Polieren zwecklos

Audi TTRS von Werk 2 im „Dirty Racing“-Langstreckenlook

Polieren zwecklos: Audi TTRS von Werk 2 im „Dirty Racing“-Langstreckenlook
Erstellt am 8. Juni 2017

Bevor es mit dem Fotoshooting losgehen kann, muss geputzt werden. Nach der automobilen Dusche folgt das Abledern und nicht selten noch ein schnelles Detailing. Zumindest einige dieser Abläufe kann sich Reinhard Rode bei seinem neuesten Werk sparen. Sätze wie „Reinhard, putz doch bitte nochmal über den Schweller“ lösen bei dem 29-jährigen „Werk 2“-Firmenchef nur ein Grinsen aus.

Dem Audi TTRS steht die Folie wie eine zweite Haut

Reinhard ist auf unseren Seiten kein unbeschriebenes Blatt. Unvergessen ist der Pioniergeist beim getunten e-Golf. Ebenfalls gut in Erinnerung ist uns allen sein Tiguan, der – kaum auf dem Markt erhältlich – schon in die Knie gezwungen wurde. Sein aktuelles Projekt kommt aus Ingolstadt, und geht thematisch in eine ganz andere Richtung.

Reinhard Rode ist in Tuningkreisen kein unbeschriebenes Blatt

„Ich steh eigentlich total auf Fünfzylinder-Motoren“, erklärt Reinhard den Richtungswechsel, „in meiner Garage steht unter anderem ein Audi S2 Coupé.“ Diesmal entschied sich der Tuner aus Bayern für einen Audi TTRS, den er als gerade einmal eine Woche altes Exemplar in der Farbe „Nardograu“ direkt von seinem Händler kaufte.

Dirty Racing: Politur und Wachs sind bei diesem "Used-Look" pure Geldverschwendung

34 Bilder Fotostrecke | Polieren zwecklos : Audi TTRS von Werk 2 im „Dirty Racing“-Langstreckenlook #01 #02

Die Idee zum „Dirty“-Look entstand beim Besuch der Essen Motor Show. „Dort habe ich am Stand der Firma Neidfaktor einen Porsche entdeckt, der ebenfalls in einem extrem heruntergekommenen Look foliert war“, so Reinhard. Zusammen mit Folierer Heiko tüftelte er ein Design aus, das an einen harten und wenig rücksichtsvollen Renneinsatz beim 24-Stunden-Rennen erinnern sollte. Der Audi TTRS wurde genau vermessen und das gewünschte Design per Digitaldruck punktgenau an Ort und Stelle aufgetragen. So entstand die „zweite Haut“ des kurvigen Sportlers aus Ingolstadt.

KW plus Werk 2 Airride: "Die zweite Luft"

Um das Fahrzeug entsprechend dem aktuellen Trend tieferzulegen, allerdings ohne Einbußen bei der Performance, ließ sich der bayrische Tuner etwas Besonderes einfallen. Basierend auf dem KW DDC Gewindefahrwerk, entstand „die zweite Luft“, ein Airride mit Rollbälgen und elektronischen Dämpfern, made by Werk 2. Werksseitig verfügt der TTRS über das „Audi magnetic ride“-Fahrwerk. Diese Option musste in diesem Fall stillgelegt werden, da das System auf Dämpfer-Öl basiert, welches durch elektrische Impulse seine Viskosität ändert. Die neue Lösung arbeitet mit einem Ventilsystem und weist dabei Ähnlichkeit zu dem originalen „DCC“ von Volkswagen auf.

Zehn Zoll breite O.Z. sorgen rundum für satten Auftritt

Der Audi sollte die Straßen dieser Welt auf großem (und breitem) Fuß erkunden. Dazu gab es einen Satz O.Z. Ultraleggera Räder in 10x20 ET35 und glanzschwarzem Finish. Yokohama steuerte die 255er Reifen bei. Hinter den Vorderrädern blitzen 6-Kolben-Sättel der Revo-Bremsanlage mit 380er Scheiben hervor. Um bei dem üppigen Räderwerk nicht mit den Kotflügeln in Konflikt zu geraten, tauschte man diese gegen breitere Exemplare aus dem Hause Mücke Carbon. Zum „krönenden Abschluss“ bekam der Wagen einen Original-Heckspoiler aus dem TT-S Cup spendiert.

400 PS sind gut, 500 PS sind noch besser

2,5-Liter Fünfzylinder-Motor mit Turbo-Aufladung klingt zunächst einmal gut. 400 PS unter der Haube lassen es ordentlich krachen. Doch dank ein wenig Feintuning an der Software, zwei 76er Downpipes ab Turbo (von Edel 01), sowie der noch bevorstehenden Installation von größerem Ladeluftkühler und modifizierter Ansaugung stehen dem TTRS Werte von deutlich über 500 PS ins Haus. Passend dazu will Reinhard die Seriensitze an die frische Luft setzen: „Der Seitenhalt bei hohen Geschwindigkeiten ist Schrott. Obenrum geht’s, aber die Beine rutschen ständig hin und her, also kommt etwas vernünftiges rein.“ Dazu gibt es noch einen Überrollbügel für den perfekt abgerundeten Auftritt.

Bei aller Liebe zum Racing-Style: Ausräumen und leerrupfen will Reinhard den Audi TTRS dann doch nicht. „Dafür“, so der Bayer, „ist er einfach zu gut ausgestattet.“

(Fotos: Andre Neudert)

Technische Daten

Fahrzeugtyp: Audi TTRS

Baujahr: 2016

Motor: 2,5-Liter Fünfzylinder-Turbomotor, Revo „Stage 2“ Tuning (in Vorbereitung) mit Software, 2x 76er Downpipe ab Turbo, Leistung: 500+ PS

Getriebe: Serie

Fahrwerk: Werk 2 Luftfahrwerk „Die zweite Luft“ basierend auf KW DDC-Dämpfern und Rollbälgen von Werk 2, Air Drive Control Steuerung

Räder: O.Z. Ultraleggera in 10x20 ET35 in glanzschwarz

Reifen: Yokohama Advan V105 in 255/30 R20

Bremsen: vorne Revo by Alcon mit 380x32er Scheiben und 6-Kolben-Sätteln, hinten Serie

Karosserie: breite Mücke-Kotflügel, Folierung in gelb mit 24-Stunden-Rennen-Design und aufgedruckten Gebrauchsspuren, TTS-Cup Heckspoiler

Innenraum: Serie

Dank an: Daniel Schulta, Daniela Wolfenstetter, Thomas König, meine Frau Susn Rode, meinen Mechaniker Waldemar Weber, Heiko Baus, Nicole und Alfons Retzer, Sebastian Tremmel (Tripremo), Sebastian Trattler, Jahn Rhein (EAH-Customs), Lars Mücke (Mücke Carbon), Toni Kraus (KTE), Dominik Schmidt, Markus Wagner (Murner & Wagner), Revo Technik und an meinen Vater Reinhard Rode sen.


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