Erste Fahrt im neuen Audi Q4 e-tron 50 Sportback Quattro

Audi Q4 e-tron im Fahrbericht

Erste Fahrt im neuen Audi Q4 e-tron 50 Sportback Quattro: Audi Q4 e-tron im Fahrbericht
Erstellt am 31. Mai 2021

Mit dem Audi Q4 e-tron 50 Sportback quattro eröffnet der Ingolstädter Autobauer die Power-Attacke des VW-Konzerns. Bei einer ersten Testfahrt hinterließ das Top-Modell einen guten Eindruck. Die Geheimnisse des Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB), auf dem eine ganze Flotte von Elektromobilen des VW-Konzerns basiert, sind fast alle gelüftet.

Eine Frage bleibt noch: Was kann die vorläufige Top-Version mit 220 kW / 299 PS, einem Drehmoment von 460 Newtonmetern und Allradantrieb? Schließlich kommen noch der VW ID.4 als GTX und der Skoda iV RS als Power-Varianten der jeweiligen Modellreihe. Die Speerspitze dieser Kraft-Offensive bleibt jedoch Audi vorbehalten, die mit dem Q4 e-tron 50 quattro ab Juni zeigen, was in der Konzerntechnik steckt.

Angesichts dieser Leistungsdaten dürften die Fans der US-Elektro-SUVs namens Ford Mach-E oder Tesla Model Y die Backen aufpusten und mitleidig mit den Augen rollen. Doch die erste Testfahrt mit dem Ingolstädter E-Crossover zeigt, dass man auf bundesdeutschen Landstraßen und Autobahnen mit einer Sprintzeit von 6,2 Sekunden zu den Alphatieren gehört, wenngleich der Volvo-Modus, sprich die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h den Power-Gedanken etwas kontrakariert. Schließlich ist der Jaguar I-Pace EV400 S AWD um 20 km/h schneller. Doch da versalzt vermutlich die Konzernräson und eventuell die Limitierungen des MEB den Audi-Ingenieuren die Suppe.

Immerhin kommt der Jaguar mit einer 90 Kilowattstundenbatterie, während die Energiespeicher des Audi es auf 82 kWh (76,6 kWh netto) bringen. Damit soll der Audi Q4 e-tron 50 quattro bis zu 497 Kilometer (WLTP) weit kommen. Bei unserer Testfahrt hätten wir nach 347,7 Kilometern nach einer Ladesäule suchen müssen und der Durchschnittsverbrauch inklusive Autobahnetappen mit kurzzeitiger Höchstgeschwindigkeit pendelte sich bei 21,7 kWh/100 km ein, das sind lediglich 0,8 kWh/100 km mehr, als Audi angibt. Dass die maximale Gleichstrom-Ladeleistung lediglich 125 kW beträgt, passt nicht zum Hightech-Anspruch des Audi. Da sollte es im Laufe des Jahres ein Update geben. Andere können da schon mehr. Laut Audi soll die Batterie beim schnellsten Ladetempo in 38 Minuten von 5 auf 80 Prozent gefüllt sein. Hängt man den Q4 e-tron 50 Sportback quattro an eine 11 kW-Wallbox vergehen 7,5 Stunden, um die leeren Akkus vollständig zu füllen.

Der Audi Q4 e-tron 50 quattro wird von zwei Elektromotoren befeuert: Hinten ist es eine permanenterregte Synchronmaschine (PSM) mit 150 kW / 204 PS) sowie 310 Newtonmeter Drehmoment und vorne eine Asynchronmaschine (ASM), die es auf 80 kW (109 PS) und 162 Newtonmeter bringt. Der Vorteil dieser „Mischbauweise“ ist, dass der ASM ohne Schleppverluste mitlaufen kann und blitzschnell am Vortrieb teilnimmt. Sozusagen die elektrische Version eines Hang-On Allradantriebs. Diese Antriebsarchitektur erweist sich im Zusammenspiel mit der Mischbereifung (255er 21 Zoll Pneus hinten und 235er vorne) als Freudenspender und in Sachen Fahrspaß mischt der Audi in seinem Segment ganz oben mit. Für den 4,59 Meter langen Audi mit einem Wendekreis von lediglich 10,2 Metern sind Kurven eine natürliche Umgebung. Nur wenn es mit viel Karacho um enge Ecken geht, macht sich das Gewicht von 2.140 Kilogramm bemerkbar und der Q4 e-tron schiebt sachte nach außen. Die präzise agierende Progressivlenkung trägt ihren Teil zu dieser Agilität bei, ist aber nicht so mitteilsam, wie wir uns das wünschen.

Das Fahrwerk mit den adaptiven Dämpfern kommt dagegen mit der Masse des E-SUVs problemlos klar und ist auch im Dynamik-Fahrprogramm nicht übertrieben straff. Interessanterweise wird in diesem Modus automatisch Stufe zwei von drei Rekuperationsstärken aktiviert. „Wir denken, dass ein sportlicher Fahrer gerne mit den Wippen am Lenkrad agiert“; erklärt der technische Projektleiter Michael Kaufmann. Allerdings wird hier nicht geschaltet, sondern die Stärke der Energierückgewinnung verändert. Wer sich das sparen will, nutzt einfach die B-Funktion der Automatik, die gleichbedeutend mit Stufe drei ist. Ansonsten bieten die bekannten Fahrmodi Comfort und Auto die übliche Funktion.

Interessant ist das Efficiency-Programm, bei dem die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h begrenzt wird (kann per Gaspedal-Durchtreten überstimmt werden). In diesem Fahrprogramm ist das Zusammenspiel zwischen der Navigation, den Sensoren und dem Antriebsstrang auf größtmögliche Effizienz ausgelegt und das bedeutet für die Audi-Ingenieure segeln statt rekuperieren. Erkennt das System etwa den Beginn einer Stadt, sind die Bremseingriffe nicht ganz so brachial, sondern subtiler und dafür länger.

Das Zusammenspiel der Systeme funktioniert wie aus einem Guss und ist eine der großen Stärke des Audi Q4 e-tron. Der Infotainment-Prozessor ist der gleiche, wie er in im großen SUV-Bruder Audi e-tron zum Einsatz kommt. Dementsprechend geschmeidig läuft die Bedienung auch im Q4 e-tron ab. Das Head-Up Display projiziert die grafischen Hinweise in der virtuellen Größe eines 70-Zoll-Monitors, allerdings ist bei dem fliegenden Navigationspfeil der Kontrast zu niedrig.
„Das ist ein Problem, daran arbeiten wir“, gibt Kaufmann zu. Im Interieur findet sich der Audi-Fahrer mit dem 10,1 Zoll großen Touchscreen (später 11,6 Zoll möglich) und den 10,25 Zoll großen Cockpit mit den virtuellen Instrumenten schnell zurecht. Das Interieur des Q4 e-tron ähnelt dem der Modelle mit Verbrennungsmotor. Das soll den Autofahrern den Umstieg auf die Elektromobilität erleichtern. Auch die Materialien fühlen sich nach Audi an und die Klappe des Handschuhfachs wertiger als beim Skoda Enyaq. Ob das den Aufpreis von einigen Tausend Euro gerechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden.

20 Bilder Fotostrecke | Erste Fahrt im neuen Audi Q4 e-tron 50 Sportback Quattro: 2021er Audi Q4 e-tron im Fahrbericht #01 #02 Beim Platz ist der Audi E-SUV dann wieder ganz Elektromobil. Selbst im Fond bleibt trotz des Coupédaches um den Kopf herum nicht eng. Auch der Kofferraum ist mit 535 Litern auch beim Sportback groß genug, legt man die Lehnen der Rückbank um, entsteht eine ebene Ladefläche und das Volumen wächst auf 1.460 Liter an. Bleibt noch der Preis des Audi Q4 e-tron 50 quattro. Wer sich dieses Topmodell holen will, legt mindestens 54.500 Euro auf den Tisch. Allerdings sollte man sich überlegen, ob man die schicken 21-Zoll-Reifen montieren lässt, denn die produzieren deutliche lautere Abrollgeräusche als die 20 Zoll-Pneus. Wer auf den Allradantrieb und PS-Kraft verzichten kann, sollte sich ab Juni den Audi Q4 40 e-tron mit 150 kW / 204 PS und Hinterradantrieb genauer anschauen, mit dem man ebenfalls flott unterwegs sein kann. Der kostet als Sportback 49.500 Euro und ist mit 534 Kilometern der Reichweitenmeister der Baureihe.

Wolfgang Gomoll; press-inform

Video-Vorstellung – Normal ist das nicht VW GTE-up! So sportlich kann ein E-Auto sein! Der Sommer ist da! Passend dazu hat unser Krümel endlich sein neues Outfit bekommen. Durch die Kombination aus GTI und e-up! wurde er zum VW GTE-up! Videofahrbericht: Skoda ENYAQ iV 80 im ersten Test + RS Infos Ist der Skoda ENYAQ doch der bessere VW ID.4 ? Das erste E-Modell auf MEB-Plattform der Marke Skoda ist da, der neue ENYAQ iV. Wir sind das noch aktuelle Topmodell als Enyaq 80 iV gefahren. Zudem gibt es im Erste Fahrt im 2022er Hyundai Ioniq 5 4WD So gut ist der Hyundai-Konkurrent des ID.4 und Skoda Enyaq Mit dem Ioniq 5 stellt der koreanische Hersteller einen optisch und technisch gelungenen ID.4-Konkurrenten auf die Räder. Allerdings hat der ansehnliche Asiate

Datenblatt Audi Q4 e-tron 50 Sportback quattro
Typ: Elektro-SUV
Motor: Zwei E-Maschinen
Leistung in PS (kW) bei U/min-1: 299 (220)
Max. Drehmoment (Nm) bei Umin-1: 460
Höchstgeschwindigkeit (km/h): 180
Beschleunigung 0-100 km/h (sek.): 6,2
Getriebe: Eingang-Automatik
Antrieb: Allradantrieb
Tank (L): 82 / 76,6 (netto)
Verbrauch EU-Drittelmix (l/100 km): 20,9 (WLTP)
CO2-Ausstoß (g/km): 0
Gewicht, Herstellerangabe (kg): 2.140
max. Zuladung (kg): 575
Abmessungen (L/B/H): 4.588 / 1.865 / 1.614 (L/B/H)
max. Ladevolumen (L): 535 bis 1460
Preis (Euro): 54.900
Basismodell: 43.900
Effizienzklasse: A+

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