 1,6-TDI-Motor fühlt sich der Kamiq deutlich souveräner an.

Top-Motor mit 150 PS - oder kommt noch mehr?

Freuen können wir uns auf das vorläufige Top-Modell mit dem bekannten 1,5er TSI-Motor, der mit seinen 150 PS sicher kaum noch Wünsche offen lässt. Die Basis-Motorisierung mit dem 95-PS-TSI und Fünfgang-Schaltbox ist nicht wirklich zu empfehlen. Später folgt noch eine Erdgas-Variante. Von Hybridisierung oder Elektrifizierung ist derzeit keine Rede. Natürlich haben wir uns bei den Verantwortlichen nach einer möglichen RS-Version erkundigt. Schließlich bietet sich der 2,0 TSI aus dem Polo GTI hierfür geradezu an und die Erfolge des Kodiaq RS oder auch des Cupra Ateca zeigen, dass der Markt durchaus offen für solche Power-SUV diesseits des Premium-Segmentes ist. Bei Skoda zeigte man sich auf unsere Nachfrage erstaunlich offen. Geplant sei zwar momentan noch nichts, aber vorstellen könne man sich solch ein Modell durchaus. Das käme auf die Nachfrage im Markt an. Wenn ein solches Modell gewinnbringend etabliert werden könne, würde man darüber nachdenken. Das lässt hoffen!

Da wird geholfen - moderne Assistenten verfügbar

Auf Seiten der Assistenzsysteme ist der neue Kamiq voll auf der Höhe. Zur Serienausstattung gehören ein Spurhalteassistent, ein Frontradarassistent mit City-Notbremsfunktion und vorausschauendem Fußgängerschutz sowie eine Multikollisionsbremse. Gegen relativ geringen Aufpreis lassen sich ein aktiver Geschwindigkeits-Assistent sowie Spurhalte- und Spurwechsel-Assistent ordern. Komfortable Unterstützung beim Einparken bieten auf Wunsch eine Rückfahrkamera sowie der Parklenkassistent, der den ŠKODA KAMIQ automatisch in Längs- und Querparklücken hinein- und auch wieder heraus manövriert. Die integrierte Rangierbremsfunktion bremst das City-SUV selbsttätig, falls die Sensoren beim Parken vor oder hinter dem Fahrzeug ein Hindernis erkennen. Optional erhältlich ist außerdem der Fernlichtassistent, der per Kamera entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge erkennt und automatisch das Fernlicht abblendet. Bis zu neun Airbags sorgen für passive Sicherheit.

Riesen-Displays auf Wunsch

In Sachen Infotainment kann der Kamiq auf die neueste Technik des VW-Konzerns zurück greifen. Die Systeme Swing, Bolero und Amundsen stammen aus der dritten Generation des Modularen Infotainment Baukastens des Volkswagen Konzerns und bieten Bildschirmdiagonalen von 6,5 bis 9,2 Zoll sowie optional ein Soundsystem mit zehn Lautsprechern. Der Kamiq ist dank integrierter LTE-eSIM immer online. Das ermöglicht zum Beispiel die stetige unmerkliche Optimierung der Navigation. Für die Umsetzung von Sprachbefehlen ist die Skoda Digital-Assistentin Laura zuständig, die ebenfalls Online-Unterstützung anbietet– neben einfachen Befehlen soll sie auch ganze, fließend gesprochene Sätze und Dialekte verstehen. Leider konnten wir uns auf unserer Testfahrt nicht davon überzeugen, weil das System wegen eines Fehlers beim nächtlichen Update nur teilweise funktionierte.

Die eSIM ermöglicht neben dem eCall auch den Zugriff auf die mobilen Online-Dienste von ŠKODA Connect. Dazu zählen Care Connect mit Fahrzeugfernzugriff sowie der Proaktive Service und Infotainment Online. Infotainment Apps lassen sich vom Fahrzeug aus über einen Shop downloaden. Verfügbar sind zudem SmartLink Technologie zur Einbindung von Geräten über Apple CarPlay, Android Auto oder MirrorLink™- auf Wunsch auch kabellos als Wireless SmartLink- ein WLAN-Hotspot, bis zu jeweils zwei USB-C-Anschlüsse vorne und hinten sowie eine Phone Box, die das induktive Laden von Smartphones ermöglicht.

Billig war gestern - preiswert ist der Kamiq trotzdem!

Los geht der Spaß bei 17.950,- Euro. Das sind exakt 25 Euro weniger als beim Grundmodell des VW T-Cross. Dafür bekommt man aber nur das relativ nackte Grundmodell mit dem 95-PS-Motor. Den Skoda Kamiq wird es in drei Ausstattungsstufen geben. Basis ist die Linie Active. Darüber rangiert „Ambition“, die stets ca. 2.800 Euro Aufpreis kostet. Für nochmals 2.000 Euro mehr bekommt man das Top-Modell Style, in dem kaum mehr Wünsche offen bleiben. In unseren Augen macht vor allem die Linie „Ambition“ Sinn, weil erst hier viele der interessanten Optionen bestellbar sind. Unsere Empfehlung wäre daher der 1,6 TDI mit DSG als Ambition für 26.700 Euro. Wer lieber Benziner fährt, kann zum 1,0 TSI mit 115 PS, DSG-Getriebe und Style-Ausstattung für 25.750 Euro greifen oder wartet auf den 1,5 TSI. Mit ein paar Extras sind auch die 30.000 Euro kein Problem. Aus unserer Sicht sind aber auch 30.000 Euro für einen top ausgestatteten Skoda Kamiq absolut nicht zu viel, denn Skoda hat wieder einmal bewiesen, dass man in der Lage ist, aus der selben technischen Basis deutlich bessere Autos zu kreieren. Vor allem beim Ambiente und beim Platzangebot macht dem Kamiq in seinem Segment keiner etwas vor, auch nicht wie Brüder T-Cross und Arona.

Galerie vom neuen Kamiq: 91 Bilder Fotostrecke | Der neue Skoda Kamiq: Besser als VW T-Cross und Seat Arona? #01 #02

Technische Daten:

Benzin

Diesel

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