Acht-Express: Benarrow PB5 auf Basis des Audi S5

Nicht länger unbekannt! Exot mit 525 Kompressor-PS

Acht-Express: Benarrow PB5 auf Basis des Audi S5: Nicht länger unbekannt! Exot mit 525 Kompressor-PS
Erstellt am 22. Juli 2010

Du denkst nichts Böses, bist an einem sonnigen, aber nicht zu warmen Tag unterwegs in Richtung Nürburgring. Ein Termin steht an, Pressekonferenz des AvD zum diesjährigen Oldtimer-Grand-Prix. Da überholt Dich ein sportlich ausschauendes Coupé mit geilem Sound. Klingt nach Vau-Acht – aber das Ding kennst Du nicht, hast Du noch nie gesehen. Klar, dass man dann neugierig wird.

Schwein gehabt, die Kiste biegt auch ab, in Richtung Fahrerlager. Auf dem Parkplatz vor der Boxengasse hält das Gerät an, das dumpfe Grollen erstirbt.

Mal schauen, wer da aussteigt. Ne, nicht wirklich. Der Mann, der da gerade die Tür schließt, ist Harald Rettig. Der Mann, der bei Mitsubishi einst für alles rund um Allrad zuständig war, und der einige Dakar-Einsätze für die Japaner erfolgreich durchgezogen hat. Großes Hallo, es stellt sich heraus, dass Rettig mittlerweile die Pressearbeit für einen Hersteller von mobilen und stationären Asphaltmischanlagen macht.

Im vergangenen Jahr ist das Unternehmen hundert Jahre alt geworden. Und zum Geburtstag hat sich die Firma selbst ein Geschenk gemacht: Den Benarrow PB5, ein sportliches Coupé, dessen Motor gerade knisternd vor der Boxengasse abkühlt. Die Zeit für Fahraufnahmen langt nicht mehr, Termine auf beiden Seiten verhindern einen Fototermin. Den vereinbaren wir für eine Woche später, an der Mosel. Aber aus dem Fotoarchiv der Firma kommt am Nachmittag per Mail schon mal ein erstes Bild, eine Fahraufnahme des PB5 – um die Story rund um das neue Coupé anzureißen. Was die aufmerksamen Leser natürlich bemerkt haben.

Eine Woche später, in der Firmenzentrale von Benarrow in Wittlich, unweit der A48 Trier – Koblenz, direkt gegenüber einer Dunlop-Teststrecke. Draußen steht eines von drei bisher gefertigten Coupés, drinnen erfahren wir, wie es zur Entstehung des Fahrzeugs kam.

Ursprünglich sollte der Benarrow ja Benero heißen. Aber dann meldete sich ein Geschäftsmann aus dem fernen Asien. Der hatte sich just diesen Namen schützen lassen. Um nach Europa Benero-Motorroller exportieren. Also muss ganz fix ein neuer, passender Name her. So kommt es zum britisch anmutenden Namen Benarrow. Dabei steht Ben für den Familiennamen Benninghoven. Die britische Ergänzung steht mit Arrow (der Pfeil) für den sportlichen Anspruch des (schnellen) Fahrzeugs.

Nur drei Fahrzeuge sind bislang produziert

Das erste Modell von Benarrow hört auf den prosaischen Namen PB5. Der Projektstart des Erstlings liegt im Jahr 2008. Selbst gestecktes Ziel im Hause Benninghoven: Ein exklusives Fahrzeug auf die Räder stellen. Es soll Luxus mit Leistung verbinden, ein klassischer GT soll es werden.

Ein Tourer, mit ausreichend Platz für bequemes und schnelles Reisen. Ohne Krawall-Design, in zeitlosem Styling, gepaart mit einer guten Portion britischen Understatements. Eine Kombination aus italienischer Leichtigkeit mit einem guten Schuss britischen Automobilbaus. Dafür steht dann auch das Design-Team, das an der Universität in Coventry unter der Leitung von Professor Chris Johnson die Vorstellungen aus Rheinland-Pfalz umsetzt.

Ein Audi S5 liefert die Technische Basis

Herausgekommen ist ein schickes Coupé mit klassischer Linienführung. Lange Frontpartie, gewölbte Kotflügel, 2+2-sitziges Fahrerhaus. Dazu eine Heckpartie mit eingelassenen Rundleuchten, angedeutetem Heckdiffusor und Edelstahl-Auspuffanlage. Das Ganze versehen mit fetten Reifen, die Benarrow auf aus dem Vollen gefräste 20 Zoll-Alufelgen in der Optik eines Turbinenrads montiert.

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Ein Kompressor sorgt nun für 525 PS

Basis des PB5 ist ein allradgetriebener. Aus der Sportversion des Audi A5 stammt auch das Antriebsaggregat. Ein Vau-Acht mit 4,2 Liter Hubraum. Der landet bei den Motorenspezialisten von MTM in Wettstetten, unweit von Ingolstadt, dem Technikpartner von Benarrow. Das MTM-Team bringt den ohnehin nicht leistungsschwachen V8 ordentlich auf Trab. Per Kompressor zwangsbeatmet bringt es das Antriebsaggregat auf ein maximales Drehmoment von 520 Nm bei 3.800 Touren. Und lässt unter der langgestreckten Haube eine Herde von munteren 525 Pferdchen antraben.

Die 100 km/h stehen nach 4,5 Sekunden an, nach 11,7 Sekunden sollen 200 km/h erreicht sein. Bei mehr als 2,1 Tonnen Leergewicht ganz anständige Werte. Für leistungsverwöhnten und Speed-süchtige Kunden könnte Benarrow bei Bedarf noch einen Nachschlag liefern. Auf Wunsch soll eine weitere Leistungssteigerung möglich. Die Rede ist von bis zu rund 700 PS, die sich von Technikpartner MTM standfest realisieren lassen sollen.



Für Sicherheit sorgen ABS und ESP, eine Brembo-Hochleistungsbremsanlage mit 8-Kolben-Bremssätteln bringt die Fuhre zuverlässig zum Stehen. Ein aus KW-Komponenten zusammengestelltes, höhenverstellbares Fahrwerk sorgt für reichlich Fahrspaß auf den Eifellandstraßen.

Feines Leder im Innenraum des Benarrow

Überraschend bequem ist der Einstieg auf die roten Ledersitze in der ersten Reihe des PB5. Nicht allzu groß und gewichtig sollte man sein, wenn man einen der beiden hinteren Sitze entern will. Die Sitze im Heck sind einzeln umklappbar. Gegenüber dem „Ausgangsprodukt“ Audi S5 hat der PB5 in der Länge um gut 18 Zentimeter zugelegt. Das zahlt sich im Laderaum aus. Das Längenwachstum erklärt auch teilweise, neben der kompletten und luxuriösen Ausstattung, warum der „handgemachte“ PB5 nicht gerade zu den Leichtgewichten zählt. Trotz der Verwendung von Alu und Kohlefaser als Baumaterial.

Ein echter Hingucker ist auf alle Fälle der Schaltknauf. Hier zeigt sich die Liebe zum Detail. Den äußeren Rand des Schaltknaufs ziert ein stilisiertes Zahnrad. Eine offenkundige Hommage an die Anfänge des Unternehmens und an die Metallverarbeitung. Das Zahnrad ist auch im Firmenlogo an Front, Heck und Fahrzeugseiten präsent.



Die Qual der Wahl hat der Kunde nicht nur bei der Farbe seines Fahrzeugs. Auch über die Lederausstattung im Innenraum muss er sich ein paar Gedanken machen. Etliche Farben stehen zur Auswahl, es darf auch zweifarbig kombiniert werden. Vielleicht ist bei ausreichender Nachfrage auch der Verzicht auf die aus dem Audi-Regal stammenden Bedienelemente in der Mittelkonsole möglich. Hier könnten stilgerechte, Schalter oder Kipphebel aus Alu zum Einsatz kommen.

Zwei bis drei Benarrow sollen im Monat produziert werden

Zwei bis drei Fahrzeuge im Monat kann und will Benarrow in Großbritannien bauen. Vom Eifelstädtchen Wittlich aus sollen sie in alle Welt verkauft werden. Drei Exemplare sind bereits gebaut. Zwei stehen in Deutschland, eines fährt durch Bukarest.

Passend zur Asphaltmischanlage können sich Benninghoven-Kunden jetzt einen GT im Understatement-Look kaufen. Oder auch jeder andere Kunde, der den Kaufpreis von 215.000 Euro, plus Mehrwertsteuer, zahlen kann – und will. Eine Nachricht für Liebhaber des gepflegten Offenfahrens, die sich für den PB5 interessieren. Eine Cabrio-Version des PB5 ist bereits in Planung.

VAU-MAX kompakt: Benarrow PB 5 - Die technischen Daten

Viersitziges Coupé auf Basis des Audi A5 oder S5

Länge: 4.732 mm

Breite: 1.891 mm

Breite: (inklusive Spiegel) 2.000 mm

Höhe: 1.390 mm (+/- 10 mm wg. höhenverstellbarem Fahrwerk: KW-Komponenten

Motor: V-Achtzylinder mit MTM Kompressor, 4.163 ccm Hubraum, Leistung 386 kW / 525 PS, maximales Drehmoment 520 Nm bei 3.800 U/min, Allradantrieb

Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe oder Automatik

Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 4,5 Sekunden

0 auf 200 km/h in 11,7 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h

Leergewicht: 2.130 kg

Felgen: 9,0J x 20 mit ET 30 auf Dunlop Sportmaxx GT 265/35 (andere Dimensionen wählbar)

Preis: 215.000 Euro plus Mehrwertsteuer

Hersteller: Benarrow - www.benarrow-cars.com

42 Bilder Fotostrecke | Acht-Express: Benarrow PB5 auf Basis des Audi S5: Nicht länger unbekannt! Exot mit 525 Kompressor-PS #01 #02

3 Kommentare

  • storm-rider

    Storm-rider

    stimme euch zu. weg damit!!
  • Audi-RS4

    Audi-RS4

    Das sehe ich genau so. Ein A5 hat eine der besten Linienführungen die man sich denken kann. Da muss man nicht mehr rumbasteln. Allerdings gibt es mit Sicherheit genug Leute die zu viel Geld haben und sich sowas als 23sten Wagen in die Garage stellen. Hauptsache das Ding ist schön teuer.
  • patx

    Patx

    Schön hässlich, die Front geht gar nicht und das Heck ist unwesentlich von Ferrari inspiriert...

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