1978er VW Golf 1 „Kanti“ mit Folger Breitbau-Kit

Vom "Lehrlingsstück" zum KFZ-Meister-Oldtimer

1978er VW Golf 1 „Kanti“ mit Folger Breitbau-Kit: Vom "Lehrlingsstück" zum KFZ-Meister-Oldtimer
Erstellt am 9. Juni 2022

Wenn es ums Tuning frischer, gerade erst auf den Markt gekommener Automodelle geht, ist Reinhard Rode oft ganz vorn dabei. Der KFZ-Meister und Chef der Tuningschmiede „Werk 2 Automotive“ aus dem schönen Traunsteiner Land in Bayern hat schon mehrmals die VAU-MAX-Seiten mit seinen coolen Umbauten geziert. Dabei hat der „Rodo“, wie ihn seine Freunde nennen, nicht nur Neuwagen in seiner Werkstatt stehen. Mit diesem VW Golf 1 GTI verbindet ihn eine mehr als nur langjährige Freundschaft.

Aus der "Werk2-Statt" rollen nicht immer nur Neuwagen

Im Sommer 2003, Reinhard war damals 15 Jahre alt und Lehrling in einem Autohaus, brachte der Zufall den jungen Schrauber und den damals schon 25 Jahre alten Einser GTI zusammen. „Der Wagen besaß den seltenen, kantigen Folger Breitbau aus den 80er Jahren, dazu den Doppelscheinwerfergrill mit vier Leuchten. Leider ohne Zulassung und in einem abgerockten Zustand“, erinnert sich Reinhard. Der Aufbereiter im Autohaus kaufte den kantigen GTI mit der Absicht zur Teilnahme bei Oldtimer-Rallyes und musste ihn aufgrund besagte Umstände wieder loswerden.

Spaltet die Meinungen wie eine Axt: Der Breitbau-Kit am VW Golf 1 GTI

Fast zwei Jahre dauerte der Umbau in der elterlichen Doppelgarage. Vier Monate musste Reinhard noch auf die Volljährigkeit warten, dann wurde der Lohn der monatelangen Entbehrungen in PS und Km/h eingeheimst. Der originale GTI-Motor wurde durch ein DX-Triebwerk ersetzt und war inzwischen auf 1,85 Liter Hubraum erstarkt, mit erleichterter Kurbelwelle und 288-Grad-Nocke bestückt, verfügte über eine ordentliche Kopf“frisur“ und eine Kennlinienzündung mit Verteiler. Die K-Jetronic wurde durch Einspritzdüsen und Mengenteiler eines Porsche 924 Turbo ergänzt. Somit standen beim GTI-Aggregat gute 160 PS auf dem „Bierdeckel“.

Reinhard baute den Golf mit Fokus auf Beschleunigung

39 Bilder Fotostrecke | 1978er VW Golf 1 „Kanti“ mit Folger Breitbau-Kit: Vom "Lehrlingsstück" zum Oldtimer des KFZ-Meisters #01 #02 Die Abgase pustet der Vierzylinder durch einen selbstgeschweißten Fächerkrümmer mit Eigenbau-Sidepipe und zwei Schalldämpfern ins Freie. In zehn Minuten ist der Wechsel gegen eine „Straightpipe“-Anlage vollzogen, so Reinhard. Mit Umbau auf Fünfgang-Technik aus einem Golf Cabrio und ultrakurzer Achsübersetzung vom Caddy gelingt der Sprint in ebenso ultrakurzer Bestzeit.

Geplatzte Benzinleitung: Der GTI war sofort "Feuer und Flamme"

Leider platzte seinerzeit die Spritleitung des Kaltstartventils und versprühte den Kraftstoff direkt auf dem heißen Auspuff. Als Ergebnis brannte der Wagen vom Kühlergrill bis zum Armaturenbrett komplett ab. Es folgte ein harter Sommer, wieder voller Entbehrungen, um den GTI wieder aufbauen zu können. Gefühlt hat es ewig gedauert, wieder eine Schneider Motorsport-Haube aus GFK zu organisieren.

Im Oktober 2007 konnte Reinhard wieder das Fahrgefühl mit KW Gewinde, seltenen ATS Cup Felgen in 9x15 und der G60/16V-Bremsanlage genießen. Eines hat sich bis heute nicht geändert: Die Musik kommt nach wie vor aus dem Auspuff, auf ein Radio verzichtet der Golf bis heute.

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Technische Daten:

Fahrzeugtyp: VW Golf 1 GTI

Baujahr: 1978

Motor: Umbau auf DX mit 1,85 Liter Hubraum, erleichterte Kurbelwelle, 288°-Schrick-Nocke, erhöhte Verdichtung, Kanäle bearbeitet, Kennlinienzündung mit Verteiler TSZ-H als Basis, K-Jetronic mit Porsche 924 Turbo Mengenteiler und Einspritzdüsen, 13-Reihen-Ölkühler, Motorraum gecleant, Leistung ca. 160 PS

Auspuff: Eigenbau-Fächerkrümmer mit Seibstbau-Sidepipe

Getriebe: 5-Gang vom Golf Cabrio mit extra kurzer Achsübersetzung vom Caddy

Räder: ATS Cup in 9x15 ET -2, 25mm Spurplatten hinten zwischen Achse und Achszapfen

Reifen: Toyo Proxes T1R in 215/45 R15

Bremsen: 280mm G60-Bremse vorne mit Ferodo DS 2500 Belägen, hinten Girling 38 Bremse, umgerüstet vom Golf 2 16V

Fahrwerk: KW Gewindefahrwerk V2, Wiechers Domstreben vorne und hinten

Karosserie: Folger Breitbau, viereckiger Doppelscheinwerfergrill, Schneider Motorhaube aus GFK, breite Rückleuchten, Neulackierung in Imolagelb

Innenraum: Armaturenbrett und Mittelkonsole beflockt, geschüsseltes OMP 340mm Lenkrad, Drehzahlmesser bis 8.000 U/min, Tacho vom 1,3er bis 200 km/h, Sparco Vollschalensitze mit 4-Punkt-Gurten, Eigenbau Verkleidungen nach Rennsport-Vorbild und mit Mikrofaser bezogen

1 Kommentar

  • Seat-Seb

    Seat-Seb

    Ganz schön Retro, aber cool das es sowas noch gibt.

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