VW Golf 1 TDI aus Italien

Eine selbstzündende Idee

VW Golf 1 TDI aus Italien: Eine selbstzündende Idee
Erstellt am 11. Februar 2016

Wir haben Italien eine Menge zu verdanken. Ohne Italien gäbe es keine Pizza, keine Spaghetti und auch keine Autos von Ferrari oder Lamborghini. In Italien dankt man wiederum den Deutschen. Dafür dass sie Volkswagen bauen und jedes Jahr zur Hauptsaison in Massen nach Österreich exportieren, wo sich die Besitzer dann in der malerischen Landschaft Kärntens rund um den Wörthersee treffen um gemeinsam dem schönsten Hobby der Welt zu frönen.

Aus dem Golf 1 GLD wurde ein Einser TDI

Matteo Beltrame aus dem italienischen Udine verbringt in bester Tradition seinen Jahresurlaub in Reifnitz und am Faaker See. Vor langer Zeit hat er sich bei seinen Freunden mit dem VW-Virus infiziert, lange reifte der Plan in seinem Kopf und vergangenes Jahr war es dann endlich soweit. Ausfahrt für Matteos Golf 1 Diesel!

Die Basis für Matteos Projekt war ein 1978er Golf 1

Nun ist ein Diesel in einem Einser Golf ansich ja nix besonderes. In Italien sieht man das Thema Tuning allerdings nicht so gelassen wie anderorts in Europa. Modifikationen sind praktisch nicht erlaubt, somit spielt es eigentlich keine Rolle ob man das Auto nur tieferlegt oder gleich komplett umbaut. Umso beeindruckender sind allerdings die Ergebnisse, welche die italienische Tuningszene regelmäßig hervorbringt. Die Kreativität, mit der man den Paragraphen ein Schnippchen schlägt, ebenso.

Bicolore: Zweifarbig setzt der Golf Akzente

Dieser 1978er „Typ 17“, wie der Golf 1 technisch gesehen heißt, war alles andere als eine gute Basis für einen Umbau. Vom Gammel geküsst, glich das Projekt von Anfang an eher einer Neukonstruktion. Die Gelegenheit packten Matteo und seine Freunde am Schopf und räumten kräftig auf. Dabei kam so einiges abhanden, der originale Motor etwa. Als der „Mieter“, übrigens auch ein Diesel, an der frischen Luft war, bekam der Motorraum eine komplette Generalüberholung. Alles, was irgendwie überflüssig war, wurde weggecleant. Der Rest erhielt einen Anstrich in einem cappuccinofarbenen Braunton. Oder wars Latte Macchiato?

66 Bilder Fotostrecke | VW Golf 1 mit TDI-Herz: Die selbstzündende Idee #01 #02 Dieselpower aus einem Golf 3 sollte den kantigen Einser fortan befeuern. Die Basis bildet ein 1,9 Liter TDI, der mit Golf 3 GTD Teilen etwas „Feintuning“ abbekam. Über die finale Leistungsausbeute schweigt Matteo sich aus, doch soviel können wir sagen: Er drückt ganz schön nach vorne und nein, einen Partikelfilter hat der Golf nicht.

Blitzeblank: Nur noch nacktes Blech und Leder für den Innenraum

Kunststück, denn im Vergleich zum Golf 3 ist der Einser ja auch um einige Kilos leichter. Und Matteo setzte noch einen drauf. Akribisch befreite er den Innenraum von sämtlichen Dämmstoffen und Teppichen, Die Füße ruhen jetzt auf blankem Blech, sofern sie nicht gerade die drei magischen Pedale unterhalb der Lenksäule bearbeiten. Im Innenraum dominiert lackiertes Metall, cappuccinofarbenes Porsche-Leder und ebensolch lackierte Kunststoffteile. Gut, die klaffenen Löcher in den Türen störten den VW-Fan aus Italien dann doch ein wenig, so dass er auf große Kohlefaserplatten zurückgriff um das Angenehme mit dem Nützlichen zu kombinieren. Und ob der Überrollkäfig die eingesparten Teppiche gewichtsmäßig nicht sogar übertrifft – man weiß es nicht so genau. Einzig der Wille zählt.

Heute ein König: Der Gangwechsel erfolgt am CAE-Shifter

Matteo nimmt in den edlen, lederbezogenen Sparco-Schalen Platz und dreht den Zündschlüssel herum. Mit einer lauten, knorrigen Klangkulisse erwacht der Selbstzünder unter der Haube zum Leben. Jetzt wird klar, warum das Radio im Golf weggelassen wurde: Man hätte es ohnehin nicht wahrgenommen, so präsent ist der Diesel unter der Haube. Wo andere nageln, da hämmert sich dieser Geselle mit dem Presslufthammer dank fehlender Dämmung in unsere Trommelfelle. Lässig lässt Matteo am imposanten CAE-Shifter den ersten Gang einrasten.

Der Schaltknüppel hat etwas von einem Zepter. So müssen sich Könige fühlen, wenn sie regieren. Bei der Spritztour über die kurvenreichen Landstraßen krallen sich die 185/35er Reifen regelrecht in den Asphalt. Sie thronen auf modifizierten, sieben und acht mal 17 Zoll messenden O.Z. Futuras. Das H&R-Gewindefahrwerk, dass von Kumpel Fabrizio eingebaut wurde, nagelt den Einser dabei mit über 100 Millimetern Tieferlegung regelrecht auf die Straße. Und so wie die Frühlingssonne den Luganograuen Mercedes-Lack auf dem Golf-Blech aufheizt, fällt uns spontan noch etwas ein: Fensterkurbeln sind doch eigentlich eine super Erfindung...

Technische Daten

Fahrzeugtyp: VW Golf GLD

Baujahr: 1978

Motor: Umbau auf 1,9 TDI-Motor aus einem Golf 3, Renault 1,9 dCI Ladeluftkühler, K014 Turbolader,Iveco Daily Kraftstoffpumpe, Motorraum gecleant und cappuccinobraun lackiert, ca. 140 PS

Getriebe: Golf 3 Diesel, CAE-Shifter

Fahrwerk: H&R Ultralow Gewindefahrwerk

Bremsen: vom Golf 3, vorne 280mm Durchmesser, hinten 210mm Durchmesser

Räder: modifizierte O.Z. Futura, vorne in 7x17 ET45, hinten in 8x17 ET45

Reifen: Nankang in 185/35 R17

Karosserie: Heckwischer entfernt, schwarze Fadenkreuzscheinwerfer, Stoßstangen mit Carbon-Einsätzen, rote Rückleuchten, Radläufe bearbeitet, Neulackierung in Luganograu von Mercedes
Innenraum: GTI-Spucknapflenkrad und Armaturenbrett mit braunem Porsche-Leder bezogen, Sparco Corsa Schalensitze, Sparco Pedalauflagen, Schroth Gurte, Wiechers Überrollkäfig, alle Dämmstoffe und Teppiche entfernt, Carbon-Türverkleidungen, Lego-Box für Batterieaufnahme in Reserveradmulde

 

1 Kommentar

  • www.VW-Skoda.de

    Www.VW-Skoda.de

    sehr schöne Farbe, schönes Auto ... mich würde nur mal interessieren wie die Italiener das nun machen mit ihrem "TÜV" ...

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