Willkommen im 300 km/h-Club

VW Rallye Golf mit über 700 PS sorgt für Fahrspaß

Willkommen im 300 km/h-Club: VW Rallye Golf mit über 700 PS sorgt für Fahrspaß
Erstellt am 6. Juli 2017


Wenn es von einem Fahrzeug wie dem VW Rallye Golf nur eine limitierte Auflage zu kaufen gibt, müssten doch eigentlich alle noch verbliebenen Besitzer des von 1989 bis 1991 gebauten Sondermodells darauf aufpassen wie auf einen Schatz. Sollte man meinen. Doch Alexander Ecklmeier aus Fritzlar kann ein anderes Lied davon singen. Als er seinen seltenen Rallye 2013 in Stendal kaufte, war dieser in einem „sehr sehr schlechten Zustand“, wie Alexander es höflich umschreibt. Machte aber nix, denn an der Erhaltung des Originalzustands hatte der neue Besitzer ohnehin kein Interesse.

G60 adé: Unter der Haube werkelt jetzt ein VR6 Turbo



Um das Ergebnis aus Jahres des Umbaus, Aufbaus und Neubaus vorweg zu nehmen: Der Wagen ist nicht mehr wiederzuerkennen. Fangen wir unter der Motorhaube an. Statt des 1,8-Liter Vierzylinders mit G60-Lader schlummert jetzt ein stark modifizierter VR6 zwischen den Domen. Die Basis bildete ein „ABV“-Triebwerk, das mit speziell angefertigten Wössner Kolben, Supertech Ventilen und dbilas-Nockenwellen „gefüttert“ wurde.

Mit diesen (und anderen) Modifikationen bringt es der 2,8-Liter jetzt auf stolze 3,1 Liter Hubraum aus immer noch sechs Zylindern. Die Verdichtung liegt bei 7,5:1. Ein GTX 3584 RS Turbolader setzt den Aufbau ordentlich unter Druck. Das Resultat sind Leistungswerte jenseits der 700 PS Marke, die über eine RCS 200 Zwei-Scheiben-Sintermetallkupplung an ein verstärktes, langes 02M 4Motion-Getriebe weitergeleitet werden. Die Hinterachse wurde „nebenbei“ auf Haldex 4Motion umgebaut.

Mit den 18-Zöllern macht der Rallye Golf eine ausgezeichnete Figur



Die 215/35er Dunlops geben sich alle Mühe, den Dampf in Vortrieb umzuwandeln und nicht allzu viel Gummi unproduktiv auf der Straße verdunsten zu lassen. Die Reifen sind auf 8,5x18 Zoll großen Cargraphic Felgen aufgezogen. Fahrwerksseitig schwört Alexander auf ein härteverstellbares XTA Gewindefahrwerk aus der ST Suspensions-Palette. Für sicheren Stopp sorgt eine großzügig dimensionierte Bremsanlage von K-Sport mit 330er Scheiben an der Vorderachse und 8-Kolben-Sätteln, sowie 280er Scheiben und R32-Sätteln hinten.

Breites von Mücke machte aus den Kotflügeln zwar keine Elefanten, brachte aber einiges an Extra-Platz

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Um die Rad-/Reifenkombination störungsfrei unterbringen zu können, verbaute Alexander verbreiterte Kotflügel aus dem Hause Mücke an der Vorderachse. Rot-schwarze Rückleuchten gesellen sich zu den inzwischen gelben Haupt- und Nebelscheinwerfern. Als i-Tüpfelchen ließ er die Karosserie in Macadamia-braun von Porsche lackieren.


Rohrwerk, CAE-Shifter und Carbon peppen den Innenraum auf

Erhebliche Veränderungen gab es auch im Innenraum. Neben einem geschüsselten Momo-Lenkrad sticht sofort der riesige CAE-Shifter ins Auge, der den Schaltknüppel wie ein Zepter in den Innenraum emporhebt. Alexander und seine Co-Pilotin nehmen in lederbezogenenRecaro Pole-Position Sitzen Platz. Von dort blicken sie auf das beliebte „Mäusekino“-Cockpit, auch als „DigiFIZ“ bekannt. Zusatzinstrumente informieren über Öl- und Ladedruck und allerlei Parameter. Über all dem thront das Rohrwerk des Überrollbügels von Pleie Motorsport.

Bei knapp 300 Sachen im Golf 2 bekommt man es mit der Angst zu tun



Über die Fahrleistungen und das Erlebnis von 700 PS in einem Golf 2 kann man nur spekulieren und träumen. Die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 Sachen kann man getrost in wenigen Sekunden abhaken. In Sachen Top-Speed müssten rein theoretisch aufgrund der Übersetzung locker 330 Stundenkilometer drin sein. Ausprobiert hat Alexander das Limit bisher aber noch nicht. „Bei 298 km/h“, gibt er zu, „hatte ich Angst.“

Technische Daten

Fahrzeugtyp: Volkswagen Golf 2 „Rallye“

Baujahr: 1989

Motor: Umbau auf VR6, Kennbuchstabe ABV, 3.1 Liter Hubraum, Wössner Kolben, Integrated Pleuel, dbilas Nockenwellen, NG Motorsport Kopf, Supertech Ventile, Verdichtung 7,5:1, MSD Zündung, Aufladung durch GTX 3584 RS Gen.2 Turbo, S-Concept Kümmer, 3,5 Zoll Abgasanlage, BMW-Ölkühler, über 700 PS

Getriebe: verstärktes, langes 02M 4Motion Getriebe, RCS 200 Zweischeiben-Sintermetallkupplung, Umbau auf Haldex 4Motion

Fahrwerk: ST XTA Gewindefahrwerk, härteverstellbar mit verstellbaren Domlagern, Wiechers Domstreben

Bremsen: K-Sport, vorne mit 330mm Scheiben und 8-Kolben-Sätteln, hinten 280mm Scheiben mit R32-Sätteln

Räder: Cargraphic in 8,5x18 ET30 rundum, an der Vorderachse 20mm Spurverbreiterungen pro Seite, hinten je 10mm

Reifen: Dunlop in 215/35 R18

Karosserie: verbreiterte Mücke Kotflügel, rot-schwarze Rückleuchten, Neulackierung in Porsche Macadamia braun

Innenraum: Geschüsseltes Momo Lenkrad, CAE-Shifter, DigiFIZ Instrumente, Recaro Pole Position Ledersitze, Zusatzinstrumente mit Boostcontroller, Lambdatool, Öldruck, Ladedruck, Haldexcontroller, Öltemperatur

Dank an: Alexander Böttger, Dropworks, Strahltechnik Fritzlar, Gerd Ecklmeier, SLS Steffen Johannes


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