Das sollte man beim Einstieg ins Geschäft beachten

Ein Autoklassiker als Geldanlage?

Das sollte man beim Einstieg ins Geschäft beachten: Ein Autoklassiker als Geldanlage?
Erstellt am 8. Mai 2023

Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt auch Mitte des Jahres 2023 spannender denn je. Die Preise sind unverändert hoch, scheinen jedoch langsam zu stagnieren. Da lohnt ein genauer Blick auf jene Modelle, die das Potenzial zum Klassiker haben. Hier kann sich ein Einstieg durchaus lohnen.

Oldtimer gelten als ebenso unterhaltsame wie ertragreiche Geldanlage. Wer den rechten Klassiker von morgen kauft, hat nicht nur jede Menge Fahrspaß mit seinem geliebten Oldie, sondern kann sich über die Jahre mitunter noch über einen anständigen Wertzuwachs freuen. Autofahren und gleichzeitig Geld verdienen – genial. Dabei sind für Einsteiger gerade solche Fahrzeuge interessant, die aktuell noch kein echter Oldtimer sind und daher ein entsprechendes Wertsteigerungspotenzial bieten.

Zunächst sollte der Autokäufer seine Hausaufgaben machen und sich genau überlegen, was er will. Denn eine Geldanlage allein bereitet Herz und Hand kaum reale Freude; man stellt sie am besten in die beheizte Garage und holt diese nach regelmäßigen Wartungen und möglichst wenigen Kilometern nach einigen Jahren wieder heraus. Dann wird der Ertrag gecheckt. Doch immer mehr Autofans wollen eine Mischlösung. Heißt, es geht nicht um den Wertzuwachs allein, sondern ein entspanntes Gesamtpaket aus Kopf und Herz, Geld und Stahl, VW Golf I und Alfa Romeo 6C. Die Verbrennerwelt der Neuwagen biegt aktuell auf die Zielgerade ein und so dürften gerade die Preise von Sportwagen, Roadstern und Coupés mit zwei oder mehr Jahrzehnten auf dem Buckel langsam aber sicher weitersteigen. Sie bieten einen nennenswerten Alltagsnutzen, lassen sich von Montag bis Freitag ins Büro ebenso lebendig bewegen wie am Wochenende zu Kurvenspaß in den Alpen oder Panoramatour an die Küste. Wie wäre es mit einem Mercedes SL, einem BMW Z3, einem coolen VW Scirocco, Audi TT oder einem Ford Mustang?

Doch auch Limousinen und Geländewagen haben durchaus Potenzial, ihren Wert in den kommenden Jahren nennenswert zu steigern. Voraussetzung ist, dass der potenzielle Käufer einige wichtige Regeln beachtet, damit der Klassiker von morgen auch begehrenswert wird oder bleibt. Natürlich kann man auch einmal auf einen Exoten setzen, doch das größte Potenzial bieten solche Fahrzeuge, die auch als neue Modelle begehrter denn je waren. Bestes Beispiel sind ein Porsche 911, eine Mercedes G-Klasse oder ein VW Golf GTI. Wer sich einen zukünftigen Klassiker gönnen will, hat Lust am Autofahren, Spaß am jeweiligen Modell und will die Zeit genießen. Daher sollte man sich vom fadenscheinigen Charme einer schmalen Buchhalterausstattung befreien. Die echten Autofans wollen zumeist nicht nur die Topmotorisierungen, sondern auch eine möglichst komplette Komfort- und Sicherheitsausstattung, die nur wenige Wünsche offenlässt. Je kleiner und leistungsärmer der Motor, je dünner die Ausstattungsliste, desto mehr geht der Preis nach unten und der Oldie wird zum Ladenhüter.

Das kann allenfalls damit ausgeglichen werden, dass das entsprechende Fahrzeug über möglichst wenige oder zumindest prominente Vorbesitzer, eine geringe Laufleistung oder eine lückenlose Wartungshistorie verfügt. Doch absolute Toppreise erreichen später zumeist nur jene Modelle, die eine perfekte Mischung aus all diesem bieten. Lieber länger suchen und den erträumten Mercedes 560 SEL, den knallroten Lancia Delta HF Integrale oder einen dunkelgrünen Porsche 911 Turbo finden, als sich für einen faulen Kompromiss zu entscheiden. Wer in die Klassikwelt hereinschnuppern will, sollte dabei einen Schritt nach dem anderen machen.

Der erste Kauf und der Einstieg in die Klassikszene bietet zumeist nicht die perfekte Lösung aus Pflegezustand, Wartungshistorie, Preis und Ausstattung. Doch gerade ein guter Kompromiss kann die richtige Erstlösung sein, wer als Geldanlage einen jungen Klassiker sucht. Wieso nicht den gepflegten VW Golf GTI II ohne Rost, der mit seinem roten Unilack und den Fensterkurbeln vielleicht nicht der Traumwagen ist, jedoch viel Auto und einen guten Zustand zum fairen Preis bietet? Weitersuchen lässt sich immer noch, wenn Wünsche offen sind und mit dem vermeintlichen Erstlingsmodell lässt sich der Einstieg in Clubwelt und Online-Community allzu leicht finden. Hier wiederum gibt es häufig Fahrzeuge, die in den großen Börsen gar nicht angeboten werden.

Ein Blick zurück macht einen ebenfalls schlauer, denn wenn die Vorgängergenerationen nach dem Sprung in die Oldtimerära schlaghaft teurer geworden sind, spricht einiges dafür, dass dies auch mit dem Nachfolgemodell klappen könnte. Zugegeben eine Wette auf die Zukunft – aber anders als auf dem Aktienmarkt zumeist mit überschaubarem Risiko. Ein Modell und solide Wartungshistorie sollte man sich gar nicht erst anschauen und selbst das Scheckheft Lücken aufweist, sollten die wichtigen Instandhaltungen durchgeführt worden sein. Ein Unfall selbst ist kein No-Go, doch der sollte fachgerecht und mit einer Fotodokumentation durchgeführt worden sein.

Tuning oder Bastelarbeiten am Fahrzeug? Finger weg!

Basismodell oder müder Mitschwimmer – den soll sich ebenfalls jemand anders suchen. Sondereditionen, GT-Varianten, limitierte Modelle – klasse. Gerade hier dürften die Preise steigen. Je sportlicher, je besser. Nicht einfach für jemanden, der Limousinen und Coupés liebt – aber gerade Sportwagen dürften sich in den kommenden Jahren besonders gut im Preis entwickeln. Geländewagen wie Toyota Land Cruiser, Ford Bronco, Mercedes G-Klasse sind ebenso begehrt wie Jeep Wrangler und Land Rover Defender. Doch auch hier gilt: keine Bastelarbeiten, kein Rost und eine gute Wartungshistorie. Dann klappt es auch mit der rollenden Geldanlage.

Stefan Grundhoff; press-inform

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