Audi geht beim Facelift des Audi Q4 e-tron einen vorsichtigen Weg. Statt großer optischer Veränderungen setzen die Ingolstädter auf technische Feinarbeit – und reagieren damit direkt auf Kundenfeedback. Das Kompakt-SUV bleibt damit seinem bekannten Look treu, bekommt aber unter der Oberfläche wichtige Updates.
Der elektrische Zwilling von VW ID.4, VW ID.5 und Škoda Enyaq wurde gezielt weiterentwickelt. Doch während viele Wettbewerber mittlerweile auf moderne 800-Volt-Technik setzen, bleibt Audi beim Q4 E-tron weiterhin beim 400-Volt-System. Das hat spürbare Folgen – vor allem beim Laden.
Die maximale Ladeleistung steigt in den Topversionen nur leicht von 175 auf 185 kW. Die Basis muss sich weiterhin mit 160 kW begnügen. Im Alltag bedeutet das: Während andere Modelle schneller nachladen, bleibt der Q4 hier eher konservativ unterwegs. Immerhin bringt das Facelift eine neue Funktion mit, die im Alltag durchaus sinnvoll ist: Externes Laden. Damit kannst du externe Geräte wie E-Bike, Kaffeemaschine oder sogar Werkzeug direkt über das Fahrzeug mit Strom versorgen.
Bei den Batterien bleibt ebenfalls vieles beim Alten. Du bekommst weiterhin Akkus mit 63 oder 82 kWh. Die maximale Reichweite liegt laut Norm bei knapp 600 Kilometern. Durch eine neue Leistungselektronik, einen überarbeiteten Elektromotor (APP350) an der Hinterachse und ein neues Getriebe gewinnt der Q4 rund 30 Kilometer zusätzliche Reichweite. Kein Gamechanger, aber ein spürbares Plus. Optisch musst du schon genau hinschauen, um die Unterschiede zu erkennen. Neue LED-Lichtsignaturen vorne und hinten sowie eine leicht angepasste Frontmaske sind die wichtigsten Änderungen. Insgesamt bleibt der Q4 E-tron klar als solcher erkennbar – Audi setzt hier bewusst auf Kontinuität statt Risiko.
Im Innenraum sieht es schon interessanter aus. Das Cockpit orientiert sich jetzt stärker am größeren Audi Q6 e-tron. Optional kannst du dir ein 12-Zoll-Display für den Beifahrer gönnen. Dazu kommen praktische Verbesserungen: Die induktiven Ladeschalen sind jetzt gekühlt, auch wenn die Ladeleistung mit 15 Watt überschaubar bleibt. Serienmäßig gibt es jetzt außerdem eine elektrische Heckklappe.
Ein echtes Plus gibt es bei der Alltagstauglichkeit. Die Anhängelast steigt um satte 400 Kilogramm. Die Allradversionen dürfen jetzt bis zu 1,8 Tonnen ziehen – ein wichtiger Punkt für viele Käufer. Der Kofferraum bleibt mit 515 Litern solide und wächst bei umgelegten Sitzen auf bis zu 1.497 Liter.
Beim Antrieb bleibt die bekannte Struktur erhalten. Die Basis bildet der heckgetriebene Q4 E-tron mit 150 kW beziehungsweise 204 PS. Er ist ab 47.500 Euro zu haben, wird aber bei 160 km/h abgeregelt und schafft rund 440 Kilometer Reichweite. Spannender sind klar die Allradmodelle mit 299 und 340 PS. Diese schaffen etwa 550 Kilometer und sind bis zu 180 km/h schnell. Preislich starten sie bei 55.900 beziehungsweise 59.000 Euro. Für die Sportback-Version musst du nochmals 1.950 Euro drauflegen.
Das Problem: Gerade in diesem Segment schläft die Konkurrenz nicht. Viele Mitbewerber bieten mittlerweile höhere Ladeleistungen, modernere Plattformen und teils mehr Reichweite. Genau hier wird es für Audi eng.
Fazit: Der Audi Q4 E-tron bleibt ein solides Gesamtpaket mit hoher Alltagstauglichkeit, verbessertem Innenraum und sinnvollen Detail-Updates. Doch die vorsichtige Modellpflege zeigt auch, dass Audi aktuell eher reagiert als vorangeht. Wenn du Wert auf ein vertrautes Konzept legst, passt der Q4. Wenn du maximale Ladeperformance und modernste Technik willst, solltest du genauer vergleichen.
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