Hightech-Reifen für Elektroautos

Der Reifen bringt die Reichweite

Hightech-Reifen für Elektroautos: Der Reifen bringt die Reichweite
Erstellt am 18. Mai 2021

Besonders die hoch motorisierten Elektroautos brauchen andere Reifen als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die Reifenhersteller haben sich auf den Elektrotrend längst eingestellt und bieten Hightech für mehr Drehmoment, höhere Gewichte und niedrige Rollwiderstände. So ähnlich sich Reifen auch aussehen, so unterschiedlich sind diese. Rund und schwarz mit Profil sind nur die offensichtlichen Kriterien, denn die Erfordernisse für Fahrzeuge mit einem Elektroantrieb sind deutlich anders als man es kennt.

Weil bei einem Elektrofahrzeug jeder Kilometer an Reichweite zählt, muss der Rollwiderstand so gering wie möglich sein. Das hat nicht nur Auswirkungen auf das Profil und den Aufbau, sondern auch die Gummimischung und die Reifenbreite. Denn speziell nach dem BMW i3 weiß die Autobranche, dass schmale Reifen zwar gut für den Verbrauch sind, jedoch der Fahrdynamik und dem sportlichen Aussehen des Fahrzeugs nicht gerade zuträglich sind.

Bei den neuen Elektroautos sehen die Pneus zumeist aus wie ganz normale Reifen – zumindest was Breite, Querschnitt und Profil angeht. Bei Fahrzeugen wie einem Audi E-Tron GT oder einem Porsche Taycan mit Leergewichten von mehr als 2,2 Tonnen sind die Erfordernisse zwar ähnlich der eines Sport- oder Supersportwagens mit Verbrennermotor, jedoch nicht völlig identisch. Das gilt auch für SUV-Modelle wie einem Mercedes EQC oder das mächtige Elektrodoppel Rivian R1S und R1T. Pick-Up und SUV aus den USA, jeweils mit entsprechend starken Elektromotoren an Front und Heck angetrieben, sind mit drei unterschiedlichen Versionen des Pirelli Scorpion unterwegs, die bei Bedarf sogar für den harten Einsatz im Gelände geeignet sind.

Dem Rollwiderstand kommt wegen der maximalen Reichweite eine zentrale Bedeutung zu. Zudem machen die mehrere hundert Kilogramm schweren Akkupakete zwischen den Achsen einen Mercedes EQS oder ein Tesla Model X nennenswert schwerer als die vergleichbare Verbrennerversion einer Mercedes S-Klasse oder ein BMW X7. Das gilt auch für die Fahrleistungen, denn ein Porsche Taycan Turbo S oder ein Audi E-Tron GT beschleunigen aus dem Stand in rund drei Sekunden auf Tempo 100 – das sind Werte von Supersportwagen. Kein Wunder, dass die Reifenhersteller bei der Konstruktion der Pneus für Elektroautos völlig neue Hürden zu überwinden haben. So muss das sofort aus dem Stand spektakulär anliegende maximale Drehmoment von 600 oder 700 Nm der ein oder zwei Elektromotoren über die beiden Achsen via Reifen auf die Fahrbahn übertragen werden.

Einer dieser Reifen ist der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 5, der unter anderem auf Sportmodellen wie dem Audi RS e-Tron GT mit seinen 441 kW / 600 PS verbaut wird. Auf dem Stand beschleunigt die viertürige Coupélimousine in kaum mehr als drei Sekunden auf Tempo 100 und ist mehr als 250 km/h schnell. Als Audi sich für Goodyear als Erstausrüster entschied, um e-Tron GT und RS e-Tron GT auf die internationalen Straßen rollen zu lassen, wurde der Reifen technisch den neuen Gegebenheiten angepasst, indem der Reifenhersteller die Bewegung im Reifenprofil reduzierte, was zu einer präzisen Lenkung und einem höheren Gripniveau führte.

Auch das technisch eng verwandte Schwestermodell des Porsche Taycan ist mit dem angepassten Goodyear-Reifen Eagle F1 oder ähnlich aufgebauten Hochgeschwindigkeitsreifen von Pirelli unterwegs. Die Pirelli-Ingenieure haben einen speziellen P Zero Elect Reifen für den Porsche Taycan entwickelt, der in der Lage ist, die hohe Motorleistung zusammen mit Fahrdynamik und hohem Fahrzeuggewicht unter einen Hut zu bringen. Der Reifen bietet einen geringen Rollwiderstand für maximale Reichweite, reduziert die Abrollgeräusche und soll trotzdem so komfortabel wie möglich sein. Das alles mit entsprechendem Grip und maximaler Sicherheit zu kombinieren sind ein schwer umzusetzendes Entwicklungsziel.

„Die Reifen müssen in der Lage sein, mit dem sofortigen Drehmoment und dem zusätzlichen Fahrzeuggewicht fertig zu werden. Außerdem müssen sie helfen, die Reichweite zwischen den Ladevorgängen zu erhöhen und die Straßengeräusche zu reduzieren, die bei einem leisen Elektrofahrzeug stärker wahrnehmbar sind“, erläutert Laurent Colantonio, technischer Direktor bei Goodyear, „wenn wir einen Reifen für ein Elektroauto entwickeln, gibt es bestimmte Bereiche, auf die wir uns konzentrieren müssen. Wir können die Lauffläche so entwickeln, dass eine größere Aufstandsfläche entsteht. Unsere Arbeit am Laufflächendesign verhindert auch, dass Schallwellen in die Rillen eindringen, was die Geräuschentwicklung reduziert.“ Ganz nebenbei geht es bei Elektroautos noch mehr als bei den Verbrennern um Gewicht und Platzangebot. Ein Ersatzreifen ist da undenkbar und so rückt die Runflat-Technologie wieder mehr in den Fokus. So sind die Reifen einiger Elektromodelle mit Runflat-Technik zu bekommen, damit es im Falle eines Plattfußes noch bis zu 80 Kilometer nach Hause oder in einer Werkstatt geht.

Noch spitzer sind die Anforderungen bei Renn- und Tourenwagen. So stattet Goodyear die rein elektrische Tourenwagenserie Pure ETCR mit seinen Pneus aus. Der Rennreifen ist technisch mit dem Sportreifen Eagle F1 Super Sport verwandt, trägt jedoch den speziellen Erfordernissen der 500 kW / 670 PS starken Elektro-Tourenwagen der ETCR-Serie Rechnung. Der eigens entwickelte Rennreifen verfügt über die gleiche Schulter-Technik des Straßenreifens, die durch das geschlossene Außenprofil das Kurvenverhalten verbessert, während die stabile Seitenwandkonstruktion zu einem besseren Handling und Fahrstabilität führen soll. 

Patrick Solberg; press-inform

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