Achtung Suchtgefahr!

Ferientipp: Die spektakulärsten Automuseen in Deutschland – Teil I

Achtung Suchtgefahr!: Ferientipp: Die spektakulärsten Automuseen in Deutschland – Teil I
Erstellt am 7. Juni 2024

Deutschland und seine Autos – das ist eine ganz besondere Geschichte. Das ist nicht allein durch seine Vielzahl unterschiedlichster Automuseen zu sehen. Von der kleinen Privatsammlung bis zur Prachtausstellung der großen Marken gibt es einiges zu bewundern. Eine kleine erste Auswahl für den freien Sonntag bei schlechtem Wetter, die jeden Besuch wert sind. Keine Autosammlung hat in den vergangenen Monaten zwei Jahren derart viel Aufmerksamkeit bekommen als das „Nationales Automuseum - The Loh Collection“ in Dietzhölztal-Ewersbach. Hier kreierte der Großindustrielle Friedhelm Loh eine der spektakulärsten Fahrzeugausstellungen Europas.

In der unbekannten Gemeinde im mittelhessischen Niemandsland wurde aus der Firma Rittal ein Weltkonzern für Stahlschränke, Schaltanlagen und Softwareanwendungen. An seiner Spitze seit seinem 27. Lebensjahr: Friedhelm Loh, der mit dem Familienkonzern zu einem der reichsten Deutschen wurde. Die breite Öffentlichkeit hatte von seiner automobilen Sammelleidenschaft bisher nichts, denn Friedhelm Loh bediente damit lange Jahre ausschließlich den Privatgenuss. Wer die Sammlung besucht (Museumsstraße 1, 35716 Dietzhölztal-Ewersbach), dem werden die Augen übergehen, denn anders als die beeindruckenden Markenmuseen von Audi, BMW, Mercedes oder Porsche sammelt Friedhelm Loh seit mehr als 35 Jahren markenübergreifend mit einer großen Liebe zu Motorsport und technischer Finesse.

Doch nicht nur Motorsportfans kommen in der grandiosen Ausstellung von aktuell rund 150 Exponaten auf ihre Kosten. Das Museum selbst ist als umgebaute Industriehalle dabei kaum weniger sehenswert als viele der höchst unterschiedlichen Fahrzeuge, denn in den mehr als 7.500 Quadratmeter großen Ausstellungshallen lässt es sich in unterschiedlichste Themenwelten eintauchen. Hier eine Steilkurve mit Le-Mans-Rennern, da ein überdimensionaler Setzkasten mit Renn-, Touren- und Sportwagen oder der pittoreske Lieblingsbereich des Friedhelm Loh – die Bugatti-Themenwelt mit grandiosen Einzelstücken und einem unwiederbringlichen Archiv.

Architektonisch gibt es wohl kein sehenswerteres Automuseum in Deutschland als das Nebengebäude des BMW-Vierzylinders. Die BMW-Konzernzentrale, in Rekordzeit von 1970 bis 1972 anlässlich der Olympischen Spiele entstanden, wurde zusammen mit dem BMW Museum (Am Olympiapark 2, München) kreiert, dass viele Münchner allein „die Schüssel“ nennen. Beide Gebäude am Petuelring, mittlerweile um die moderne BMW-Welt erweitert, gehören zu den bekanntesten Gebäuden ganz Bayerns und sind Ikonen der deutschen Automobilgeschichte. Das gilt auch für viele Fahrzeuge, die im Museum zu bewundern sind vom ersten 7er BMW über die Wasserstoffmodelle bis hin zum elektrischen BMW 02, der bereits beim Marathon der Olympischen Spiele 1972 zum Einsatz kam.

Regelmäßig gibt es darüber hinaus wechselnde Sonderausstattung, während ganzjährig Modelle, Prototypen und Designkreationen aus mehr als 100 Jahren BMW-Geschichte zu sehen sind. Neben allen Fahrzeugen und Technikträgern auf zwei und vier Rädern ist das BMW Museum selbst kaum weniger sehenswert und wird daher nicht nur von Designfans besucht, die in die Ära der innovativen 1970er Jahre eintauchen wollen. Wer es moderner mag, besucht gleich noch die benachbarte BMW Welt; nicht allein bauliche beeindruckend.

Das Mercedes Museum wird in diesem Jahr volljährig. Der spektakuläre Bau in Stuttgart -Untertürkheim wurde im Jahre 2006 eröffnet. Seither haben über zwölf Millionen Menschen das Museum und seine zahlreichen Veranstaltungen besucht. Das breite Portfolio der ausgestellten Fahrzeuge aus rund 130 Jahren Automobil- und damit Sternengeschichte ist vom Benz Patent Motorwagen über Luxusmodelle der Vorkriegszeit oder den 300 SL Flügeltürer sowie den weißherbst-farbenen Prototypen des C111 bis hin zu Einzelstücken oder Promimodellen von Lady Diana spektakulärer denn je.

Einen ungewöhnlichen Service bietet das Sternen-Museum (Mercedes-Straße 100, Stuttgart) seit kurzem Menschen mit Farbenblindheit an, die Farbtöne nicht wahrnehmen. Für Besucher mit dieser Einschränkung bietet Mercedes nun spezielle Brillen an. Diese filtern präzise einen kleinen Teil des Farbspektrums aus dem sichtbaren Licht und machen es so möglich, ein erweitertes Spektrum an klaren, lebendigen Farben zu sehen. Das Ergebnis ist ein deutlich farbigeres und kontrastreicheres Wahrnehmen der Umgebung. Das Museum entwickelt sich am Wochenende regelmäßig zu einem automobilen Fantreff, denn „Classics & Coffee“ nach US-Vorbild zieht von Frühjahr bis Herbst regelmäßig hunderte Autofans mit ihren eigenen Young- und Oldtimern an. „Wir freuen uns, wieder viele Classics & Coffee-Fans mit ihren Fahrzeugen und Geschichten bei uns auf dem Hügel willkommen zu heißen“, sagt Museumsleiterin Bettina Haussmann, Leiterin Mercedes Museum, „das Klassikertreffen mit seiner lässigen, ungezwungenen Atmosphäre hat sich als ein Event mit Strahlkraft in der Region und darüber hinaus etabliert.“

Ebenfalls einen umfangreichen Abstecher in Süddeutschland wert ist das Audi Museum, das Ende 2000 eröffnet wurde. Direkt neben der Ingolstädter Audi-Zentrale gibt es im baulichen Arrangement des Audi Forums das Museum Mobile (Auto-Union-Straße 1, Ingolstadt), das mit seiner aufwendigen Glaskonstruktion nicht nur aufgrund der ausgestellten Fahrzeuge einmal besucht werden sollte. Hier wird die Unternehmenshistorie ebenso thematisiert wie der technologische Fortschritt des Automobilbaus und die Stellung im Volkswagen Konzern. Durch die Einbettung der Exponate in wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen bietet das Museum viel mehr als eine reine Technikausstellung.

Besonders sehenswert sind dabei Vorträge und die wechselnden Sonderausstellungen, Einzelstücke aus der Markenhistorie, ungewöhnliche Filmautos oder die zahlreichen Rennsportmodelle, die auf Rallyekursen und Rundstrecken der ganzen Welt von Afrika bis Le Mans jahrzehntelang für Furore sorgten. Einen besonderen Platz im Ingolstädter Museum bekommen die Designkreationen der vergangenen Jahrzehnte von Studien, die es nicht in die Serie schafften oder dem Markenslogan Vorsprung durch Technik mit Fahrzeugen wie dem Audi TT oder einem Audi 100 / 200 oder Audi A8 ein Leben gaben. Patrick Solberg; press-inform

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