König des „Strasserbaus“

VW Golf 2 mit „Rocket Bunny“-Umbau in die Breite getrieben

Erstellt am 8. August 2019

Wer heute erstmals Hand an einen Zweier Golf anlegt, muss sich darüber im Klaren sein, dass auch die allerbeste Substanz inzwischen mindestens rund 28 Jahre auf dem Buckel hat. Und so legendär die vor Hohlraumwachs triefenden Heckklappen dieses Modells auch sein mögen: Der Zahn der Zeit nagt auch am beliebten Nachfolger des Golf 1.

Fortan ticken sechs Zylinder im VR6-Herz unter der Haube

Das musste auch Sebastian Strasser feststellen, als er sich an sein aktuelles Projekt wagte. Der 25-Jährige zog einen 1991er „Zweier“ an Land, um ihm auf die alten Tage neues Leben einzuhauchen. Der serienmäßige 1,3-Liter-Vierzylindermotor hatte ausgedient. An seine Stelle trat ein 2,8-Liter-VR6-Aggregat. Die Motorenbauer holten aus den dicht beieinander stehenden sechs Zylindern für heutige Verhältnisse amüsant geringe 174 PS. Über die Leistungsausbeute können heutige Ingenieure nur müde lächeln – sind doch Literleistungen von über 200 PS bei 2.000 Kubikzentimetern und vier Zylindern heute kein Hexenwerk mehr. Dennoch: Der VR6 ist und bleibt ein legendäres Triebwerk und zierte zahllose Golf 2 Motorräume, deren Besitzer den Umbau nicht scheuten.

Klingt nicht nur böse: Dieser Golf 2 sieht auch böse aus

Um dem sonoren Klang der MB Solution Abgasanlage gerecht zu werden, verpasste Sebastian seinem roten Golf einen brutalen Look. Dank eines Rocket Bunny Breitbau-Kits wuchs der Wagen um zahlreiche Zentimeter in die Breite. Die gewollt rustikale Optik der Karosserieverbreiterungen erstreckt sich von vorne bis hinten über das gesamte Fahrzeug, schmiegt sich an die Übergänge zu Front- und Heckschürze, wölbt die Seitenteile großzügig nach außen und spart lediglich die Türen aus. Wie dick der Breitbau tatsächlich aufträgt, zeigt sich an der Tankklappe, die man aus der richtigen Perspektive betrachtet förmlich mit der Lupe suchen muss.

In die Vollen: Üppiges Alu-Format an Vorder- und Hinterachse

Dank der üppigen Proportionen verbietet sich Schmalspur-Räderwerk quasi von selbst. Sebastian montierte 9x16 ET21 messende Schmidt-Dreiteiler mit 20mm Spurplatten an die Plus-Vorderachse, die mit Passat VR6-Bremsen bestückt wurde. An der Hinterachse ging es noch eine Spur breiter zu. Hemmungslose 10x16 ET-5 und 30er Platten geben hier den Ton an. Die Reifengröße beträgt 215/35 vorne und 245/35 hinten. Dank eines TA Technix Luftfahrwerks mit Airlift 3P Steuerung lässt sich die Fahr- und Standhöhe optimal anpassen und einstellen.

Breitenzuwachs: Dank Rocket Bunny Kit bekam der Golf 2 "Muskeln"

Drei Monate Umbauzeit und die Beseitigung von „viel Rost“ standen auf der Agenda von Sebastians Projekt. In dieser Zeit schafften es auch Recaro Pole Position Sitze in den Innenraum, ein Luisi Lenkrad auf die Lenksäule und ein Sport-Shifter verführt zum knackigen Gangwechsel. Von der „Blechkaries“ ist nun nichts mehr zu sehen und wo immer Sebastian mit seinem „Pocket Rocket“ vorfährt, erntet er anerkennende Blicke. So wie es sich für einen König des „Strasserbaus“ gehört.

Technische Daten

Fahrzeugtyp: VW Golf 2



Baujahr: 1991

Motor: Umbau auf 2,8-Liter-VR6, 174 PS



Auspuff: MB Solution, 3 Zoll Abgasanlage



Kraftübertragung: Passat-Getriebe

Räder: 3tlg. Schmidt TS 600 Felgen, vorne in 9x16 ET21 mit 20mm Spurverbreiterungen, hinten in 10x16 ET-5 und 30mm Spurverbreiterungen


Reifen: vorne 215/35er Hankook, hinten 245/35er Toyo Reifen 



Bremsen: Passat VR6 



Fahrwerk: Plus Achse, TA Air Luftfahrwerk mit Airlift 3P Steuerung



Karosserie: Rocket Bunny Breitbau-Kit, Heckwischer entfernt, Lackierung in Tornadorot



Innenraum: Luisi Lenkrad, Recaro Pole Position Sitze, Kofferraumausbau, Hosenträgergurte, Carbon-Türverkleidungen, Short Shifter, Überrollkäfig

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