Die Jagd auf Volkswagen und Toyota geht weiter

2021er Hyundai i30 Facelift im Fahrbericht

Die Jagd auf Volkswagen und Toyota geht weiter: 2021er Hyundai i30 Facelift im Fahrbericht
Erstellt am 8. Juli 2020

Hyundai will bei seiner Jagd auf Volkswagen und Toyota nicht allein auf seine erfolgreichen SUV setzen, sondern insbesondere auch mit seinen Klein- und Kompaktwagen punkten. Den VW Golf 8 nehmen die Koreaner mit dem überarbeiteten i30 ins Visier. Was BMW, Audi und Volkswagen können, hat Hyundai schon lange drauf. So bekommt der aufgefrischte Hyundai i30 einen neuen 1,5-Liter-Turbomotor mit 48-Volt-Bordnetz und Mild-Hybrid-Technik. Wahlweise gibt es das i30-Topmodell mit seinen 117 kW / 159 PS unterhalb der leistungsstarken N-Versionen mit einer Sechsgang-Handschaltung oder einem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe.

Besonders stolz sind die Asiaten dabei nicht nur auf die Elektrifizierung per 48-Volt-Bordnetz, sondern auch die Handschaltung, die erstmals an eine elektronische Kupplung gekoppelt ist. Der technische Aufwand ist groß – das Ergebnis für den Kunden überschaubar. Immerhin: die neue Kupplungstechnik hat auch bei höheren Laufleistungen immer den gleichen Druckpunkt und somit weniger Verschleiß. Wichtiger ist jedoch die Segelfunktion, die somit auch mit einer Handschaltung erstmals umgesetzt werden kann. Heißt, der Motor koppelt sich beim lockeren Dahinrollen vom Vierzylindertriebwerk ab und spart so Kraftstoff.

Facelift zum Modelljahr 2021

Optisch präsentiert sich der neue i30 im Design aktueller Hyundai-Modelle wie beispielsweise dem weltweit sehr erfolgreichen Mittelklassemodell Sonata, der in Europa jedoch nicht angeboten wird. In diesem Zusammenhang gibt es eine neue Front mit LED-Scheinwerfern und verbreitertem Kühlergrill, der sich nunmehr bis unter die Scheinwerfer zieht. Leichte Retuschen gibt es auch am Heck, doch das war es dann auch schon. Auch der Innenraum des 4,34 Meter langen Hyundai i30 bekam eine Auffrischung. Gefallen können nach wie vor die Übersichtlichkeit, die vorbildliche Ergonomie und der nunmehr bis zu 10,25 Zoll große Touchscreen in der Mitte der Armaturentafel.

Bitter, dass das Basismodell Hyundai i30 Pure jedoch noch mit einem Radio mit 3,8 Zoll großen Monochrom-Display auskommen muss. Wenig modern sieht es hinter dem griffigen Lederlenkrad aus, denn das nur sieben Zentimeter große Digitalcockpit wird von drei Analoguhren nebst Kontrollleuchten umrahmt. Sieht so aus wie erste Digitalversuche bei amerikanischen Mittelklassemodellen in den USA der vergangenen Dekade und fällt gegenüber der Kompaktklassenkonkurrenz deutlich ab. Besser sind die gut bedienbare Klimatisierung oder die Taster rund um den Schaltknauf.

Gutes Platzangebot vorn und hinten

Überzeugen können nach wie vor die Innenraumqualität und das Platzangebot, denn es sitzt sich auf den beheizten Sportsitzen der N-Line nicht nur vorne gut, sondern auch in der zweiten Reihe, wo einen der 2,65 Meter lange Radstand zumindest auch größere Kinder vernünftig unterbekommen lässt. Zu dritt wird es Fond erwartungsgemäß eng. Der Laderaum von 395 Litern lässt sich durch problemloses Umlegen der Rückbank auf 1.301 Litern erweitern.

Solide aber unauffällig

Mit dem 1,5 Liter großen Turbovierzylinder ist der Hyundai i30 gut motorisiert ohne dabei sportliche Ansprüche zu haben. Sein Klang ist alles andere als ambitioniert und die 253 Nm maximales Drehmoment in einem Drehzahlbereich zwischen 1.500 und 3.500 U/min lassen einen solide bis flott im Verkehr mitschwimmen. Aus dem Stand beschleunigt der Fronttriebler in 8,4 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht etwas mühevoll seine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Gerade ab 170 km/h wird es für den Koreaner trotz seiner knapp 160 PS jedoch etwas zäh. Der Normverbrauch: 6,5 Liter Super / 148 g CO2. Mit dem 50-Liter-Tank reicht das immerhin für entspannte Touren von mehr als 700 Kilometern ohne nachzutanken. Bei der Abstimmung von Fahrwerk, Bremsen und Lenkung zeigt sich der 1,4 Tonnen schwere Hyundai i30 ebenso wie das gesamte Fahrzeug unauffällig. Vorne arbeitet beim 1.5 T-GDI eine Einzelradaufhängung mit McPherson-Federbeinen und hinten eine Mehrlenkerachse. Die Lenkung ist direkt und dabei nicht zu leichtgängig.

Mehr Fahrassistenten fürs Facelift

Nachgelegt hat Hyundai insbesondere der Serien- und Sicherheitsausstattung. So sind nach der Modellpflege unter anderem Spurhaltewarnung, Aufmerksamkeits-, Fernlichtassistent und Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung obligatorisch an Bord. Auf Wunsch gibt es zudem Verkehrszeichenerkennung, Spurfolgeassistent, Totwinkel- oder Querverkehrwarner. Die sinnvolle Ausstattungsversion N-Line umfasst dabei unter anderem 18-Zoll-Aluräder, LED-Scheinwerfer, beheizte Sportsitze, Acht-Zoll-Touchscreen und Einparkhilfe.

23 Bilder Fotostrecke | Die Jagd auf Volkswagen und Toyota geht weiter: 2021er Hyundai i30 Facelift im Fahrbericht #01 #02 Der Basispreis für den Hyundai i30 1.5 Pure mit 110 PS und schwacher Serienausstattung liegt bei 18.511 Euro. Der deutlich bessere i30 1.5 T-GDI mit 159 PS in der guten N-Line-Ausstattung startet bei 27.186 Euro. Jedoch sind die knapp 1.900 Euro für das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe durchaus gut angelegtes Geld, wenn man nicht schalten will. Ärgerlich sind die kurzen Wartungsintervalle, denn während die Dieselversionen mit 115 und 136 PS nur alle zwei Jahre oder 30.000 Kilometer zur Inspektion müssen, sind die Benziner alle zwölf Monate oder 10.000 Kilometer dran. Das ist unzeitgemäß.

Stefan Grundhoff; press-inform

Technische Daten: Hyundai i30 1.5 T-GDI

Motor: Vierzylinder mit Turboaufladung
Hubraum: 1.482 ccm
Leistung: 117 kW / 159 PS
Max. Drehmoment: 253 Nm ab 1.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 8,4
Ladevolumen: ab 395 Liter
Antrieb: Front
Preis: 27.186 Euro

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