Ein etwas andere Fahrbericht: Ausflug im VW Karmann Ghia Typ 14

Der VW Karmann Ghia weckt auch noch heute Emotionen

Ein etwas andere Fahrbericht: Ausflug im VW Karmann Ghia Typ 14: Der VW Karmann Ghia weckt auch noch heute Emotionen
Erstellt am 1. September 2009

Tief sitzt man im 1972er Karmann Ghia. Die roten Ledersitze des Typ-14 sind gemütlich weich. Mit einem Klack fällt die Fahrertür ins Schloß. Beim Blick auf das spartanische Armaturenbrett fallen sofort die zwei Uhren ins Auge: Tachoanzeige und analoge Uhr. Ein Drehzahlmesser ist genauso nicht existent wie ein Radio. Das spindeldürre Lenkrad verschwindet in den Handflächen – ein Hauch von Nostalgie weht in der Fahrgastzelle der Karmann Ghia Typ 14.

Dem Autobauer Karmann aus Osnabrück geht es heute so schlecht wie nie. Die traditionsreiche Firma kämpft ums wirtschaftliche Überleben. In Wolfsburg und in der Belegschaft im Stammwerk kursieren Gerüchte, dass Karmann eventuell eine weitere Marke im VW-Konzern wird. Neben diesem Gerede denken viele aber auch an die alten Automobilklassiker aus Osnabrück. So fuhren jüngst einige Karmann Ghia auf der Sachsen Classic im Team Volkswagen. Ein Grund mehr uns den Karmann Ghia Typ 14 noch einmal genau anzusehen.

Die Fahrt kann los gehen

Kupplung treten und vorsichtig den zierlichen filigran wirkenden silbernen Zündschlüssel drehen. Der Anlasser kurbelt und kurz darauf meldet sich der 50 PS starke luftgekühlte Motor im Heck des 36 Jahre alten Coupés. Es ist der typische Käfer-Sound. Kein Wunder, denn diese rollende Rarität wurde auf Basis des Wolfsburger-Erfolgsmodells gebaut. Langsam Kupplung kommen lassen und ein bisschen Gas geben. Der Ghia setzt sich in Bewegung und chauffiert den Piloten Richtung Dresden.

Auf den Landstraßen Sachsens liegt der Karmann sportlich auf der Strasse. Gejohle und winkende Hände am Strassenrand. Die Begeisterten Zuschauer fliegen vorbei, während der Beifahrer die Route vorgibt. Dieses Sportcoupé weckt noch immer Emotionen. Nicht verwunderlich, denn in diesem Volkswagen fahren ist absoluter Purismus.

Nachdem ich kurz vor Ende der Fahrt den kleinen Blinkerhebel betätigt habe, gleiten die Gedanken in die Vergangenheit ab. In die Zeit, als der Karmann Ghia begann, die Republik zu erobern. Entworfen wurde das Design des Prototypen bei der Carozzeria Ghia in Turin. Luigi Segre, galt lange Zeit als designtechnischer Vater des VW-Klassikers. Der Maschinenbauer stellte jedoch nur den Kontakt zu Karmann nach Osnabrück her.

So startete die Serienproduktion des Typ 14 im Jahr 1955. Mehr als 443.000 Autos des als Hausfrauenporsche bezeichneten Modells verließen das Werk in Osnabrück. Gebaut wurde der Ghia auf Basis des VW-Käfers. Er war aber deutlich aufwendiger in der Produktion. Das ist heutzutage aber egal. Die Freude am Fahren ist im Karmann Ghia Typ-14 bestimmt die gleiche wie vor 36 Jahren. Der Hauch von Nostalgie jedoch gibt dem Ganzen eine besondere Note.



Text & Fotos: Tim Westermann

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