Das erste SUV aus dem Hause Ferrari

Ferrari gibt Vollgas im SUV-Bereich: Purosangue

Das erste SUV aus dem Hause Ferrari: Ferrari gibt Vollgas im SUV-Bereich: Purosangue
Erstellt am 23. November 2020

Ende Oktober veröffentlichte das Hauptquartier in Maranello die ersten Bilder vom Purosangue, dem erstem SUV aus dem Hause Ferrari.

Gut erkennbar ist auf diesen Bildern, dass dieses Vollblutfahrzeug eine ähnliche Karosserie wie das Maserati Levante SUV hat, aber dennoch tiefer auf der Straße liegen dürfte. Da es sich aber lediglich um den Prototyp des Karosseriedesigns handelt, bedeutet dies jedoch nicht unbedingt, dass Ferraris endgültiges SUV-Produkt genau gleich aussehen wird. Jene Bilder, die der Auto Express diesen Juli erhalten hat, deuten auf ein leicht verändertes Modell hin, das auf derselben Plattform wie der Rome GT beruht.

Nachdem was bisher bekannt ist, wird der Purosangue über die skalierbare Front-Mittelmotor-Architektur von Ferrari verfügen, sodass der SUV mit V6-, V8- und V12-Motoren bestückt werden kann. Dieser Viersitzer wird als FUV ("Ferrari Utility Vehicle") vermarktet werden und besitzt eine höhenverstellbare Federung, die eine hohe Bodenfreiheit sowie Straßen- und Geländetauglichkeit ermöglicht.

In Bezug auf die Innenausstattung kann der Purosangue mit einem völlig neuen Layout glänzen, das mit der sogenannten „eyes on the road, hands on the street“-Funktion ausgestattet sein wird. Dies beinhaltet unter anderem ein neues Infotainmentsystem, ein neues Lenkraddesign und neue Bordinstrumente, aber auch Kabinensteuerungsfunktionen und Unterhaltungsmöglichkeiten auf den Rücksitzen werden den SUV voraussichtlich auszeichnen.

Mit dem Purosangue, über den es noch viele Spekulationen gibt, will Ferrari hoch hinaus, und dies obwohl sich Ferrari jahrelang standhaft geweigert hatte, auf den SUV-Boom aufzuspringen.

"Ein Wunderbares Design und außergewöhnliche Eigenschaften"

Die Vorstellung, dass sich das Unternehmen in einen anderen Bereich als Hochleistungs-Supersportwagen wagen würde, war vor gar nicht allzu langer Zeit eigentlich unvorstellbar. Der Widerstand aus den eigenen Reihen war noch im September 2018 unüberhörbar, als der aus der Formel-1 bestens bekannte Ferrari Chef Louis Camilleri einräumte, dass „er es verabscheue, dass „SUV“ und „Ferrari“ in einem Atemzug genannt werden, denn ein SUV passe eigentlich überhaupt nicht zur Marke Ferrari“

Aber Camilleri änderte schnell seine Meinung, vor allem als er die ersten Designstudien vorgelegt bekam. „Nachdem ich jetzt das wundervolle Design und die außergewöhnlichen Eigenschaften gesehen habe, bin ich ein äußerst enthusiastischer Unterstützer dieses Projekts geworden", sagte er später. Ein weiterer kluger Schachzug der Strategen aus Maranello wurde hiermit vollzogen, denn SUVs in der Produktpalette verbreiten die Kundenschicht, insbesondere in China, wo Wohlhabende Ferrari durchaus schätzen, aber nicht immer vom Sportwagen träumen. Auch bei Lamborghini, Porsche, Maserati und Bentley sind vor allem durch die Verkäufe von SUV-Modellen die Verkaufszahlen in den letzten Jahren in die Höhe geschnellt.

Der Purosangue (italienisch für „Vollblut“) soll 2022 einer der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden, aber erst ein Jahr später erhältlich sein. Dieses Modell wird zu einem neuen Markenzeichen von Ferrari werden, das für hohe Leistung und Dynamik sowie Komfort, Platz und den praktischen Aspekten eines SUV stehen wird.

"Ich bin von diesem Auto und dem technischen Konzept überzeugt", betonte der technische Leiter Ferraris Michael Leiters gegenüber der Automobil-Zeitschrift Auto Car. "Ich denke, wir haben ein Konzept gefunden und ein Paket erstellt, das einerseits SUV-Kunden zum Kauf überreden wird, da es sich um einen wahren SUV handelt, andererseits gibt es doch enorme Unterschiede zu den bestehenden Typen der am Markt befindlichen SUVs."

Für Leiters ist dieses Projekt die ultimative Herausforderung für Ferrari, denn es gilt ein Fahrzeug bereitzustellen, das SUV-Fahrer zufriedenstellt und gleichzeitig das Modell mit allen bekannten Ferrari-Standards bestückt. Für das Team hinter der Purosangue steht zweifellos viel auf dem Spiel, genauso wie für den CEO von Ferrari, der ja seine anfängliche Skepsis abgelegt hat.

Eine einzigartige Herausforderungen für Ferrari

Wer sind nun die Kunden, die Ferrari mit seinem SUV anziehen möchte? Angesichts der Tatsache, dass der erstmalig bekanntgegebene Verkaufspreis sich um die 250.000 GBP bewegen wird, wird der Purosangue selbstverständlich auf eine ganz spezifische Bevölkerungsgruppe zugeschnitten sein: auf vermögende Privatpersonen.

Für Ferrari bedeutet dies gleichzeitig auch eine einzigartige Herausforderung. Denn einerseits sind die Kunden der italienischen Nobelmarke mehr als reich, und Geld spielt mit Sicherheit keine große Rolle. Deshalb wird auch eine Viertelmillion Euro für ein neues Auto keine große Sache sein, genauso wenig wie auf luxuriöse Weltreisen zu gehen oder in den verschiedensten Casinos sich am Glücksspiel zu erfreuen. Aber andererseits verlangen viele der vermögenden Kunden auch Spitzenleistungen von jenen Produkten, die sie sich gönnen. Es liegt nun an Ferrari die enormen Erwartungen mit dem Purosangue zu erfüllen und die potentiellen Kunden nicht zu enttäuschen. Gelingt dies nicht, so geht Ferrari das Risiko ein, treue Kunden längerfristig zu verärgern. Wahrscheinlich mit ein Grund wieso der neue Ferrari-Chef Louis Carey Camilleri den Marktstart des Purosangue auf 2022/23 verschoben hat, um das Modell zu perfektionieren, wo doch dieses jüngste Pferd aus dem Ferrari-Stall doch bereits Ende 2019/2020 an den Start hätte gehen sollen.

Für ein Unternehmen, das schon seit dem Beginn der Automobilentwicklung immer als Pionier bei den Supersportwagen gegolten hat, ist es daher nicht verwunderlich, dass die Entwicklung eines SUV als das radikalste Projekt in der Firmengeschichte von Ferrari angesehen wird.

Abgesehen von seinen technischen Vorzügen- und den bisher stattgefundenen Designvergleichen mit seinen Konkurrenten - wird auf jeden Fall die motorische Leistung des Purosangue der größte Indikator dafür sein, wie gut er vom Markt aufgenommen werden wird, und wie hoch die Verkaufszahlen sein werden. Der größte Rivale Ferraris im Bereich der Ultra-Luxus-SUVs ist der Lamborghini Urus. Über dieses Modell lässt sich zwar trefflich streiten, aber es hat sich als sehr beliebt erwiesen. Dieser SUV verkauft sich in jedem Jahr doppelt so oft wie jedes andere Lamborghini-Modell.

Aber auch Aston Martin hat den DBX, der sich wie der Purosangue derzeit in der Entwicklungsphase befindet, angekündigt, und soll voraussichtlich noch in diesem Jahr zu sehen sein werden. Bentley´s SUV-Version lautet Bentayga Speed und auch Lotus ist im SUV-Bereich nun aktiv geworden und wird sein Modell ebenfalls zu einem ähnlichen Zeitpunkt wie Ferrari ausliefern, es wird jedoch zum halben Preis zu haben sein.

Ferrari betritt also Neuland, und dies kann in einigen Fällen ein hohes Risiko in sich bergen. Werden sich die anfänglichen Zweifel von Camilleri bewahrheiten oder wird Ferrari ein wahres Meisterwerk abliefern? Wir werden es sicher früh genug erfahren.

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