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Reicht der kleinste Porsche Taycan (2021) - Der Basis-Taycan im Fahrbericht

Bitte einsteigen!: Reicht der kleinste Porsche Taycan (2021) - Der Basis-Taycan im Fahrbericht
Erstellt am 3. Februar 2021

Wenn ein Einstiegsmodell 83.520 Euro kostet, weiß man in welcher Liga man unterwegs ist. Nachdem Porsche scheibchenweise seine leistungsstärkeren Taycan-Modelle auf die gut betuchte Kundschaft los lies, kommt endlich auch die Basisversion.

Würde man die leistungsstärkeren Versionen Porsche Taycan 4S, Turbo und Turbo S nicht kennen – den meisten wäre wohl auch die Basisvariante stark und schnell genug. Dem Basis-Taycan kann man neben dem stattlichen Einstandspreises von über 83.000 Euro eigentlich den Aufpreis für die größere Batterie für mehr Reichweite und den fehlenden Allradantrieb entgegenhalten.

Der Basis-Taycan bringt seine 350 kW / 476 PS zwar bei trockenen Bedingungen bestens auf die Straße, lässt aber bei Nässe, Eis oder Schnee den Allantrieb schnell vermissen. Den gibt’s erst mit dem Taycan 4S, der jedoch über 20.000 Euro höher angesiedelt ist. Anders als die stärkeren Modelle ist der Basis-Taycan nur mit dem kleinen Akkupaket unterwegs.

So müssen 79,2 kWh Kapazität reichen, die wiederum für 400 Kilometer gut sein sollen. Wer Reichweitenangst hat, kann für 5.723,90 € das große 93,4-kWh-Akkupaket ordern und schafft dann bis zu 480 Kilometer. Obendrein gibt’s dann auch einen Leistungsaufschlag von 408 auf 476 PS im Overboost. Gleich ist bei beiden Batteriepaketen die Systemspannung von 800 Volt. Der Normverbrauch des Basismodells liegt bei knapp 26 kWh pro 100 Kilometer.

Auf den Leistungsnachschlag des Porsche Taycan 4S mit seinen bis zu 570 PS kann man durchaus verzichten, denn der stärkere der beiden Basis-Taycan mit 476 statt 408 PS lässt trotz des Leergewichts von mehr als 2,1 Tonnen keine Gedanken an ein Leistungsdefizit aufkommen. Im Gegenteil: die schwäbische Elektrolimousine schiebt gerade aus unterem und mittlerem Tempo schamlos an, denn statt der Normalleistung von 280 kW / 380 PS stehen beim Vollgas im Overboost eben bis zu 476 PS zur Verfügung.

Aus dem Stand geht es in allemal guten 5,4 Sekunden auf Tempo 100 und bei 230 km/h ist Schluss mit lustig. Etwas blasser wird alles oberhalb von 180 km/h, denn hier macht ihm das massige Gewicht und der Elektromotor im Heck zu schaffen, der den Taycan nicht mehr so imposant nach vorne donnern lässt wie ein vergleichbares Verbrennermodell wie den Porsche Panamera 4S.

Gewöhnen muss man sich mitunter an die Bremse. Wie bei anderen Elektromodellen wird die größte Bremsleistung durch die Rekuperation übernommen, die maximal 265 Kilowatt betragen kann. Heißt, dass die Bremsscheiben aus Grauguss erst dann zupacken, wenn es wirklich brenzlig werden könnte und man eine starke Verzögerung benötigt, um den Koloss zum Stoppen zu bringen. Der Übergang von der Rekuperation zur Bremsscheibe lässt sich mit etwas Feingefühl im Fuß durchaus spüren und gerade bei sportlichem Fahren muss man sich im Vergleich zu einer reinen Bremsscheibe etwas umgewöhnen.

Das Platzangebot des immerhin 4,96 Meter langen Taycan geht in Ordnung; ist aber alles andere als opulent. Während es vorne bequem zugeht, ist es im Fond recht eng und längere Strecken sind groß gewachsenen Personen kaum noch zuzumuten. Der Kofferraum fasst 407 Liter, vorne gibt es ein weiteres Fach mit 84 Liter für Kleinkram wie die Ladeuntensilien. Mit der Einführung des neuen Basis-Taycan legt Porsche einige Aufwertungen für die Baureihe auf.

So bietet der Taycan nunmehr ein farbiges Head-Up-Display und das lang ersehnte On-Board-Ladegerät mit einer Ladeleistung von bis zu 22 kW. Praktisch: die Plug & Charge-Funktion erlaubt bequemes Laden und Bezahlen ohne Karte oder App, denn sobald das Ladekabel eingesteckt ist, kommuniziert der Taycan verschlüsselt mit der Ladestation und startet das Nachladen automatisch. Geladen werden kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 270 Kilowatt, womit bis zu 80 Prozent der Batterieladung in weniger als einer halben Stunde möglich sind.

Die adaptive Luftfederung verfügt jetzt über eine Liftfunktion für Hofeinfahrten oder anspruchsvolle Tiefgaragen. Wenn die eine oder andere elektronische Serienausstattung vergessen wurde, lässt sich diese nachträglich ordern. Da dies drahtlos funktioniert, muss man nicht einmal in die nächste Porsche-Werkstatt und kann diese Komfort- und Assistenzfunktionen „over the air“ buchen.

Noch ist das in einem überschaubaren Rahmen und umfasst Funktionen wie die optionale Servolenkung Plus oder die nicht einmal serienmäßige aktive Spurführung. Wer meint, dass es mit 83.520 Euro oder inklusive des großen Akkus mit rund 90.000 Euro getan ist, irrt. Mit Annehmlichkeiten wie Vollledersitzen, Sitzheizung im Fond, verstellbarer Luftfederung kostet auch der Basis-Taycan schnell mehr als 100.000 Euro – so weit zum Thema Basismodell.

Stefan Grundhoff; press-inform

Technische Daten Porsche Taycan (2021)

Motor: permanenterregte Synchronmaschine

Leistung in PS (kW): 280 kW / 380 PS – im Overboost: 350 kW / 476 PS

Max. Drehmoment: 357 Nm

Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h: 5,4 Sekunden

Getriebe: Zweiganggetriebe an der Hinterachse

Antrieb: Heck

Tank / Akku: 79,6 kW / 93,4 kWh

Normverbrauch: 28,7 kWh / CO2-Ausstoß (g/km): 0

Gewicht, Herstellerangabe (kg): 2.130

Abmessungen (L/B/H): 4.963 /1.966 / 1.379 (L/B/H)

max. Ladevolumen (L): 407 / 84 (hinten / vorne)

Preis: 83.520 Euro

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