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Die Technik des Polo WRX – Supercar

Reingeschaut!: Die Technik des Polo WRX – Supercar
Erstellt am 5. Dezember 2018

Mit dem Polo WRX mischt Volkswagen die Rallycross-Szene seit ein paar Jahren kräftig auf. Ganze 11 von 12 Rennen konnte das Team PSRX in diesem Jahr für sich verbuchen, dass von Volkswagen Motorsport tatkräftige Unterstützung bekommt. Wir hatten im Rahmen des World RX-Finale in Kapstadt die Gelegenheit, den Polo World RX in Augenschein zu nehmen, und konnten uns die Technik genauer erklären zu lassen.

Kurz und knackig

Dabei fällt direkt auf, dass dieser Polo nicht der aktuellen Modellgeneration entspricht. Der im Rallycross eingesetzte Polo nutzt im Grunde die Technik, mit der Volkswagen Motorsport Jahre lang die WRC-Rallyserie dominierte. Und was bei einer Rallye-Wertung klappt, kann auf einem Rundkurs folglich nicht schlechter sein. Gegenüber der aktuellen Generation des Polo (Typ AW) hat der Vorgänger (6C) einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Er besitzt einen sechs Zentimeter kürzeren Radstand, was ihn einfach schneller und zackiger um Ecken gehen lässt. Eine Eigenschaft, die auch die anderen Teilnehmer und Hersteller der World RX-Serie sich zunutze machen. Sowohl Audi und Seat als auch Renault oder Peugeot setzen durchweg auf ihre älteren und kompakteren Kleinwagen als Basis in der WRX

Der Polo WRC wird zum WRX

Für den Einsatz auf den WRX-Rundstrecken rund um den Globus haben die Polo, die von den Rallye-Fahrern Petter Solberg und Johan Kristoffersson pilotiert werden, freilich einige Upgrades erhalten. Am gravierenden fallen diese beim Antrieb aus. Statt des in der WRC-Serie vorgeschriebenen Motors mit 1,6 Liter Hubraum darf in der WRX mit 2.0-Liter Maschinen gefahren werden. Das sorgt für ein deutliches Leistungsplus, und so liefert der 4-Zylinder-TSI hier stattliche 570 PS und 650 Nm Drehmoment an den Antriebsstrang. Dafür sind bis zu 3 bar Ladedruck notwendig. Wäre da nicht der durch die FIA vorgeschriebene Luftmengenbegrenzer von 45 Millimeter, ließe sich noch deutlich mehr Leistung herausholen.

Mindestgewicht locker unterboten

Wobei die 570 PS mit dem WRX-Polo ein leichtes Spiel haben. Mehr als das Minimalgewicht von 1.300 Kilogramm bringt keiner der beiden der Cross-Polo auf die Wage. Genau genommen sind es sogar 200 Kilogramm zu wenig, denn Kevlar-Kotflügel, Carbon-Heckklappe und -Türen sowie Makrolonscheiben senken das Gewicht weit unter die von der FIA vorgeschriebene Mindestanforderung.

Laut Volkswagen Motorsport bringen erst die Zusatzgewichte den Polo-WRC wieder zurück ins FIA-Reglement. Und warum der ganze Aufwand? Ganz einfach! Weil sich über die gezielte Verteilung des Mehrgewichts die Balance des Fahrzeugs optimieren und somit Traktion und Handling steigern lässt.

Ohne Allrad geht hier nichts

Anders als alle Serien-Polo verfügt der WRX über ein Allrad-System. Auch hier schreibt das FIA-Reglement klar vor, wie die Kraftverteilung auszusehen hat. Genau 50% der Leistung darf permanent an Vorder- und Hinterachse geschickt werden, kein Prozent mehr nach vorn oder hinten. Ein Zentraldifferenzial zwischen den Vorder- und Hinterachsen sowie Lamellensperrdifferenziale an beiden Achsen verteilen die Kräfte perfekt. Unter optimalen Bedingungen und mit frischen Reifen ist so der Sprint aus dem Stand heraus auf 100 Stundenkilometer in nur 1,9 Sekunden möglich. Ein Wert, der sogar den eines aktuellen Formel 1-Fahrzeugs unterbietet.

WRX – Die Kampfsportart im Motorsport

Ein weiterer Unterschied zur Formel 1 ist, dass die WRX-Fahrzeuge nicht beim kleinsten Schubser gleich zerbröseln. Kleine und auch mal größere Berührung gehören in der WRX zum guten Ton. Und wenn bis zu sechs dieser Boliden nach dem Start in die erste Kurve einbiegen, sind Karosseriekontakte unausweichlich. In dieser Rennserie geht’s immer mit vollem Karosserieeinsatz hart zu Sache.

Das Fahrwerk muss einiges wegstecken

Die ständig wechselnden Untergründe machen die Rennen für die Fahrer schwieriger und für die Zuschauer noch spannender. In die Strecke integrierte Sprunghügel sorgen beim Publikum für einen Adrenalinkick und für spektakuläre Szenen. Um diese Off-Road-Passagen meistern zu können, sind die Federwege der WRX-Modelle besonders lang ausgelegt. Stattliche 240 Millimeter können sich die 18-Zoll-Reifen im Radkasten auf und ab bewegen, und so Stöße, Unebenheiten und die Sprünge kompensieren.

Einzelradaufhängungen in Rohrrahmen-Konstruktion rundum, Uniballgelenke und eine komplett neue Lenk- und Achsgeometrie sorgen für das passende Handling. Denn auf den knackigen Rundkursen geht’s mit bis zu 200 Stundenkilometer ordentlich zur Sache.

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