Käfer Tuning: Luftgekühlte heiß gemacht!

Käfer fern vom serienmäßigen Auslieferungszustand!

Käfer Tuning: Luftgekühlte heiß gemacht! : Käfer fern vom serienmäßigen Auslieferungszustand!
Erstellt am 18. Juni 2009

Wer sich mit der Old- und Youngtimerei ein bisschen befasst, kommt schnell zu dem Ergebnis, es gibt wohl kaum einen Old- oder Yountimer, der häufiger getunt wird als der Käfer. Und nicht nur das, der Käfer dürfte obendrein der einzige Klassiker sein, bei dem es in Sachen Tuning tatsächlich so etwas wie Kategorien und Tuning-Styles gibt. Und dann gibt es – natürlich - Zeitgenossen, denen all das gar nicht schmeckt.Wir zeigen mal ein paar Beispiele.

Bunter Stil-Mix mit Cal-Look und Custom-Elementen!



Und so stellt sich mancher Fan die Frage: "Darf ich mit meinem Original-Ovali zum European Bug In? Oder anders rum: "Lassen mich die Veranstalter mit dem tiefgelegten Bulli auf den Marktplatz in Hessisch Oldendorf?" ! Wobei die Veranstalter oft weitsichtiger sind als wenig kompromissbereite Hardliner.

Als die Veranstalter des Käfertreffens in Bad Camberg „individualisierte“ Modelle zugelassen haben, gab es prompt die Diskussion „guter Käfer-Fan/schlechter Käfer-Fan!“ Nur vergisst so mancher: Weißwandreifen sind bei einem 1200er Standard auch schon Tuning! Peilstäbe streng genommen auch! Toleranz schadet da nicht und Vau-Max.de meint: Besser miteinander reden als übereinander!

Beim Tuning sind Kreativität und guter Geschmack Trumpf!

Beim Individualisieren gibt es in punkto Stilrichtungen eine wichtige Regel und die lautet: „Es gibt keine Regeln!“ Und trotzdem haben sich beim Käfer tatsächlich so etwas wie Tuning-Styles gebildet. Mit Cal-Look, Resto-Cal und German-Style wissen Klassik-Fans im Allgemeinen nur wenig anzufangen. Der VW-Freak dagegen, weiß nicht nur über die Styles Bescheid, er zückt - wenn er ungern über den Tellerrand schaut - auch gleich sein Regelhandbuch, um dem anderen Enthusiasten mitzuteilen: „Also für einen echten Resto-Cal ist dein Dachgepäckträger viel zu neu!“ So etwas gibt es wirklich!

Andererseits kristallisierten sich beim Käfer tatsächlich Tuning-Arten heraus, die sich durch bestimmte Stilmittel unterschieden bzw. deren Bauweise sie als Vertreter einer gleichen Richtung kennzeichneten. Die Ende der 60er Jahre in den USA – bzw. Kalifornien - populär werdenden getunten Käfer legten den Grundstein für das, was das US-Magazin „Hot VWs“ dann „Cal-Look“-Style nannte. Und diese Autos hatten eigentlich gar nichts mit den sogenannten quietschbunten Cal-Lookern zu tun, die Ende der Achtziger in Neon-Pink mit weißen Fenstergummis die Titelseiten verstopften. Ein echter Cal-Looker musste nämlich vor allem eines haben: Leistung!

Beim Thema Leistung sind sich echte Cal-Looker und German Style-Käfer einig!

Und das ist aber wiederum auch das einzige Merkmal, das ein Cal-Looker mit einem sogenannten German Style-Käfer gemeinsam hat. Diese Käfer haben in der Regel den Porsche 911 zum Vorbild, und neben Porsche Felgen und Armaturen finden sich an diesen geschossen zahlreiche Carbonteile und andere Tuning-Teile aus dem Motorsport wie Käfig,Vollschalen usw.

Muss man sich an Regeln halten...?

Die Frage ist, ob man sich nun wirklich an ein Regelbuch des Käfer-Tunings halten muss. Uns ist der Fall eines Käfer-Fans bekannt, der seinen 67er mit seltenen Cromodora-Felgen bestückt hat. Dann kam ein fetter Motor und anschließend die "gutmeinenden" Freunde. „Bau die Stoßstangen ab und nimm Nerf-bars!“, so die Bezeichnung für die kleinen T-förmigen verchromten Ersatzstoßstangen. Dann folgte „Mach die Vorderachse schmaler, sonnst kommst du nicht tief genug runter!“ hat er gemacht, aber dann auch schnell den Spaß verloren, weil so einen extremen Cal-Looker konnte er ja für Ausfahrten gar nicht mehr gebrauchen! Jetzt fährt er Golf GTI! Andererseits, wer Spass an einem historisch korrekten Cal-Looker hat, sollte sich den auch nicht vermiesen lassen: "Na, kein Geld mehr für verchromte Stoßstangen gehabt?"

Käfer-Tuning ist fast so alt wie der Käfer selbst und wenn die Regeln der Verkehrssicherheit oder des guten Geschmacks nicht verletzt werden, dann sollte niemand die Nase rümpfen, wenn sich ein Käfer-Freund nicht an das goldene Regel-Buch hält. Der belgische VW-Importeur D'Ieteren hat es mit dem Mach 1 in den Sechzigern nicht getan, Theo Decker hat es mit seinen schnellen und optisch eigenständigen TDE-Käfern auch nicht getan. Übrigens sind solche Originale heute sehr gesucht und teurer als mancher Käfer im Original-Zustand. Aber auch dass soll keine Wertung sein. Ein Luftgekühlter ist heute auch im Originalzustand cool. Der Punkt ist: „Fahr damit und hab Freude dran!“

P.S. Findet ihr nicht auch, dass "German Style" irgendwie bescheuert klingt?

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4 Kommentare

  • Hopl

    Hopl

    Grüßt Euch Gemeinde, bin neu hier aber nicht in der Käfer-Szene. Fahre selbst seit 77 ein 03er Cabrio. Auch diese Auto ist nicht mehr serienmäßig. Leicht getunt mit Weber 40er IDF und Kerscherfahrwerk inklusive ATS fahre ich damit herum. Selbst die H-Nummer war kein Problem, da alles zeitgenössisch ist. Deswegen: Ob getunt oder nicht, alle Luftheuler gefallen mir......... :-))))
  • janneman

    Janneman

    Hat der zweite Käfer von oben auch Luftfahrwerk?
  • KevinK

    KevinK

    Hey Lufty, der Käfer mit den TT-Felgen ist doch geil! Und vor allem rückbaubar!
  • Kaeferpeter

    Kaeferpeter

    Interessanter Bericht. Toll gemacht. http://www.kaeferblog.com

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