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Ein 76er Typ 53 – VW Scirocco Reloaded
Die Auferstehung eines Volkswagen Klassikers
Wer einen Oldtimer umbaut, ist ein Liebhaber. Ganz klare Sache. Aber wer einen Haufen Rost, der mal ein Scirocco gewesen sein soll, mit solch einer Akribie und Detailversessenheit wie Ronald Barcan wieder auferstehen lässt, ihm einen Motor aus einem Golf 3 16V einpflanzt und die Tachobeleuchtung mitsamt originalem, neuen VW Gamma Radio auf weisse LED-Technik umbaut, der muss schon reichlich autoverliebt sein.
Es liegt ja auf der Hand. Wer beim Volkswagen-Vertrieb in Kroatien seine Brötchen verdient, hat nach Feierabend nichts besseres zu tun als sich weiterhin mit Autos der Marke VW zu beschäftigen. Sollte man meinen. Aber genau so wenig wie der Bäcker, der in seiner Freizeit pausenlos von Mehl und Hefe umgeben sein möchte, schrauben Ronalds Kollegen nach Dienstschluss weiter an ihren Autos. Der eine sammelt Briefmarken, ein anderer züchtet Fische, nur Ronald sticht ein wenig aus der Masse hervor.
Mehr Schein als sein
Als er sich in ein Dorf nahe der kroatischen Hauptstadt Zagreb aufmachte, um einen ihm angebotenen Scirocco zu besichtigen, war er frohen Mutes, in kurzer Zeit einen Eyecatcher zaubern zu können. Eine oberflächliche Bestandsaufnahme ergab dann auch eine solide Basis. Einser Roccos sind rar, in Kroatien gibt es nicht einmal mehr eine Handvoll im funktionsfähigen Zustand.
In der heimischen Garage angekommen, packte unseren Kaufmann das nackte Grausen. Bei genauerer Betrachtung entpuppte sich der Fund als Ruine. Schon bald wurde Ronald klar, dass er hier mehr als nur eine Neulackierung investieren musste.
Alles Jammern half nichts...
... der Scirocco wurde bis auf die letzte Schraube zerlegt. Kariöses Blech wurde grossflächig amputiert und durch frisches Metall ersetzt. Die Ersatzteilbeschaffung gestaltete sich mitunter recht abenteuerlich. Aus 1.200 Kilometer Entfernung, in der Nähe von Oberhausen, trudelte eine neue Windschutzscheibe ein. Der Verkäufer scheint ein noch grösserer Fan als Ronald zu sein, immerhin hortet er laut eigenen Angaben 29 Scirocco (teils zerlegt, teilweise als ganzes Auto) auf seinem Gelände.
Die Dichtungsgummis können über diese Geschichte nur müde lächeln. Da es keine originalen Ersatzteile mehr gab, wurde dank des Internets ein Kontakt aus den USA aktiviert. Die Gummis waren zwar nicht original, aber von perfekter Qualität. Leider hatten die Herrschaften vom kroatischen Zoll leider überhaupt kein Mitleid mit schraubenden Landsmännern. Nachdem Ronald also kräftig für Steuern und Zollgebühren blechen musste, rangieren knapp 700 Euro für die Gummiteile auf Platz Eins der verhältnismässig teuersten Scirocco-Investitionen dieses Projekts.
Die originalen Sitze und Verkleidungen gab Ronald zum Polsterer, der die Innenausstattung mit schwarzem Leder und Alcantara bezog. Nicht unerwähnt bleiben soll die komplette Verhüllung von Armaturenbrett und Himmel in feine Tierhaut. Als der Innenraum in diesem Chic erstrahlte, dürfte einigen Wiederkäuern das Muhen vergangen sein. Das Spucknapf Lenkrad glänzt mit Speichen in Klavierlack, der Tittentacho und sämtliche Bedienelemente inklusive VW „Gamma 5“ Radio verfügen über LED-Beleuchtung in weiss!
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Kommentare: 1
Aktualisiert: Mittwoch, 11. Januar 2012
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naklarVW » Sascha aus Schnarup-Thumby (25)
Solche schönen Klassiker aus Wolfsburg müssen erhalten werden! Die neuen Auto's sind ja gut und schön aber die alten Kisten sind einfach netter anzusehen!