Air France

VW Golf 2 auf großer Reise

Air France: VW Golf 2 auf großer Reise
Erstellt am 15. November 2018

Als Romuald „Romu“ Dubreuil im Jahr 2010 seinen ersten Volkswagen kaufte, ahnte er noch nicht, welche weitreichenden Konsequenzen seine Fahrzeugwahl haben würde. Der VW Golf 2 war nämlich kein stinknormaler Zweier, sondern einer von einer Vielzahl im ehemaligen Jugoslawien gebauten Autos. Im Werk „Tvornica Automobila Sarajevo“ (zu deutsch Automobilwerk Sarajevo, abgekürzt T.A.S.) entstanden von 1972 bis 1992 insgesamt über 300.000 Fahrzeuge vom VW Käfer bis zum Golf 2, Jetta 2 und Caddy.

Erste, zaghafte Tuningversuche mit 16 Zoll Stahlfelgen

Wie der Romus Golf seinen Weg zurück nach Frankreich antrat, wo ihn der 31-jährige Mitarbeiter eines Pariser Hotels einem älteren Mann abgekauft hat, ist nicht bekannt. Fest steht nur, dass seine ersten Gehversuche in Sachen Tuning mit 16-Zoll (Stahl)-Felgen und kleinen Tieferlegungsmaßnahmen begannen, bevor er zufällig die Truppe vom Club Golf IDF kennen lernte. Zunächst fuhr er auf VW Treffen und sammelte Ideen, dann trat er dem Club bei und arbeitet seitdem aktiv hinter den Kulissen der jährlich stattfindenden „VW Days“ mit.

Richtige Tiefe lernte der Golf erst mit dem Einbau eines Luftfahrwerks kennen

In zahllosen Gesprächen mit Nenad Jovanovic vom Club Golf IDF reifte auch so manche Idee, wie man den Zweiter weiter verfeinern könnte. Dazu zählte eine standesgemäße Tieferlegung mittels G.A.S. Luftfahrwerk. Bei „R.Factory“ verlegte man die entsprechenden Leitungen, installierte Kompressor und Lufttank in der Reserveradmulde und verbaute dazu noch einen Subwoofer im linken Seitenteil des Kofferraumes. Damit es zu keinerlei Berührungen zwischen Antriebswelle und Längsträger kam, zückte man die Flex und schnitt ein wenig Blechmaterial heraus.

Maxi-Effekt dank Mini-Rädern in 17 Zoll

37 Bilder Fotostrecke | Air France: VW Golf 2 auf großer Reise #01 #02 Dermaßen abgesenkt stehem dem Zweier die BBS-Räder richtig gut. Es handelt sich dabei um RS-Modelle vom Typ 844, die nachträglich mit Bugatti Nabendeckeln ausgestattet wurden. Und obwohl ja am Golf 2 verschiedene BBS-Räder verbaut wurden, diese Rundlinge spendete ein Mini-Cooper. Die Alus in der Größe 7x17 ET48 erhielten an der Hinterachse Unterstützung von 20mm Distanzscheiben und schieben sich mit ihren 185/35er Nankang-Gummis passend unters Blech.

War hier der "weiße Riese" am Werk? Nein, der Lackierer mit "alpinweiß" in der Spritzpistole

In weiser Voraussicht spendierte Romu dem Golf an der Vorderachse 280 Millimeter große Bremsscheiben von Zimmermann mit EBC Green Belägen. Zwar pocht unter der Haube das originale 1,8-Liter-Herz mit 90 PS, aber ein Upgrade mit deutlich mehr Leistung ist nicht ausgeschlossen. Damit der Golf wieder in ordentlichem Glanz erstrahlt, gab es eine frische Schicht „Alpinweiß“ auf die Blechhaut. Die Antenne wurde entfernt, an Front und Heck tauschte Romu die Stoßstangen gegen Exemplare des Sondermodells „Pasadena“. Die verfügen über eine durchgehende, grau abgesetzte Kontrastlinie. So etwas fällt nur Kennern auf. Ebenso wie die seitlichen Embleme, die das Schloss in Sarajevo zeigen. Oder die Lufteinlassabdeckung auf der Haube von Metalplast, die Hella-Heckblende und der Heko-Spoiler am Heck.

Etwas "Innenraumluxus" zog mit den Recaros und den elektrischen Fensterhebern ein

Da er dem tristen Charme des „T.A.S.“-Interieurs nur wenig abgewinnen konnte, entschied sich Romu, seinem Zweier etwas „Innenraumkosmetik“ zu spendieren. Die Recaro-Sitze entnahm der Franzose aus einem Ford Sierra Cosworth und ließ sie im Trimm eines Golf „Memphis“ beziehen. Das Lenkrad stammt von TechArt, die nachgerüstete Armlehne von Kamei. Und für erhöhten Komfort wurden sogar elektrische Fenster nachgerüstet. Seinen Golf fährt Romu nämlich täglich und legt mit ihm auch weitere Strecken problemlos zurück – wie in diesem Jahr, wo ihn der Besuch des „Edition 38“-Meetings nach England und damit geradewegs vor unsere Kamera führte. Wir dürfen gespannt sein, welche Feinheiten sich Romu im Laufe der Zeit noch für seinen Golf überlegt. Zu den üppig dimensionierten Bremsen hat er übrigens eine ganz individuelle Erklärung parat: „Ich bin ein großer und schwerer Kerl, da soll das Auto sicher zum stehen kommen!“

Technische Daten

Fahrzeugtyp: VW Golf 2 „T.A.S.“

Baujahr: 1990

Motor: 1,8 Liter Vierzylinder Benzinmotor, 90 PS, Bosal Auspuffanlage vom Golf GTI

Getriebe: original

Fahrwerk: G.A.S. V1 Luftfahrwerk, Airride-Einbau in Kofferraum

Räder: BBS RS844 Felgen vom Mini Cooper in 7x17 ET48, 20mm Distanzscheiben an der Hinterachse, Bugatti Nabenabdeckungen

Reifen: Nankang NS-20 in 185/35 R17

Bremsen: hinten original, vorne 280mm Bremsscheiben von Zimmermann, EBC green Bremsbeläge

Karosserie: Stoßstangen vom Golf Pasadena Modell, Doppelscheinwerfer-Grill, Metalplast Haubenschlitz-Cover, Hella Heckblende, Sarajevo Seitenembleme, Neulackierung in Alpinweiss L90E

Innenraum: 964 Techart Lenkrad, Recaro-Sitze aus einem Ford Sierra Cosworth mit „Memphis“-Bezug, G60 Leder-Schaltmanschette, Kamei Armlehne, elektrische Fensterheber nachgerüstet

ICE: Becker Traffic Pro Headunit, Alpine Verstärker, Magnat 2-Wege-Lautsprecher, 8 Zoll Skar Subwoofer

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