Volkswagen beim Abschied aus dem Tourenwagen Welcup WTCR

Mit einer Glanzleistung verabschiedet sich Benny Leuchter aus der Tourenwagen-Königsklasse

Volkswagen beim Abschied aus dem Tourenwagen Welcup WTCR: Mit einer Glanzleistung verabschiedet sich Benny Leuchter aus der Tourenwagen-Königsklasse
Erstellt am 18. Dezember 2019

Er war der einzige permanente Deutsche in der höchsten Tourenwagen-Serie der Welt: Benjamin Leuchter. Der Duisburger trat für Volkswagen Motorsport beim Tourenwagen Weltcup WTCR an. Durch den Ausstieg von Volkswagen aus sämtlichen Verbrenner-Motorsport-Aktivitäten feierte der Volkswagen Markenbotschafter nun gezwungenermaßen nach nur einer Saison in Sepang seinen Abschied - mit grandiosen Leistungen in den letzten drei Rennen.

Ein letztes Mal

Das Licht ist aus und das zweite Jahr des WTCR – FIA Tourenwagen-Weltcups ist Geschichte. Mit einem hochspannenden Finale beschloss die höchste Tourenwagenklasse der Welt am vergangenen Wochenende (13. bis 15. Dezember) auf dem Sepang International Circuit (Malaysia) die Saison 2019. Wir haben berichtet: Der VW Golf GTI TCR im WTCR Die Kristoffersson-Show - Ein grandioser Sieg zum Abschied von VW aus der WTCR Es war die letzte Vorstellung von Volkswagen Motorsport im FIA WTCR Tourenwagen Weltcup nach dem werksseitigen Rückzug zum Ende dieser Saison. In Sepang fand d
Für Volkswagen Fahrer Benjamin Leuchter war es ein emotionales Rennwochenende. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird er das letzte Rennwochenende der WTCR fest in Erinnerung behalten. Damit endete dieses Kapitel seines Kindheitstraumes in Sepang. Eine Fortsetzung auf der großen Bühne ist jedoch nicht ausgeschlossen.

35 Plätze in drei Rennen gut gemacht!

Im ersten Rennen startete Leuchter mit seinem Golf GTI TCR von Startplatz 26 und erreichte nach einer starken Aufholjagd Rang 15, der ihm einen Meisterschaftszähler brachte.
In den folgenden und letzten beiden Rennen der Saison setzte er bei Dunkelheit und Regen einen drauf. Der erfahrene Langstreckenexperte fuhr von Position 21 als bester Volkswagen Pilot in die Rennen zwei und drei. Mit starken Aufholjagden gelangen ihm am Ende zwei Resultate (Platz 10 und 8) in den Top Ten.

Bärenstarkes Rennen abseits der Kameras

Vor allem im dritten Rennen gelangen Leuchter viele starke Überholmanöver. Nach dem Start lag der Duisburger bereits auf Rang 14 und konnte sich in der Folge noch an sechs weiteren Kontrahenten vorbei kämpfen. Wohlgemerkt auf der Strecke und nicht durch Ausfälle oder ähnliches. Und das mit einem VW Golf GTI TCR, der aufgrund seines konzeptionellen Alters nicht unbedingt zu den Überholmonstern zählt. Selbst Teamkollege und Ex-Tourenwagen-Weltmeister Rob Huff hatte dem Vorwärtsdrang des Deutschen nichts entgegen zu setzen. Dabei kamen Benny Leuchter die extrem schwierigen Wetterbedingungen mit Starkregen und Dunkelheit zu Gute, unter denen sich der Nordschleifen-Spezialist immer besonders wohl fühlt. Leider blieb diese sehenswerte Aufholjagd des Deutschen durch den sensationellen Sieg von VW-Teamkollege Kristoffersson nahezu unbemerkt.
„Ich kann noch nicht richtig begreifen, dass diese aufregende Saison schon zu Ende ist. Es war eine tolle Saison mit Höhen und Tiefen. Am Ende bin ich mit meinem ersten Jahr persönlich ganz zufrieden. Der Podestplatz und die schnellste Rennrunde in Zandvoort waren schon stark, aber die Pole und mein Sieg in meinem Wohnzimmer auf der Nordschleife sind für mich noch immer unbeschreiblich. Das Finale in Malaysia war auch richtig gut. Mein Ziel war es die 100-Punkte-Marke zu knacken und zusammen mit Johan das beste VAG-Team zu stellen. Am Ende konnten wir sogar noch mit Platz vier in der Teamwertung unser Ziel toppen“, freut sich der Nürburgring-Laufsieger Leuchter und fügt hinzu: „Es war der Verdienst des gesamten Teams von Sébastien Loeb Racing, bei dem ich mich auch an dieser Stelle recht herzlich für den Einsatz in dieser Saison bedanken möchte. Ein großer Dank auch an Volkswagen und alle die, die mir die Möglichkeit und das Vertrauen geschenkt haben, in dieser starken Serie antreten zu können. Es war eine mega Erfahrung, die mich stolz macht. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja irgendwann noch einmal auf der WM-Bühne wieder.“

Ein Jahr in der Königsklasse

Die sportliche Reise von Marokko bis nach Malaysia ist damit vorerst beendet. In 30 Rennen hat er sich mit den besten Tourenwagenpiloten der Welt auf höchstem Niveau gemessen und erzielte bereits in seiner Debütsaison Erfolge, die in die Geschichte eingingen. Nach einem schwierigen Saisonstart im WTCR fuhr Leuchter beim vierten Lauf im niederländischen Zandvoort auf Rang zwei und damit erstmals aufs Podium. Obendrein sicherte er sich mit der schnellsten Rennrunde die „TAG Heuer Best Lap Trophy“. Ein Erfolg, den er wenig später sogar noch übertreffen konnte.

Sieg im "Wohnzimmer" Nordschleife

Der fünfte Lauf des Tourenwagen-Weltcups markierte das Highlight für den einzigen deutschen Fahrer im WTCR-Starterfeld: Benjamin Leuchter bezwang bei seinem Heimrennen auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings, der „Grünen Hölle“, in beeindruckender Manier die Tourenwagenelite und gewann als erster Deutscher ein Rennen in der Tourenwagen-Königsklasse. Dies war umso höher zu bewerten, als dass jederman aufgrund seiner Ortskenntnisse den Sieg von ihm erwartet hatte und der Druck entsprechend riesig war. Aber Benny zeigte im Rennen mit extremer Gegenwehr, dass ihm dieser Sieg an diesem Tag einfach nicht zu nehmen war.
Die folgenden Rennen waren für den Rookie allesamt Neuland. Dennoch konnte Leuchter einige Ausrufezeichen setzen und sein Können unter Beweis stellen. Auch wenn es nicht immer mit Punkten belohnt wurde. Beim Finale des WTCR – FIA Tourenwagen-Weltcups stach er noch einmal mit starken Ergebnissen hervor, bevor sich Volkswagen werksseitig aus der Königsklasse verabschiedete. .

Wie geht es weiter für Benny Leuchter?

Im Gegensatz zu seinen Teamkollegen ist Leuchter weiterhin als Markenbotschafter, Test- und Entwicklungsfahrer und Instruktor fester Bestandteile im Gefüge von Volkswagen. Das heißt allerdings auch, dass der Duisburger das sicherlich bestehende Interesse anderer Marken in der WTCR ignorieren wird. Vielmehr wird er sich in Zukunft einerseits um die geplanten elektrischen Motorsportprojekte der Wolfsburger kümmern, auf der anderen Seite aber auch das von ihm und dem Fußballer Max Kruse im Jahr 2018 ins Leben gerufene Rennteam Max Kruse Racing weiter voran treiben. Nachdem er in diesem Jahr bereits mit MKR auf der Nordschleife im Rahmen der VLN unterwegs war, stehen auch für 2020 solche Einsätze auf der Wunschliste des Benny Leuchter.

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