Der neue KIA ProCeed GT im VAU-MAX.de Fahrbericht (2019)

Edler Shooting Brake unter Dampf!

Der neue KIA ProCeed GT im VAU-MAX.de Fahrbericht (2019): Edler Shooting Brake unter Dampf!
Erstellt am 17. Januar 2019

Mit dem neuen ProCeed beweist Kia Mut und präsentiert einen Shooting Brake mit sehr gewagtem Design in der eng umkämpften Kompakt-Klasse. Dabei ist der Neuling nicht nur ausgesprochen schön, sondern verspricht als GT mit 204 PS auch jede Menge Fahrspaß. Ob und was der ProCeed von diesen Versprechen halten kann, ermittelten wir bei einem ersten Test-Termin.

Mutig - Shooting Brake in der Kompaktklasse

Die Marke Kia hat seit dem Start in Europa in den 1990er Jahren eine unglaubliche Entwicklung hingelegt. Während man damals in Europa mit Lizenzbauten von Mitsubishi und absoluten Kampfpreisen startete, hat sich die koreanische Marke - mittlerweile unter dem Dach des Mutterkonzerns Hyundai – bis heute zu einem absolut ernsthaften Herausforderer der Platzhirsche gemausert. Dabei setzt man in Korea konsequent auf regionale Entwicklung. Das heißt, die Produkte für den europäischen Markt werden in Europa entwickelt, designt und gebaut. Im Falle des neuen Kia Ceed und seines eleganten Bruders ProCeed entstand das Outfit im Designcenter in Rüsselsheim. Der ProCeed ist nach Kia-Auffassung der erste Shooting Brake eines Volumenherstellers in der Kompaktklasse. Natürlich gab es schon vorher den Mercedes-Benz CLA, der ein sehr ähnliches Konzept aufweist. Für Kia ist Mercedes aber kein Volumenhersteller, sondern spielt in der Premium-Klasse. Warum man solche Spitzfindigkeiten benötigt, ist uns nicht ganz klar. Kia hat das eigentlich nicht nötig, denn egal wer nun der erste Shooting Brake in der Kompaktklasse war: Der ProCeed hat definitiv das Zeug zum Star!

Tolle Linienführung mit viel Schwung

Bereits beim Erstkontakt am Flughafen von Barcelona ist man beeindruckt vom Mut der Designer. Die Linienführung entspricht exakt der Vorstellung eines Shooting Brake, mit einer elegant und stark nach hinten abfallenden Dach- und Fensterlinie und einem sehr geduckten Auftreten. Eine Edelstahl-Applikation an der C-Säule lockert die Seitenlinie gekonnt auf. Zudem sorgen beim GT diverse Luftauslässe und Spoiler für eine sehr sportliche Optik. Die Heckansicht unterscheidet sich vom "normalen" Ceed deutlich. Durch die schmalen Rückleuchten und das durchgezogene Leuchtband ähnelt der ProCeed von hinten nicht nur dem SUV Sportage, sondern unterstreicht damit seine sehr breite und bullige Optik. Der Diffusor unter dem Stoßfänger, der große Dachspoiler und die flache Heckscheibe stoßen ins gleiche optische Horn. Zwei große, verchromte Endrohre zeugen von der Performance des Motors. Auch an der Front sorgen analog zum Heck sportliche Lufteinlässe für eine grimmige Optik. Der "Tiger Nose"-Grill und die Spoilerlippe sind serienmäßig in Rot gehalten, während die LED-Scheinwerfer eine unverwechselbare Lichtsignatur aufweisen. Zu guter Letzt verbinden an der Flanke ausladende Seitenschweller in Glanzschwarz, die mit einer roten Abrisskante bestückt sind, Front und Heck optisch perfekt miteinander. Der ProCeed hat wirklich tolle Poportionen, ist zwar aggressiv, aber nicht übertrieben gestylt und wirkt aus jeder Perspektive taufrisch.

 

Video: Erste Eindrücke vom ProCeed GT

Premium-Interieur mit allen Assistenten

Das kann man uneingeschränkt auch vom Interieur behaupten. Hier unterscheidet sich der ProCeed kaum vom fünftürigen Bruder. Das Armaturenbrett umschließt den Fahrer, dessen Blick auf analoge, sehr gut ablesbare Instrumente fällt. Dazwischen befindet sich ein großes Display, auf dem man sich diverse Daten - in der GT-Version sogar Drehmoment und Ladedruck - anzeigen lassen kann. Die Verarbeitung und die Materialien sind absolut hochwertig und das Design orientiert sich ein wenig an deutschen Premium-Herstellern. Kein Fehler, denn vom Ambiente ist der ProCeed seinen europäischen Mitbewerbern mindestens ebenbürtig. Dazu kommt eine Armada von Assistenten. Vom Parkpilot über den adaptiven Tempomaten mit Stau-Assistenz und Lane Assist bis hin zu Querverkehrwarner und Verkehrszeichenerkennung ist alles an Bord, was das Fahren erleichtert. Das alles verwaltet man bequem über den optionalen 8-Zoll-Touchscreen, der mit aufgeräumter Menüführung und guter Navigation beeindruckt. Auch auf der Connectivity-Seite ist der ProCeed perfekt aufgestellt und bietet gegen Aufpreis sogar ein klangstarkes JBL-Soundsystem.

Viel Platz für Mensch und Gepäck

Der GT hat serienmäßig Sportsitze an Bord, die in Sachen Seitenhalt und Langstreckenkomfort in der ersten Liga spielen. Mittels vielfältig einstellbaren Elementen findet jeder hier eine gute Sitzposition, wobei man schön tief in das Fahrzeug integriert wird. Das neue, unten abgeflachte Leder-Sportlenkrad liegt schön in der Hand und auch das von uns gefahrene 6-Gang-Schaltgetriebe überzeugt mit guter Abstimmung und knackigen Gangwechseln. In der ersten Reihe hat man sehr viel Bewegungsspielraum für ein Kompaktmodell, zumindest auf dem Fahrersitz. Der Beifahrer sitzt ein wenig höher, weshalb es - vor allem bei vorhandenem Panoramadach - bei größeren Menschen schnell eng über dem Scheitel wird. Hinten sitzt man ebenfalls sehr gut mit ausreichend Beinfreiheit, wobei auch hier durch die heruntergezogene Dachlinie der Kopfraum eher knapp wird. Dafür punktet der 4,61 m Lange ProCeed mit einem fast 600 Liter großen Gepäckraum. Dieser wirkt allerdings zunächst deutlich kleiner, wenngleich das Volumen absolut ausreichend ist und durch die im Verhältnis 40/20/40 teilbare Rückenlehne variabel erweitert werden kann. Das Geheimnis liegt unter dem doppelten Ladeboden, wo sich nochmal mehrere sehr geräumige Fächer verstecken.

Quirliger Top-Motor mit Spaß-Potenzial

Beim Fahren fällt schnell auf, wie souverän der ProCeed GT durch den Verkehr schneidet. Der nur 1,6 Liter große Turbo-Vierzylinder drückt 204 PS ins Getriebe und sorgt so für durchaus beeindruckende Fahrleistungen. Die Schallmauer von 100 km/h ist nach 7,5 Sekunden erreicht und erst bei 230 km/h endet der Vortrieb. Beeindruckender als die blanken Daten ist aber die Leichtigkeit, mit der das Triebwerk auf Gasstöße reagiert und munter durch das Drehzahlband orgelt. Dabei ist die Kraft schon sehr früh verfügbar, was ein schaltfaules Fahren zulässt. Durch das direkte Ansprechverhalten wirkt der ProCeed GT mitunter fast ein wenig ungestüm und kann beim Herausbeschleunigen leichte Traktionsprobleme nicht verleugnen. Der Verbrauch hält sich mit 6,8 l/100km (lt. Hersteller) durchaus in Grenzen. Wir ermittelten laut Bordcomputer einen Durchschnitt von knapp über 8 l/1ßßkm, wobei wir in den katalanischen Bergen durchaus sportlich unterwegs waren.

Aufwendig überarbeitetes Fahrwerk für viel Fahrspaß

Sportliches Fahren wird vom Fahrwerk des ProCeed absolut unterstützt. Die straffe, aber nicht unkomfortable Abstimmung des ohne adaptive Dämpfer auskommenden Fahrwerkes ermöglicht ein leichtfüßiges Fahrverhalten, das einfach nur Spaß macht. Für den Shooting Brake wurden die Stoßdämpfer, Federn, Stabilisatoren und Lenkungsparameter speziell abgestimmt, was dem Chassis eine betont sportliche Charakteristik gibt. Das Fahrwerk zeichnet sich zum einen durch eine sehr direkte Rückmeldung und eine besonders gute Kurvenkontrolle aus. Zum anderen bietet es bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn den Reisekomfort und die Fahrstabilität, die die „Grand Tourer“-Karosserie verspricht. Hier macht sich der Einfluss von Ex-BMW-Fahrwerksspezialist Albert Biermann bemerkbar, der seit dem Jahreswechsel Entwicklungschef des Hyundai-Kia-Konzerns ist. Das gilt ebenso für die superbe Lenkung, die einerseits durch ihre Leichtgängigkeit ein spielerisches Handling ermöglicht, auf der anderen Seite aber genügend Rückmeldung für ein sportliches Fahren bietet. Die kurvigen Bergstraßen im Hinterland von Barcelona machen mit diesem Kia extrem viel Spaß, was nicht zuletzt auch am hervorragenden Grip-Level der serienmäßigen 18 Zoll großen Michelin-Reifen liegt. Dabei fällt auch die sehr tolerante Auslegung des ESP auf, das dem Fahrer viel Freiheiten lässt und erst sehr spät zügelnd eingreift. Die Fahrsicherheit ist aber jederzeit gegeben.

Fotostrecke: 43 Bilder Fotostrecke | Der neue KIA ProCeed : Edler Shooting Brake #01 #02

Fairer Preis und sieben Jahre Garantie

Wer jetzt angesichts der Qualitäten und der optischen Eleganz des ProCeed einen kräftigen Preisaufschlag erwartet, wird angenehm überrascht. Zwar sind die Zeiten der absoluten Kampfpreise schon lange vorbei, das überlässt man heute lieber den Chinesen. Für 31.190,- € erhält man das Top-Modell GT mit 204 PS und einer nahezu kompletten Ausstattung. Ein durchaus fairer Preis, wie wir finden, zumal man bei Kia aufpreisfrei die einmalige siebenjährige Vollgarantie mit dazu bekommt. Die Baureihe ProCeed startet übrigens bei 27.690,- €. Dafür bekommt man den quirligen 1,4 Liter großen Vierzylinder mit 140 PS in der Ausstattung GT line. Und auch ein Diesel ist, trotz des Absatzrückganges, verfügbar. Als 1,6 CRDI mit 136 PS kostet der ProCeed 29.590,- €. Auch dieses Modell sind wir kurz gefahren und waren von der Leistungs-Charakteristik sehr angetan. Alle Modelle erfüllen natürlich die neueste Abgasnorm Euro 6d-temp und sind vor Fahrverboten sicher.

Auch die GT-Version des Fünftürers konnten wir erstmalig testen und sogar auf der Rennstrecke bewegen. Wie sich der Kompakt-Sportler geschlagen hat und ob er sogar ein „GTI-Schreck“ ist, behandeln wir demnächst in einem extra Artikel.

Die Preisliste mit allen Daten:

 

 

 

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