Messerundgang - Neu schlägt alt

Die wichtigsten Neuheiten der IAA Mobility 2021

Messerundgang - Neu schlägt alt: Die wichtigsten Neuheiten der IAA Mobility 2021
Erstellt am 7. September 2021

Auf der IAA Mobility 2021 konzentrieren sich die Autobauer voll auf die E-Mobilität. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor spielen nur noch eine Nebenrolle. Während so mancher deutsche Autobauer zaudert, gibt der chinesische Hersteller Great Wall Motors gleich mit zwei Untermarken Gas. Vom alten Habitus ist bei der IAA Mobility nicht mehr viel übrig. Vorbei die Zeiten, in denen sich die frisch polierten Automobile im Scheinwerferlicht der Frankfurter Messehallen strahlten.

Jetzt ist die Messe nach München umgezogen. Die Internationale Automobilausstellung heißt jetzt IAA Mobility und neben der Automobilbranche samt Zulieferer sind auch 75 Fahrradhersteller vertreten. Die sind gerne genommen, da einige Automobilbauer den Gang nach München verweigern. Zu den „no shows“ zählen der gesamte Stellantis-Konzern mit Marken wie Fiat, Jeep, Opel, Peugeot, Citroën und Alfa Romeo. Auch in Japan hält sich die Begeisterung für das deutsche Schaulaufen in überschaubaren Grenzen. Honda, Mazda, Nissan und Toyota? Fehlanzeige. Land Rover und Jaguar hatten ebenfalls Besseres zu tun und für Tesla ist eine Automobilmesse zu gewöhnlich.

Was bleibt übrig? Natürlich lassen sich die deutschen Hersteller und deren Töchter das Heimspiel nicht versalzen. Also VW samt den Töchtern Audi, Seat, Skoda sowie deren Submarken sind da. Auch wenn einige wie Porsche, Audi und Seat sich auf die Open Spaces in den Münchner Stadtbereich konzentrierten. Aber wenigstens VW, Mercedes und BMW samt Mini ließen sich in den Hallen der Messe München blicken. Wobei BMW, Mercedes und VW dem vorherrschenden Zeitgeist folgen und hauptsächlich Elektromobile präsentieren.

Der Münchner Autobauer haben zwar den BMW i4 und dem BMW iX im Gepäck, aber echte Neuheiten im Stile eines BMW M i4 oder das Pendant mit Verbrennungsmotor sucht man vergeblich. Auf der Bühne steht mit dem BMW i Vision Circular ein Auto, das aussieht wie ein Fahrzeug aus einem Science-Fiction-Film der 1990er. Aber die Studie soll keinen Schönheitspreis gewinnen, sondern ein rollendes Bekenntnis zur Nachhaltigkeit sein, da das Vehikel zu 100 Prozent aus recycelten Materialien oder solchen, die komplett wiederverwertbar sind, besteht.

Mercedes klotzt da schon ganz anders. Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht der Mercedes EQE, der von seriennahen Elektro-Studien wie dem breit lachenden Maybach-EQS oder der elektrischen Mercedes G-Klasse EQG flankiert wird, die vermutlich in zwei Jahren auf den Markt kommen wird. Das auffälligste Merkmal ist der Kühlergrill mit illuminierten Rahmen. Fast verschämt steht die Crossover der C-Klasse mit Verbrennungsmotor und dem Zusatz "All Terrain" daneben. Eine Zweiteilung gibt es bei Renault. Während die Mutter mit dem BEV Megane E-Tech Electric bei den Hippstern punkten will, hat Dacia mit dem siebensitzigen Crossover Jogger die Familien im Blick.

Wo es Mercedes größenmäßig so richtig krachen lässt, gibt VW mit der Studie ID. Life einen Ausblick auf den Stadtstromer, der 2025 erscheinen soll. Die Rahmendaten der Studie, die aussieht wie ein unehelicher Bruder des Honda e, geben schon einen ziemlich deutlichen Ausblick, wie das Serienmodell ID.2 aussehen wird. Die Plattform ist der MEB-Eco mit einer 57 Kilowattstunden-Batterie, die eine Reichweite von 400 Kilometern (WLTP) garantieren soll. Trotz der Länge von lediglich rund vier Metern und dem Radstand von 2,65 Metern, sollen die Passagiere im ID.4 viel Platz haben. Das liegt daran, das der ID.2 das erste MEB-Modell mit Frontantrieb sein wird. Der Motor auf der Vorderachse leistet 172 kW / 234 PS und beschleunigt das E-Mobil in 6,9 Sekunden von null auf 100 km/h.

Der Schweizer Isetta-Zwerg Microlino bietet zwar weniger Hightech, aber dafür viel Charme und Fronteinstieg. Größer als erwartet fällt der Smart Concept #1 aus und damit die Studie des SUVs, das 2023 auf den Markt kommen wird. Der Erstling ist ein Crossover, der mit einer Länge von 4,29 Metern in der Klasse von VW Golf oder einem Opel Mokka fährt – natürlich rein elektrisch. Allerdings vermissen wir bei der seriennahen Studie etwas den Wow-Effekt, den ein solcher Hippster-Beschleuniger haben sollte. Wer sich auf die gegenläufig öffnenden Türen freut, wird enttäuscht.

Die werden durch konventionelle Pforten ersetzt. Innen gibt es viel Platz für vier Personen und einen 12,8 Zoll großen Touchscreen. Was auffällt, ist die entschlackte Bedienung des Infotainments. Ein weiterer elektrifizierter Stadtfloh ist der ACM City, bei dem der ausgeschriebene Firmenname „Adaptive City Mobility“ Programm ist. Das Münchner Start-up will in Zusammenarbeit mit Magna in zwei Jahren einen wandlungsfähigen Stadtstromer auf die Räder stellen, bei dem die Batterien schnell getauscht werden können und der Platz einem Microvan entspricht.

Die Retro-Karte spielt der Ora Cat mit seinen runden Kulleraugen und dem daraus resultierenden Kindchen-Schema. Das 4,24 Meter lange Elektromobil aus China wird von der Great Wall Untermarke GWM Ora gebaut und ist ab dem nächsten Jahr für 30.000 Euro in Europa zu haben. Für Vortrieb des 1,5 Tonnen schwere Elektromodells sorgt ein Motor an der Vorderachse mit 126 kW / 171 PS / 250 Nm maximalem Drehmoment. Dank der 63-kWh-Batterie bietet der Ora Cat One eine Akkureichweite von 400 Kilometern. Aus dem Stand geht es in 3,8 Sekunden immerhin auf Tempo 50 und in 8,3 Sekunden auf Tempo 100. Die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Technisch ist das Kompaktmodell mit den Abmessungen eines VW Golf auf der Great-Wall-Plattform Lemon unterwegs.

Mehr als eine Nummer größer ist der 4,87 Meter lange Wey Coffee 01, ein PHEV-Crossover der dank einer Batterie mit 41,8 kWh und zwei kräftigen Elektromotoren eine elektrische Reichweite von 150 Kilometern schaffen soll. Ergänzt wird das elektrische Modul durch einen Vierzylinder-Turbo. Schon ab Ende des Jahres ist der starke Kaffee zu einem Preis ab rund 50.000 Euro bestellbar und damit eine echte Kampfansage an die etablierte europäische Konkurrenz.

Wolfgang Gomoll; press-inform

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