Audi statt Sneakers

Vom Staub befreit und zum Leben erweckt

Audi statt Sneakers : Vom Staub befreit und zum Leben erweckt
Erstellt am 1. November 2018

Es fing alles im August 2007 an, als „Willy“ in seinem Urlaub einen Shoppingtrip startete und auf der Suche nach neuen Sneakers war. Da nichts Passendes zu finden war, legte er auf dem Rückweg spontan einen Besuch bei einem Audi-Autohaus ein, einfach nur so zum Gucken. Und da stand er, ein blauer Audi A4 mit beigem Innenraum. Statt Sneakers gab es dann eben ein Auto. Eine Woche später holte der damals 19-Jährige dann sein neues Gefährt ab.

Wie so oft hatte auch er mit dem Fahrzeug nichts geplant oder irgendwelche Umbauten vorgehabt, weshalb der Wagen bis Anfang 2012 täglich als Alltagsauto gefahren wurde. Im Laufe der Zeit knüpfte er aber immer mehr Kontakte in der Szene, und somit gingen irgendwann viele seiner Freunde dem Hobby Tuning nach. Also wurde auch er angesteckt und begann seinen A4 zu verändern.

Selfmade trotz Unerfahrenheit

Mitte 2012 wurde der Wagen dann das erste Mal in Misanorot lackiert und bekam breitere Kotflügel sowie 20-Zoll-AMG-Felgen verpasst. Allerdings war er damit nicht so richtig zufrieden, kein Jahr später folgte dann der aufwendigste Umbau. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Schrauber nie zuvor ein Schweißgerät in der Hand oder etwas mit Karosseriebau zu tun gehabt. Die größte Überwindung kostete ihn das Schneiden in die Seitenteile mit der Flex, denn er wusste zu dem Zeitpunkt nicht, welche Fehler dabei passieren könnten, da so Seitenteil nicht mal schnell gewechselt ist. Ziel des Umbaus war es, so tief wie möglich mit einem Gewindefahrwerk fahren zu können, was ohne breite Radkästen ausgeschlossen war.

Ähnlichkeit mit einem RS4

Des Weiteren wollte Willy optisch in die Richtung des Audi RS4 gehen. Es sollte aber kein einfacher RS4-Fake werden. Es sollte für Kenner ersichtlich sein, dass es sich hierbei um keinen RS4 handelt. Die Kotflügel wurden von ihm so gebaut, dass sie im Bereich Seitenschweller wieder die Serienbreite erreichten. Für die Front gab es eine RS4 B7-Stoßstange. Diese wurde von den Halterungen der Nebelscheinwerfer befreit, und es zog eine Luftführung für den Ladeluftkühler ein. Da es den RS4 nur mit Nebelscheinwerfern gab, baute Willy aus vier Gittern zwei ohne eine Nebelscheinwerferöffnung.

Die vorderen Kotflügel wurden weiter auf die rund drei Zentimeter breitere Front angepasst. Passend dazu gab es am Heck eine Eigenkreation aus RS und original Heckstoßstange, die zusätzlich noch verbreitert und an die Seitenteile angepasst wurde. Zusätzlich musste die Dachreling weichen und die Öffnungen wurden durch Leisten vom Kanada-Modell verschlossen, gefolgt von der zweiten Neulackierung.

Vom Staub befreit und wieder zum Leben erweckt

2014 hat Willy dann noch mal die Flex und das Schweißgerät angesetzt. Die vorderen Kotflügel und die Türen mussten cleaner werden und auch die hintere Kennzeichenmulde ist seitdem verkleinert. Danach war erst einmal Schluss mit Audi-Tuning. Erst im September 2016 ging es weiter. Willy packte wieder die Lust an seinem Ingolstädter und er begann Teile zu kaufen. Der Wagen stand zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre ohne jeglichen Berührungspunkt eingestaubt in der Ecke seiner Halle.

Statt eines Gewindefahrwerks zog nun ein Airride für noch mehr Tiefgang in den A4 ein. Die Wahl fiel auf ein TA-Luftdämpfer-Kit in Verbindung mit einem 19-Liter-Tank und einem Viair 480c. Das Ganze steuert Willy heute über das Airmanagement „Lansky“ aus dem Hause Level IQ. Bei den Felgen griff der Audi-Fan auf die CM9 aus dem Hause Radi8 in den Dimensionen 10 x 19 rundum. Zusätzlich wurden die einteiligen Felgen in Glanzschwarz lackiert. Da der Innenraum ohnehin ausgeräumt war, entschloss sich Willy es dabei zu belassen.

Rennfeeling im V6 TDI

Stattdessen zogen zwei Sparco Sprint-Vollschalen, sowie ein Überrollbügel von Wiechers in der Farbe Imolagelb in den Audi ein. Passend dazu baute Willy zwei Domstreben in den Kofferraum. Gelbe Schroth-Gurte durften natürlich genauso wenig fehlen wie ein passendes, geschüsseltes und mit rotem Alcantara bezogenes Sportlenkrad. Um den ganzen Innenraum weiter abzurunden, gab es noch einen schwarzen S-Line-Himmel und den dazu passenden Gang-Wahlhebel.

“Vielleicht war es Schicksal, dass niemand die Rohkarosserie kaufen wollte, als ich die Lust an dem Audi verloren hatte. Zum Verkauf stand sie nämlich längere Zeit online.“ Wir werden sehen, was Willy als nächstes anstellt, er hat doch schon leise angesprochen, dass er das Luftfahrwerk verändern will, um noch mehr Richtung Asphalt zu kommen.

Technische Daten

47 Bilder Fotostrecke | Audi statt Sneakers : Vom Staub befreit und zum Leben erweckt #01 #02

Fahrzeugtyp: Audi A4 8e B7 Avant

Baujahr: 12/2005

Motor: V6 TDI, 76 mm V2A-Abgasanlage ab Turbo, RS6-Endrohre

Getriebe: 7-Gang-Automatik

Fahrwerk: TA Luftdämpferkit, Industrieventile i. V. mit 19L tank und Viair 480c, Level IQ Airmanagement „Lansky“

Bremsen: S4 B7 mit Zimmermann Race Scheiben/Steine, gelbe Bremssättel

Räder: Radi8 CM9 10 X 19 ET 38/23 V/H

Reifen: Achilles 235/35 19

Karosserie: Neulack in Misanorot, RS4 B7-Stoßstange bearbeitet ohne Halter für NSW, dafür mit Luftführung zum Ladeluftkühler, Kotflügel angepasst auf Stoßstange und 3 cm verbreitert, Gitter ohne NSW aus vier RS4-Gittern, S4 B7 Grill schwarz inkl. US-Leiste, Scheinwerfer geöffnet und teilweise in Wagenfarbe lackiert, Seitenblinker, Türleisten, Naviantenne und Reling entfernt, Öffnungen durch Leisten vom Kanada-Modell verschlossen, Kennzeichenmulde auf 32 cm verkleinert, Seitenteile 4 cm verbreitert mit Hilfe von vorderen Radläufen des Golf 4, Heckstoßstange aus Serien- und RS-Stoßstangen, zusätzlich verbreitert und an die Seitenteile angepasst, Scheibenwischer hinten entfernt, Glanzpaket schwarz foliert

Innenraum: geschüsseltes, rotes Alcantara-Lenkrad mit gelber 12 Uhr Markierung, Snap Off System rot eloxiert, rote Sparco Sprint-Vollschalen, Sparco-Seitenhalter und -Laufschienen, Schroth Asm2-Gurte in Gelb, Rücksitzbank entfernt, Wiechers-Überrollbügel inkl. Kreuz und Eigenbau-Domstreben im Kofferraum alles in Imolagelb, Umbau auf S-Line-Himmel schwarz inkl. Griffe, Schalter etc., S-Line-Wahlhebel, Airride-Steuerung anstelle des Aschenbechers vorn, Fußmatten mit gelbem Rand

ICE: Navigationssystem von Pioneer

Dank an: Team Level IQ, Watercooled-Customs.de, Steven, Tommy, Martin für unzählige Stunden

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