Du bist irgendwann an dem Punkt, an dem du dich fragst, wie es sich wohl anfühlt, mal etwas Neues zu probieren. Jobtechnisch ist unsere Redaktion ja viel unterwegs und darf immer wieder die neuesten und aktuellsten Modelle unterschiedlichster Hersteller fahren.
Bisher aber sind wir – allen voran der Verfasser dieser Zeilen – immer im VW-Lager hängen geblieben. Wobei unser letztes Projekt schon ein paar Jahre zurückliegt. Ausgangspunkt damals war ein VW GTe-Up!, den wir 2020 in Richtung GTE-Optik getrimmt hatten und der in der Szene durchaus Aufmerksamkeit bekommen hat. Auch innerhalb des VW-Konzerns wurde das Projekt wahrgenommen. Trotzdem hat sich unsere Wahrnehmung über die Jahre verändert und der Fokus hat sich Schritt für Schritt verschoben.
Etwas Neues musste her, etwas Größeres. Etwas, das die einen lieben und andere hassen: ein Tesla Y sollte es werden, selbstverständlich das aktuelle Modell, das unter dem Szenenamen „Juniper“ bekannt ist. Schon vor der ersten Probefahrt wurde klar: Tesla spielt hier in einer anderen Liga. Probefahrt, Feedback und schließlich auch der Kauf erfolgen via Tesla-App problemlos. Noch beeindruckender: Binnen sieben Tagen nach der Probefahrt konnten wir unser Gefährt schon mit den eigenen Kennzeichen abholen.
Unsere Wahl fiel auf das Model Y in der Dual-Motor-Ausführung. Bedeutet: ordentlich Leistung und die größere Batterie im Vergleich zu den Hecktrieblern. Im Detail zeigt sich vor allem beim Facelift eine klare Weiterentwicklung im Innenraum, was sicherlich keinen geringen Einfluss auf die finale Kaufentscheidung hatte. Materialien, Verarbeitung und Qualität wurden im Juniper massiv überarbeitet und müssen sich keineswegs mehr hinter deutschen Herstellern verstecken, im Gegenteil. Materialien wie Leder am Armaturenbrett und sogar bis in die Türverkleidungen – das sieht man in dieser Klasse und vor allem zu diesem Preis eher selten. Besonders die Software-Integration fällt im täglichen Umgang schnell auf, da Updates regelmäßig spürbare Anpassungen bringen und die Bedienung konsequent digital aufgebaut ist. Anders als bei VW & Co gelingt das hier auf Anhieb.
Aber klar war auch, dass es nicht einfach Serie-Tesla bleiben würde. Der erste Angriffspunkt war das Fahrwerk. Für ein SUV sieht das zwar schon ganz okay aus, aber so richtig zur dynamischen, fast schon coupéartigen Linie passt die Höhe einfach nicht. Dazu kommt: Das Model Y ist komfortabel abgestimmt, aber definitiv kein Kurvenräuber, besonders in Kombination mit dem starken Allradantrieb war hier massives Verbesserungspotenzial.
Da zum Zeitpunkt der Änderungen noch kein Juniper-Fahrwerk im Zubehör verfügbar war, ging es wie schon beim e-Up zu H&R nach Lennestadt. Dort wurde ein Federsatz speziell für unser Fahrzeug entwickelt.
Auf den ersten Blick hat sich technisch zum Vor-Facelift nicht extrem viel geändert, dennoch sind serienmäßig viele Fahrwerkskomponenten am Juniper überarbeitet. Die Federn für das Facelift-Modell sind ähnlich, aber eben nicht identisch zu denen des Vorgängers. Und das Ergebnis? Mehr als überzeugend. Vorne ging es rund 30 Millimeter runter, hinten etwa 35 Millimeter. Das Fahrverhalten hat sich komplett verändert. Deutlich direkter, deutlich dynamischer. Kurven nimmt das Model Y jetzt ganz anders. Der tiefere Schwerpunkt und die straffere Abstimmung sorgen dafür, dass sich das Auto auch bei Lastwechseln und beim Beschleunigen in Kurven viel stabiler und sicherer anfühlt. Man muss es einfach sagen: Das Serienfahrwerk ist okay – aber H&R macht daraus erst das, was man sich eigentlich wünscht.
Auch bei den Rädern haben wir nicht lange gefackelt. Die serienmäßigen 19-Zöller mussten schnell weichen. Jetzt drehen sich 21 Zoll große GMP Enigma Felgen in Schwarzglanz in den Radkästen – perfekt abgestimmt auf die Quicksilver-Lackierung. Hinten mit satten 10,5 Zoll Breite, vorne 9,5 Zoll – das entspricht ziemlich genau der Dimension des Performance-Modells. Optisch ein echter Unterschied. Vor allem mit dem kleinen Aeroring in der Mitte, der stark an die GT3-Modelle von Porsche erinnert.
Passend dazu gab es außen noch ein paar dezente Performance-Anleihen: schwarze Spiegelkappen und ein kleiner Spoiler auf der Heckklappe. Zusätzlich sorgt ein Tesla-Logo auf der Haube für etwas mehr Kontrast. Kaum zu glauben, aber beim EU-Modell spart Tesla es sich komplett, während die Modelle auf dem chinesischen Markt es verbaut haben.
Im Innenraum blieb es bewusst dezent. Original Tesla-Fußmatten und Alu-Pedalkappen aus dem Zubehör – das reicht, um das Ganze stimmig abzurunden. Nach den ersten 12.000 Kilometern können wir sagen: Das Ding läuft, und läuft, und läuft. Und zwar richtig gut. Klar, über das Design kann man streiten – wie bei Tesla üblich. Aber genau in dieser Kombination aus Tieferlegung und neuen Rädern gefällt uns das Model Y jetzt deutlich besser.
Der größte Pluspunkt bleibt aber die Software. Konnektivität, Updates, Bedienung – Tesla liefert hier einfach ab. Regelmäßige Verbesserungen, schnelle Reaktionen auf Community-Feedback – da sind viele andere Hersteller noch ein gutes Stück entfernt. Wir sind auf jeden Fall gespannt, was die nächsten Monate bringen. Eins steht fest: Langweilig wird es mit dem Model Y definitiv nicht.
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