Generationenvertrag: K70

Ein ganz besonderer Volkswagen

Generationenvertrag: K70: Ein ganz besonderer Volkswagen
Erstellt am 1. September 2009

Nicht selten kommt es vor, dass ein Auto mehr Jahre auf dem Buckel hat als sein Besitzer. Pascal war noch gar nicht auf der Welt, da war sein Wagen schon gut eingefahren. Seitdem der Franke die Schlüssel für die rote Limousine in seinen Händen hält, dreht sich der Kilometerzähler nicht mehr so flott.

Als Automobilfreund muss man sich allerhand anhören. Sprüche wie „Kommt man denn damit auf eine TÜV-Rampe?“ zählen da noch zu den harmlosesten. Pascal kennt das nur zu gut. Das sind die Tage, an denen er mit seinem Corrado unterwegs ist.

Seinen grandiosen VW Corrado G60 haben wir euch ja bereits auf VAU-MAX.de vorgestellt.

Heute machen wir einen Abstecher in die entferntere Vergangenheit. Parallel zum Tuning hegt der Bankkaufmann nämlich noch eine zweite Leidenschaft, nämlich die fürs Thema Oldtimer!

Es geht auch ohne Tuning

1999 wurde unser VW-Fan aus dem bayrischen Himmelstadt durch einen Artikel in einer Oldtimerzeitschrift zum ersten Mal auf die kantige Limousine aufmerksam. Der VW, der eigentlich keiner war, hatte es Pascal angetan. „So einen sieht man nicht an jeder Ecke und vor allem nicht auf jedem Treffen dutzendfach!“, so der 28jährige. Genau das richtige, um aus der Masse hervorzustechen. Auf Tuning sollte ganz verzichtet werden, dafür war schließlich der Corrado da. Originalität hieß das Motto, welches fortan auf den Fahnen stand.

Zwei Jahre später, also 2001, stand dann endlich auch der lang ersehnte K70 in der heimischen Garage. Pascal wetzte schon die Werkzeuge, das bisschen Schweißarbeit macht sich doch von allein. Denkste! Je weniger vom Komplettfahrzeug übrig blieb und je grösser der Teileberg auf der anderen Garagenseite wurde, desto deutlicher dämmerte Pascal dass hier außer Spesen nichts gewesen war.

Die Anzahl der gänzlich vom braunen Fraß befallenen Stellen bewegte sich auf über 40, bald war mehr Gebrösel vorhanden als intaktes Blech. Als dann noch ein vertuschter Unfallschaden hinter dem linken Seitenschweller zum Vorschein kam, war das Restaurationsprojekt endgültig gestorben. Pascal musste wieder Corrado fahren. Und weitersuchen...

K70 im zweiten Anlauf

Wir schreiben inzwischen das Jahr 2007, durch eine Verkettung glücklicher Umstände stieß Pascal im Forum des 1. internationalen K70-Clubs (www.k70-club.de) auf ein interessantes Verkaufsangebot. Ein 73er Baujahr, Kasanrot, stand zum Verkauf. Schnell wurde man sich handelseinig. Die seriöse Quelle und gut erhaltene Substanz des Wagens machten nur einige wenige Reparaturen notwendig, welche noch in der Werkstatt des Vorbesitzers durchgeführt wurden.

Im Oktober 2007 war es dann endlich soweit. Pascal und sein K70 konnten die knapp 350 Kilometer lange Überführungsfahrt auf eigener Achse antreten. Der original belassene 1,6 Liter Motor mit seinem Solex 40 DDH Flachstrom-Doppelvergaser schnurrte dabei brav vor sich hin und ließ keinen Zweifel über seinen sehr guten Erhaltungszustand aufkommen.

Im K70 bis an den Wörthersee

Die Reparaturspuren wurden mittels Smart-Repair Lackierung wieder ausgebügelt, so dass der kasanrote Originallack bis auf die Schweller und die hinteren Seitenteile nicht angetastet werden musste. Die weißen Frontblinker fanden ihren Weg vom Exportmodell an Pascals K70. Er wird nicht viel bewegt, eigentlich nur bei schönem Wetter. Ausnahmsweise gönnte sich Pascal eine Ausfahrt zum Wörthersee 2007. Natürlich auf eigener Achse.

Den hohen Fahrkomfort und das sichere Fahrverhalten seiner Limousine weiß er zu schätzen. Genau wie die Blicke, die ihm allerorten zuteil werden. Es ist eine Mischung aus Anerkennung, Respekt und Staunen. Viele wundern sich über diesen kantigen „Derby“ oder „Audi“ mit VW-Emblem.

Manche fühlen sich in ihre Jugend zurückversetzt und zücken die Kamera um ihren Kindern zu zeigen was sie doch mal selbst für ein Auto gefahren haben. Und dann ist da noch die Sache mit den Kommentaren. „Neulich“, erinnert sich Pascal, „kam ein Mann mittleren Alters auf meinen K70 zu und guckte sich sichtlich irritiert die Vorderräder an. Wo denn wohl die vorderen Bremsen seien, fragte er und antwortete sich sogleich selbst: ,Tja, damals haben die wohl nur hinten gebremst.'...“

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VW K70: Das ungeliebte Kind

Die ganze K70-Story könnt ihr hier nachlesen!



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VAU-MAX kompakt

Fahrzeugtyp: VW K70

Baujahr: 02/1973

Karosserie: Restauriert, sonst original, Smart-Repair Lackierung, weisse Export-Blinker, Original-Erstlack „Kasanrot“

Räder & Reifen: originale Kolbenschmidt-Felgen in 5Jx14 ET46, 175/70 R14 Fulda Bereifung

Fahrwerk: original

Motor: Wassergekühlter Reihenvierzylinder mit oben liegender Nockenwelle, 1605 cm³ Hubraum, Kennbuchstabe DB, Bohrung x Hub = 82x76mm, Verdichtung 8,0:1, Solex Flachstrom-Doppelvergaser 40 DDH, Leistung: 55 kW (75 PS)

Bremsen:original

Innenraum:originale, silbergraue Velours-Ausstattung

ICE:Radio Modell „Emden“, 1 Lautsprecher

Dank an:alle, die mich unterstützt haben, Autoteile Thimm, den 1. internationalen K70-Club

48 Bilder Fotostrecke | Generationenvertrag: K70: Ein ganz besonderer Volkswagen #01 #02

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1 Kommentar

  • VWTeam.com

    VWTeam.com

    Schade, dass solche Autos heute nicht mehr gebaut werden. Es geht doch nichts über einen absolut originalen alten VW.

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