Einfach mal abschalten: VW Polo BlueGT im Fahrbericht (2013)

Unterwegs im VW Polo mit der VW-Zylinderabschaltung ACT

Einfach mal abschalten: VW Polo BlueGT im Fahrbericht (2013): Unterwegs im VW Polo mit der VW-Zylinderabschaltung ACT
Erstellt am 8. Januar 2013

Aus vier mach zwei: Der VW Polo BlueGT kann etwas, was bislang nicht viele Fahrzeuge können: Im BlueGT wird aus einem Vierzylinder nämlich im Handumdrehen ein sparsamer 2-Zylinder. Halbierte Zylinderzahl gleich doppelte Ersparnis? Wir waren im Polo mit der innovativen Zylinderabschaltung unterwegs und haben es ausprobiert.

Im Grunde klingt es ja ganz leicht, einfach zwei Zylinder abschalten und sparen. Doch so simpel wie sich das anhört, ist diese Technik gar nicht. Und nicht rein zufällig gibt es nur ein paar wenige Hersteller, die diesen “Trick“ bislang beherrschen

Unrunder Motorlauf? – Fehlanzeige!

Wer schon einmal mit einem Old- oder Youngtimer unterwegs war, oder dessen Fahrzeug regelmäßig Besuch von Mardern bekommt, kennt die Problematik sicher zu gut. Sobald auch nur ein Zylinder seine Arbeit nicht mehr richtig verrichtet, wackelt und schaukelt es im Motorraum gewaltig. Damit dass im Polo BlueGT nicht passiert, wurde der bekannte 1.4 Liter TSI komplett überarbeitet.

Im direkten Vergleich mit den bewährten 1.4er TSI-Motor werkelt im BlueGT eine komplette Neuentwicklung. Besonders der Zylinderkopf hat es in sich, beherbergt der doch die innovative Technik ACT (Active Cylinder Management Technology). Bei Bedarf sorgen hier Stellelemente dafür, dass die Ventile des 2. und 3. Zylinders geschlossen bleiben und der Motor in den 2-Zylinder-Modus wechselt. Nun wird nur noch in den Zylindern 1 und 4 Kraftstoff eingespritzt.

Viele Grüße vom Polo GTI

Bereits nach den ersten Metern merkt man davon NICHTS. Der 140 PS Benziner hängt gewohnt satt am Gas. Den Übergang zwischen den Modi spürt man maximal beim abrupten Vollgasgeben für einen kurzen Moment.

Optisch erinnert der Innenraum keine Sekunde daran, in einer Art von BlueMotion Polo unterwegs zu sein. Vielmehr fallen uns altbekannte Designelemente des Polo 6R GTI auf. (Den Fahrbericht und das Video findet Ihr HIER.)

Die in schwarzem Lack eingefasste Mittelkonsole und dazu die Lüftungsdüsen, das sportliche GTI-Lenkrad, hier jedoch mit GT Spange, der schwarze Innenhimmel oder die perfekt ausgeformten Sportsitze sorgen für fühlbar sportives Feeling. Statt dem bekannten Karomuster kommt im Polo BlueGT allerdings ein recht wilder Mix aus Kunstleder, Alcantara und Stoff zum Einsatz. Aber sei´s drum, der Polo BlueGT passt einem quasi wie angegossen.

Ein Turbolader genügt

Doch wie fährt sich der BlueGT? Ganz einfach so, wie man es von einem Polo mit GTI-Genen erwartet! Die 40 PS weniger haben wir jedenfalls nicht wirklich vermisst, denn im für die Abschaltung festgelegten Drehzahlbereich hängt der Benziner schön satt am Gas. Beatmet wird der TSI übrigens nur noch von einem Turbolader, auf den Kompressor wurde verzichtet.

Aus vier mach zwei

Die Zylinderabschaltung registriert der Fahrer im Normalbetrieb nicht. Damit der Pilot aber dennoch informiert ist, gibt das Tachodisplay über den aktuellen Betriebszustand Auskunft. Aktiv ist das ACT allerdings in klar definierten Bereichen, d.h. im Teillastbereich zwischen 1.250 und 4.000 U/min sowie bei einem Drehmoment zwischen 25 und 100 Nm. Wer allzu kräftig aufs Gaspedal drückt bekommt sofort wieder die Kraft aller vier „Töpfe“ zur Verfügung gestellt.

Leider liegt das Einsparpotenzial trotz halbierter Zylinderzahl nicht bei den erhofften 50 Prozent, sondern bei maximal einem Liter Benzin auf 100 Kilometer. Auch das Start-Stop-System ändert daran nicht mehr viel. Verantwortlich ist die Reibung, da auch die deaktivierten Zylinder stets mitlaufen. Ein Durchschnittsverbrauch* von 4,6 Liter kann sich aber dennoch sehen lassen.

GTI und BlueMotion sieht einfach cool aus.

Um dennoch weiteres Sparpotenzial aus dem Polo BlueGT zu kitzeln, verpassten die Designer dem etwas anderen Polo einen Mix auf GTI und BlueMotion (Fahrbericht HIER klicken). So stammen die Stoßfänger zwar vom Polo GTI, haben aber beim BlueGT die Lufteinlässe im “Normalo-Look“.

Auch die verchromten Endrohre bleiben dem GTI vorbehalten. Dafür steuert der BlueMotion einen aerodynamisch optimierten und sehr cool aussehenden Heckspoiler sowie die dicken Seitenschweller bei. Die 17-Zoll-Felgen im Design “Montani“ mit ihren 215er Reifen sind hingegen nur dem BlueGT vorbehalten.

Fazit: Sparsam aber nicht Spaß-arm!

Der Polo BlueGT ist eine echt tolle und sparsame Alternative zum GTI. Das “Leistungsdefizit“ gleicht er mit einer einzigartigen Optik, günstigerem Preis, moderatem Verbrauch und einem grünen Gewissen wieder aus.

VAU-MAX-kompakt

66 Bilder Fotostrecke | VW Polo BlueGT im Fahrbericht - Die Bilder: Unterwegs im Polo mit der VW-Zylinderabschaltung ACT #01 #02 Typ: VW Polo 6R BlueGT

Motor: 4-Zylinder-Ottomotor, Direkteinspritzung, Turbolader, Zylinderabschaltung (ACT) für Zylinder 2 und 3

Leistung: 140 PS bei 5000U/min; 250Nm von 1.500-3.500 U/min

Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe mit Start-Stopp-System

Fahrwerk: Einzelradaufhängung, McPherson-Federbeine und Schraubenfedern. Hinten: Koppel-Lenkerachse, Längslenker und Schraubenfedern, elektro-hydraulisch unterstützte Zahnstangenlenkung.

Bremsanlage: Scheibenbremsen rundum vorn 288mm hinten 230mm Durchmesser

Felgen: 7J x 17 Zoll Leichtmetallfelgen

Bereifung: 215/40 R17 rundum

Fahrleistungen: 0-100km/h in 7,6 Sek.

Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h

Verbrauch: 4,6 Liter im Mix

Leergewicht: 1212kg (je nach Ausstattung)

Basispreis ab: 19.650 €

*Werksangabe

2 Kommentare

  • Baesserischris

    Baesserischris

    Wetten, dass die Motoren keine 100tausend halten? Steuerketten- und Zylinderkopfriss, kaputte Injektoren oder Turbo´s oder irgend so ein Murks kommt doch garantiert....ne gute Schlagzeile wäre mal: "VW baut Motor, der hält"
  • www.VW-Skoda.de

    Www.VW-Skoda.de

    Nicht schlecht! Man kann sportlich fahren aber auch sparsam... einziges Problem dabei... wenn ich mir die Entwicklung der Motoren von den 70ern (mein Golf 1) zu heute ansehe... die werden immer komplexer und selbst in den VW Werkstätten stehen die oft vor Rätseln wenn irgendwas nicht geht. Bei einfacher Technik konnte man mit Logik und nachdenken viele Fehler durch simple Test´s eingrenzen und dann das entsprechende Teil tauschen bzw den Fehler beheben. Heute wird sehr oft so lange getauscht bis es wieder klappt > so kommen Rechnungen zustande wo man sich schnell fragt ob es das Wert ist. Was von mir noch immer ein kleiner Traum ist, ein schöner Golf (also ein alter 1er) mit modernen TSI Motor

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