Volkswagen „New Auto“ – So geht es bis 2030 weiter

Die Wolfsburger drücken aufs Strompedal

Volkswagen „New Auto“ – So geht es bis 2030 weiter: Die Wolfsburger drücken aufs Strompedal
Erstellt am 14. Juli 2021

„New Auto“ nennt Volkswagen seine Konzernstrategie für die nächsten neun Jahre. Der Konzern will Weltmarktführer bei Elektrofahrzeugen werden und sich zu einem softwaregetriebenen Mobilitätsunternehmen wandeln. Im Vergleich zu 2018 plant das Unternehmen seinen CO2-Fußabdruck pro Auto über den gesamten Lebenszyklus bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren. Im selben Zeitraum wird erwartet, dass der Anteil der Verkäufe von Elektrofahrzeugen auf rund 50 Prozent steigen wird. „Das Auto hat eine glänzende Zukunft“, betonte Vorstandsvorsitzender Herbert Diess heute bei der Präsentation der Marschroute.

Bis 2040 sollen nahezu 100 Prozent der neuen Konzernfahrzeuge in den Hauptmärkten emissionsfrei sein. Spätestens im Jahr 2050 will der Konzern vollständig klimaneutral sein. Volkswagen erwartet dabei eine schrittweise Verschiebung der Umsatz- und Profit-Pools: Zunächst von Autos mit Verbrennungsmotor (ICEs) hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) und später stärker in Richtung Software und Dienstleistungen. Dieser Trend werde durch das autonome Fahren beschleunigt, so Diess. Elektrofahrzeuge würden mittelfristig Verbrenner als führende Technologie überholen.

Zudem kündigt man, mit der SSP-Plattform (Scalable Systems Platform) eine neue Fahrzeugarchitektur zu bringen, die für alle Konzernmarken langfristig nutzbar ist und damit als Nachfolgeplattform von MQB, MSB, MLB, sowie MEB und PPE gilt. Dabei sollen alle Motorleistungen von 85 kW bis 580kW abgedeckt werden. Das erste SSP-Modell an dem Jahr 2026 vom Band rollen.

Mit einem geschätzten Umsatz von 1,2 Billionen Euro könnte Software bis 2030 zusätzlich zum erwarteten Geschäft mit Autos rund ein Drittel des gesamten Mobilitätsmarktes ausmachen. Dieser könnte sich von heute rund zwei auf dann voraussichtlich fünf Billionen Euro mehr als verdoppeln. Individuelle Mobilität werde auch zu Beginn des nächsten Jahrzehnts voraussichtlich rund 85 Prozent des Marktes sowie des Geschäfts von Volkswagen ausmachen, ist sich der Konzern sicher.

Darüber hinaus will der Konzern seinen Kunden eine umfassende Lösung aus einer Hand anbieten, von den für den Ladevorgang benötigten Produkten bis hin zu Energiemanagement-Dienstleistungen. Damit wird Volkswagen letztlich ein komplettes Energie-Ökosystem rund um das Fahrzeug und die Ladeinfrastruktur aufbauen, das den Kunden ein komfortables Laden ermöglicht sowie dem Unternehmen weitere Geschäftspotenziale eröffnet. Diese Technologien und Dienstleistungen werden zu einer Kernkompetenz des Konzerns. Zusätzlich wird Volkswagen die öffentliche Ladeinfrastruktur in Asien, Europa und Amerika ausbauen.

Volkswagen hat sich ebenso das Ziel gesetzt, die Materialkosten um weitere sieben Prozent zu senken und sein Geschäft mit klassischen Verbrennern durch weniger Modellen, einem reduzierten Antriebsportfolio und einem besseren Preismix zu optimieren.

Die Automotive-Software-Einheit Cariad des Konzerns verfolgt das Ziel, bis 2025 die führende Software-Plattform für alle Konzernfahrzeuge zu entwickeln und das autonome Fahren auf Level 4 voranzutreiben. Sechs konzerneigene Gigafabriken in Europa mit einer Gesamtkapazität von 240 Gigawattstunden bis 2030 sollen die Batterieversorgung sichern. Der Standort im schwedische Skelleftea, der vom Partner Northvolt betrieben wird, soll 2023 mit der Fertigung beginnen.

Gestern erst hatte der Volkswagen-Konzern einen Vertrag mit dem chinesischen Zellspezialisten Gotion High-Tech als Technologiepartner für einen Produktionsstart im Jahr 2025 im Werk Salzgitter unterzeichnet. Als dritten Standort will VW Spanien zu einer Säule seiner Elektro-Offensive machen und erwägt, die gesamte Wertschöpfungskette von Elektroautos in dem Land zu etablieren. Neben einer Gigafabrik gehört dazu auch die Produktion der so genannten „Small BEV Family“ des Konzerns ab 2025.

Etwa die Hälfte der rund 660.000 Beschäftigten arbeit heute noch in der tarditionellen Automobilproduktion. Die Mitarbeiter im Transformationsprozess werden mitgenommen und zum Beispiel Qualifizierungen zum Erwerb softwarebasierter Fähigkeiten angeboten bekommen. (ampnet/jri)

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