Ein See schafft sich ab

Aktuelle Neuigkeiten rund um das GTI-Treffen am Wörthersee 2017

Ein See schafft sich ab: Aktuelle Neuigkeiten rund um das GTI-Treffen am Wörthersee 2017
Erstellt am 5. April 2017

Das Wörthersee-Treffen in Kärnten sorgt auch in diesem Jahr bereits Wochen zuvor für Schlagzeilen - ohne, dass es überhaupt angefangen hat. So berichten österreichische Zeitungen bereits Ende März von „rauchenden Reifen von Velden bis Keutschach“. Der „Kurier“ zitiert den Bezirkshauptmann von Villach-Land, Bernd Riepan, wonach kürzlich die ersten massiven Betonleitwände gegen Wildparker am Straßenrand errichtet wurden.

Man sei, so Riepan, flexibel und wolle sich nach dem Ansturm der GTI-Fans richten - und notfalls den gesamten Ort sperren, sollte es zu Gummi-Gummi-Aktionen kommen. Darüber hinaus droht neues Ungemach. Wo in 2016 Temposchwellen rund um die Mischkulnig-Tankstelle in Selpritsch für stockendes Verkehrsgehoppel sorgte, will man heuer gar einen Schritt weiter gehen. So soll Medienberichten zufolge die dreispurige Fahrbahn inklusive Abbiegespur vor der Mischkulnig-Tankstelle auf zwei Fahrstreifen zurückgebaut werden. Heißt: Linksabbieger und jene, die geradeaus in Richtung Rosegg unterwegs sind, teilen sich die selbe Fahrbahn. Damit wolle man riskante Fahrmanöver verhindern heißt es. Ob man nicht eher noch längere Staus mit längeren Wartezeiten auch für Anwohner, die nur mal eben in den Supermarkt fahren wollen provoziert, bleibt abzuwarten.

 Statt nur Temposchwellen soll Verkehrsteilnehmern in diesem Jahr auch die Zufahrt zur beliebten Mischkulnig-Tanke erschwert werden. (Archivfoto aus 2016)

Für eine ganz andere Form der Verkehrsberuhigung sorgt das Straßenbauamt Villach. Seit dem 27. Februar wird nämlich die Rosegger Straße in Velden im Bereich des Bacherlwirts neu gebaut. Arbeiten an der Entwässerung, Gehweg und Fahrbahnrand sowie eine komplette Erneuerung des Straßenbelags verwandeln den Bereich auf der L52 zwischen dem Mühlweg und Erlenweg in eine Kraterlandschaft. Ende der Baumaßnahme laut Anliegerinformation: 30. Mai 2017. Offizieller Termin zum Wörtherseetreffen: 24.-27. Mai 2017.

Nutznießer der verschärften Gangart gegen die GTI-Touristen sind Ausweich-Locations wie der Faaker See.

Während man also in Selpritsch und Umgebung die Messer wetzt um den Besuchern das Leben so schwer wie möglich zu machen, freut man sich in Reifnitz auf das Event und will den „Gästen ein fantastisches Event bieten“, so sagt es Bürgermeister Markus Perdacher, der in diesem Jahr selbst als Speerspitze für ein „Vortreffen“ fungiert und bereits am 20. Mai (also am Samstag vor Treffenbeginn) mit einer Sonderveranstaltung aufs eigentliche Treffen einspielen will.

Die Kampagne gegen Tuningfans am See dürfte vermehrt Besucher an den Gardasee lotsen, wo die Tuner noch willkommen sind.

Im Internet und den sozialen Netzwerken scheinen die Reaktionen auf die neuerliche Verschärfung der Gangart den treu zahlenden Gästen und GTI-Fans gespalten zu sein. Von „jetzt erst Recht“-Stimmung bis Boykott reichen die Reaktionen. Viele wichen der mangelnden Gastfreundschaft einzelner bereits im vergangenen Jahr aus. Der unvergessene „Deal mit Frau Holle“, der zu einer „Wörtherschneetour 2016“ führte und der Temposchwellenwahnsinn mit inflationären Ausmaßen ließen die Tuningfans ihre Zimmerbuchungen teils stornieren oder umbauen. Nicht wenige kehrten dem See den Rücken und zogen einige Kilometer weiter gen Süden, an den Gardasee, wo sich das italienische „So.Ga“-Treffen bereits seit einigen Jahren einen exzellenten Ruf in der Szene erarbeitet hat. Fest steht: Die Negativschlagzeilen um den Wörthersee nehmen auch 2017 kein Ende. Statt zurück zu den Wurzeln könnte es bald heißen „Ruhe in Frieden“. Wenn man seine zahlenden Gäste alle über einen Kamm schert, statt die Minderheit an Chaoten und Rowdys auszusortieren und zu sanktionieren, darf man sich nicht wundern wenn es eines Tages heißt: „Der See, der sich selbst abschaffte.“ 


 

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