VAU-MAX.de zu Besuch bei Rimac Automobili in Kroatien

Rimac BMW e-M3 mit 1100 Nm und 600 Elektro-PS im Fahrbericht + VIDEO

VAU-MAX.de zu Besuch bei Rimac Automobili in Kroatien: Rimac BMW e-M3 mit 1100 Nm und 600 Elektro-PS im Fahrbericht + VIDEO
Erstellt am 5. Oktober 2012

Da mußte die Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre optimistisch gesteckten Ziele beim Autogipfel leider etwas zurücknehmen. Bis 2020 sollten eine Million Elektoautos auf deutschen Straßen fahren. Doch irgendwie scheint die hiesige Autoindustrie das Thema nicht so richtig mit der nötigen Portion Spannung zu verfolgen.

Das Video zum e-M3

Opel, VW, Toyota – irgendwie elektrisch können alle

Wie sonst ist es zu erklären, dass Opel mit dem Ampera zwar ein eindrucksvolles, aber preislich für den Normalverbraucher uninteressantes Auto im Portfolio parat hält. VW wartet wie gehabt erst einmal ab und legt dann 2013 mit dem Golf blue e-motion nach. Toyota und Honda bereichern den Markt aus der Ferne mit Hybridmodellen, und auch den hochpreisigen Vertreter der SUV-Zukunft für gutbetuchte VW-Fahrer mit schlechtem Umweltgewissen haben wir schon vorgestellt (VW Touareg Hybrid Fahrbericht).

(Mit) Strom sparen

Diese Modelle haben alle eins gemeinsam: Sie sind allesamt Innovationen mit eingebauter Spaßbremse. Wo der Elektoantrieb die primäre (und einzige) Antriebsquelle darstellt, ist er limitiert, gedrosselt und auf einen Kompromiss zwischen Reichweite und Alltagstauglichkeit getrimmt. Bei den Hybrid-Fahrzeugen dient die Kombination aus Strom- und Verbrennungsantrieb einer halbwegs interessanten Verbrauchsstatistik, welche moderne Dieselfahrzeuge allerdings problemlos auch ohne den zusätzlichen Aufwand erreichen. Einige der Fahrzeuge erinnern vom Design zudem auch eher an zufällig gestrandete Wale denn an Automobile.

Für den Liebhaber sportlicher Autos und beeindruckender Fahrleistungen war die Auswahl bislang recht überschaubar. Der Tesla Roadster wäre da zu nennen, der größte rollende Laptop-Akku der Welt, verbaut in einer Lotus Elise-ähnlichen Karosserie.

Hochspannung aus Kroatien

Was große namhafte Automobilhersteller nicht zu bauen vermochten, schickt sich nun ein kleines, innovatives StartUp-Unternehmen mit Sitz in Sv. Nedelja (Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb) zu verwirklichen: Den Traum vom elektrogetriebenen Supersportwagen.

Eine gut versteckte Location inmitten eines Industriegebietes ist der Spielplatz für all die kreativen Köpfe rund um Firmengründer Mate Rimac (24). „Wir sind gerade erst in die neuen, größeren Räume umgezogen“, erklärt Pressesprecherin Monika Mikac die noch fehlenden Firmenlogos an den Gebäuden, „am alten Standort war einfach zu wenig Platz!“

BMW unter Strom

Plötzlich ein Quietschen aus dem Hintergrund, ja das identifiziert der Wörthersee-erfahrene Vau-Max Redakteur eindeutig als um Gnade winselnde Reifen, die der Motorleistung nicht Paroli bieten können. Ein paar Sekunden später schießt ein knallgrüner BMW hinter einer Halle hervor, driftet über den Parkplatz, malt ein paar pechschwarze Kreise auf den Asphalt und bleibt schließlich stehen.

Als sich der dichte Qualm verzieht, öffnet sich die Fahrertür und leise hustend steigt Mate Rimac aus dem Auto. „Soviel zum Thema Umweltfreundlichkeit“, grinst er und deutet auf die sich nur langsam verziehende, penetrant nach geopferten Pirellis stinkende Wolke, „ich bin Mate und das ist der e-M3!“

Dieser BMW M3 ist straßenzugelassen

Dem reflexartig geäußerten Wunsch nach einer Probefahrt kommt der Chef sofort nach und nimmt uns mit auf einen eindrucksvollen Trip. Eine Demonstration dessen, was man mit einem Elektroauto so alles veranstalten kann, wenn man nur will (und darf).

Den M3 war einst das Privatfahrzeug von Mate Rimac, mit dem er auch an Driftwettbewerben und Rennen teilgenommen hatte. Ein Motorschaden zwang den jungen Kroaten zum Umdenken. Schon lange verfolgte er die Idee eines selbstgebauten Elektro-Autos. Zu Beginn bestellte er handelsübliche Komponenten wie Batterien und den Antrieb quasi „von der Stange“. Doch schon bald machte sich Unzufriedenheit breit:

Es gibt nix gutes, außer man tut es (selbst)

„Der Wagen war zu schwer und hatte einfach nicht die Leistung, die ich mir vorgestellt hatte! Also gründete ich meine eigene Firma und machte mich auf die Suche nach Leuten, die den gleichen Enthusiasmus an den Tag legten wie ich!“ Mate und sein Team entwickelten den Antrieb und die Elektronik in Eigenregie und durchliefen zusammen mit der Hardware verschiedene Evolutionsstufen bis hin zum aktuellen Status. Dabei ist dies keineswegs der finale.

Der sogenannte „e-M3“ ist ein Versuchsträger, ein „Esel“, in dem vom Elektromotor bis hin zur Steuerung, Spannungsversorgung und den Controllern, alle Komponenten entwickelt und auf ihre Belastbarkeit hin getestet werden. Entsprechend zeugt die Karosserie des BMW von der einen oder anderen „Gebrauchsspur“ - dies ist halt kein Show´n´Shine Gefährt, vermag anderen aber durchaus die Show zu stehlen.

In 3,3 Sekunden von 0 auf 100

Die Beschleunigung ist unglaublich. Von einem konstanten Surren begleitet, zischt der e-M3 wie von einem unsichtbaren Gummiband gezogen nach vorne. Geschaltet wird dabei überhaupt nicht. Es gibt nur einen Vorwärtsgang und einen Rückwärtsgang. Das maximale Drehmoment von derzeit 1100 Newtonmetern liegt bei jeder Drehzahl an, also schon direkt ab dem Start. Das erklärt dann auch, wieso sich bei fehlender elektronischer Helferlein soviel Power direkt in qualmende Hinterreifen umwandelt.

Da im e-M3 auch stets neue Komponenten getestet werden, durften wir auch nur eingeschränkt fotografieren. Man will halt der Konkurrenz nicht in die Hände spielen. Kein Geheimnis ist dagegen, wohin das Unternehmen seine Bestrebungen in Zukunft lenkt: Man arbeitet mit Volldampf am eingangs erwähnten Supersportwagen „Concept One“.

Vom BMW zum Rimac Concept One

Während der e-M3 ein normales Auto war, welches bei Rimac zum Elektroauto umgebaut wurde (und gewichtsmäßig sogar gegenüber dem Serienpendant abgespeckt hat), ist der Concept One ein von Grund auf als elektrisch angetriebenes Automobil konzipiert, gewissermaßen ein Antriebskonzept, um das ein Auto drumherum gebaut wurde.

Das über 1.000 PS starke Supercar beschleunigt in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Es gibt kein Turboloch und auch keine Schaltzeiten. Nur unbändigen Vortrieb. Zwei Motoren pro Achse sorgen in Verbindung mit dem eigens entwickelten Torque Vectoring System für ein Fahrgefühl, wie es wohl selbst das empfindlichste ESP und die ausgefeiltesten Differenzialsperren nicht übertreffen können.

Der Amtsschimmel wiehert leider auch im Süden

„Das Problem ist einfach, dass wir viel mit der Bürokratie und dem unflexiblen Behördenapparat in Kroatien zu kämpfen haben!“, merkt die Pressesprecherin an. Anders als in den USA, wo sich die Regierung in allen nur erdenklichen Punkten hinter die Entwicklung des Tesla Roadsters gestellt hat, kämpfen die innovativen Kroaten mit bergeweise Papierkram und müssen sich ganz ohne finanzielle Unterstützung aus eigener Kraft über Wasser halten: „Für unsere Politiker ist es unvorstellbar, dass jemand sein ganzes Geld und sämtliche Erlöse in die Entwicklung und in sein Unternehmen steckt.“

Hast Du mal ne Million übrig?

Doch bei Rimac hat man seine Hausaufgaben gemacht. Der Concept One stieß bei seiner Vorstellung auf der IAA 2011 auf breites Interesse in der Öffentlichkeit. Der Supersportwagen soll ab 2013 an die Kunden ausgeliefert werden. 88 Stück sollen davon gebaut werden. Bestellungen nimmt man ab sofort entgegen. Rund 1.000.000 US$ werden fällig.

Mühsam ernährt sich das E-Hörnchen

Wem das zu viel ist, der kann ja erst einmal mit dem e-Bike der Kroaten anfangen. Ein High-Performance „Fahrrad“, bei dem man ganz normal in die Pedale treten, oder auf Wunsch mit Elektrounterstützung auch schwierige Strecken mühelos meistern kann. Nicht zu vergleichen mit den handelsüblichen „Pedelecs“, die inzwischen zum Stadtbild jeder Metropole gehören. Nach einer kurzen Proberunde waren wir schlichtweg von dem „elektrischen Stuhl“ begeistert. Drückt man den Gashebel voll nach unten, wirft einen das Bike fast mit einem spektakulären Wheelie ab, soviel Power hat es. „Dabei haben wir es aus Sicherheitsgründen auf maximal 40% der Leistung gedrosselt.“, so die Entwickler. Ja dann..!

Mehr Bilder des e-M3 findet Ihr in der Galerie.

45 Bilder Fotostrecke | BMW e-M3 mit 1100 Nm und über 600 Elektro-PS - Macht doch Watt Ihr Volt: Zu Besuch bei Rimac Automobili in Kroatien #01 #02

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