Der lange Weg zum Glück

The deep Thing – VW Kübel als Lifestyler

Der lange Weg zum Glück: The deep Thing – VW Kübel als Lifestyler
Erstellt am 5. April 2019

Die Entscheidung so ein „Ding" zu kaufen, fiel bei Mathias Beitzel schon vor über 20 Jahren. Jeden Tag, wenn er auf dem Heimweg von der Schule war, stand ein Kübel an der Straße oder in der Einfahrt des Nachbarn und schürte auf Dauer in Mathias das Verlangen, endlich so ein Ding selbst zu besitzen.

Im Mai 2012 war es dann soweit. Von einem Freund stand ein VW-Kübelwagen zum Verkauf und die Eckdaten „zerlegt aber komplett" klangen vielversprechend. Theoretisch also nur zusammenbauen, ein wenig Lack drüber und gut ist – so war der Plan. Praktisch sah es dann aber leider ganz anders aus. Als absoluter Neuling auf dem Luftgekühlten-Sektor fiel es Mathias erst gar nicht auf, dass Teile fehlten. Das kam erst nach und nach während des Zusammenbaus heraus, und da hatte so einiges gefehlt.

Augen zu und durch

Mathias sein Ziel war es nicht, das Auto wieder original aufzubauen, sondern es sollte so werden, wie es ihm gefällt. Was ihm da vorschwebte war tief, ohne Chrom und ein wenig rattig. „So, dass man halt nicht die ganze Zeit putzen muss. Das mach ich ja schon bei meinem Polo zu Genüge“, so sein Kommentar.

Restaurierung und Umbau zugleich

Schweißarbeiten waren, außer an den Türen, keine nötig. Beide Bodenhälften hatte der Vorbesitzer schon erneuert. Somit musste die Karosserie nur abgeschliffen und neu in Farbe gehüllt werden. Dies geschah allerdings nicht beim Lackierer, sondern zu zweit per Farbroller in der heimischen Garage. Danach wurde das Auto Stück für Stück komplettiert. In der Zwischenzeit konnten auch alle wichtigen Teile organisiert werden.

Am Schluss war die Liste der ein- und umgebauten Teile ganz schön lang geworden:

Verstellbare Vorderachse, Hinterachse durch Verstellen der Schwerter angepasst, vier rote Koni-Dämpfer, alle Verschleißteile neu, komplettes Set Tarnleuchten vorne und hinten, Beleuchtung auf H4-Scheinwerfer vom Golf 1 umgebaut, originaler Bundeswehr-Endschalldämpfer, rote Heckleuchten, ein neues, gebrauchtes Getriebe und ein neuer Motor, ebenfalls gebraucht.

Erste Ausfahrt per Anhänger zum zweiten Flachland-Treffen

Danach wurden über den Winter die letzten Restarbeiten erledigt, damit 2015 alles für den TÜV bereit war. Nach drei Jahren war es dann endlich soweit. Die Plakette war dran, und es konnten die ersten Ausfahrten in der Region durchgeführt werden. Allerdings waren diese mehr oder weniger ernüchternd. Da von Anfang an ein 1.200er Motor verbaut war, und der alles andere als eine Rennmaschine ist, war schnell klar, da musste mehr Leistung her.

Der 1.200er Boxer löst sich in blauem Qualm auf

Noch zwei Jahre lang blieb es bei vielleicht 30 PS, in der dritten Saison passierte es dann. Nach einem Roadtrip von Stuttgart nach Hamburg zum World Snshots BBQ 3.0 und zurück quittierte der Motor 60 Kilometer vor der heimischen Garage mit lauten Geräuschen und viel blauem Qualm seinen Dienst. Somit wurde die Entscheidung für einen neuen Motor getroffen. Dieser wurde dann im Herbst 2016 gekauft und im Winter zu 2017 neu aufgebaut. Vom ursprünglichen Motor blieben dann im Endeffekt nur noch das Gehäuse, die Kurbelwelle und die Pleuel übrig, alles andere wurde durch neue Teile ersetzt, darunter eine optimierte Nockenwelle, die Kolben, Zylinder und Zylinderköpfe, Vergaser, Ölkühler und Ölpumpe sowie der Gebläsekasten inkl. Blechabdeckungen. Zusätzlich wurde mit Kai Müsing an einem Wochenende das Fahrwerk noch auf Airride umgebaut.

Die neue Saison verlief dann ohne größere Probleme, sodass im Winter nur ein paar kleine Instandhaltungsarbeiten nötig waren. Des Weiteren wurde noch das Verdeck inklusive der Steckfenster, welches in Indonesien bestellt wurde, erneuert. Die Bundeswehr-Endschalldämpfer mussten einer Supercompetition-Auspuffanlage weichen und neue Räder wurden verbaut, die per Zufall in Berlin zum Kauf angeboten wurden.

„Aktuelle Autopläne für die Zukunft? Mmmh, Weber-Doppelvergaser verbauen, den Motor ein wenig hübsch machen, und einfach nur Spaß damit haben. Mal schauen, was da noch so kommt.“ P.S: Der Kübel ist optisch genauso geworden wie 2012 geplant ;-) 25 Bilder Fotostrecke | Der lange Weg zum Glück: The deep Thing – VW Kübel als Lifestyler #01 #02

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