Gestört aber Geil - VW Lupo V8, Audi A8 1,2 TDI und 2-Liter-Lupo

Warnung: Diese Projekte sind nichts für Anfänger!

Gestört aber Geil - VW Lupo V8, Audi A8 1,2 TDI und 2-Liter-Lupo: Warnung: Diese Projekte sind nichts für Anfänger!
Erstellt am 10. April 2014

Tuning-Projekte können mitunter seltsame Früchte tragen – durch seine Maßnahmen hat André Pötzsch am Ende eine ganz besondere Ernte eingefahren. Er verfrachtete den 4,2 Liter V8-Motor eines Audi A8 in einen VW Lupo 3L TDI und den Motor des 3-Liter-Lupos in den A8. Doch damit nicht genug. Der Schrauber hat in der heimischen Halle noch mehr Kurioses zu bieten: Wie wäre es denn mit einen 2-Zylinder-TDI-Motor, der einen Lupo 3L TDI zum Lupo 2L TDI mutieren lassen soll?

Der V8 nur ist das Spaßmobil, mit ihm fing alles an

Hand aufs Herz, wer hat nicht schon einmal den Gedanken an ein ganz spezielles Projekt gehabt? So auch André, bei dem allerdings quasi die gesamte Halle voll mit solchen ist. Darunter auch ein Lupo, der es dem 30-Jährigen besonders angetan hat. In seinem Fall allerdings nur die 1999 vorgestellte, revolutionäre Version mit einem Kraftstoffverbrauch von nur 3 Liter Diesel auf 100 Kilometer, der Lupo 3L TDI.

Bei all dieser Sparsamkeit blieb jedoch der Fahrspaß bisweilen auch etwas auf der Strecke. So fiel vor gut drei Jahren die Entscheidung, den genügsamen TDI-Motor durch etwas Kraftvolleres zu ersetzen. Der größte VW-Motor im kleinsten Auto, das war der Plan. Die Abmessungen des W12 machten Änderungen an der Motorhaube unausweichlich. Doch da der Lupo optisch unverändert bleiben sollte, war der W12 als Antrieb damit gestorben.

Großer Motor im Kleinwagen

André schaltete notgedrungen einen Gang zurück und erstand einen günstigen 1996er Audi A8, dessen V8-Motor irgendwie unters Lupoblech gepresst werden sollte. Die erste Anprobe war vielversprechend, Platz für den Motor war auf jeden Fall vorhanden. Dafür stellte das Getriebe André vor so manche Herausforderung. Und das soll einiges heißen, denn der Schrauber ist beruflich als Getriebebauer angestellt.

Vom Vorderradantrieb hatte er sich am ersten Tag verabschiedet, Heckantrieb war angesagt. Leider wollten weder die Audi-Getriebe noch die Teile von Ford, Opel oder BMW passen. Erst als ein Kollege eine Mercedes-Schaltbox mitbrachte, war die Lösung gefunden. Um 90° Grad gedreht ließ sich das Getriebe im verbreiterten “Mitteltunnel“ unterbringen. Erst jetzt konnten alle Motor- und Getriebehalterungen richtig angepasst werden.

Hier hält zusammen was nie zusammen sollte

Wer jedoch glaubt, dass ein Mercedes-Getriebe an einen Audi-Rumpf passt, irrt. André musste eine spezielle Zwischenplatte anfertigen, damit die Adaption von Mercedes- und Audi-Teilen passte. Auch die Kupplung entstand auf diese Art komplett in Eigenregie.

Zur Kraftübertragung an die Hinterachse, musste der Lupo im Bereich der Hinterachse komplett umgebaut und geschweißt werden. Die neue Achse spendierte ein Golf 2 Syncro – so blieb der 4er-Lochkreis erhalten. Allerdings wurde diese um 6 Zentimeter in der Breite gekürzt. Das Differential lieferte ein Audi A8 W12, Antriebs- und Kardanwelle wurden via Reibschweißen auf die richtige Länge gekürzt.

Falsche Drehrichtung, falsche Fahrtrichtung

Leider drehte das Mercedes-Getriebe am Ausgang der Kardanwelle in die falsche Richtung. Der Getriebebauer musste also ein weiteres Zahnradpaar, das direkt am originalen Ausgang der Kardanwelle angeflanscht ist, zwischenschalten, um die Drehrichtung zu ändern. Erst damit ist sichergestellt, dass der Lupo nicht rückwärts die 300 km-Marke knackt.

Nichts kam an seinen alten Platz

Der Tank wanderte in den Kofferraum, die Batterie unter die Rückbank. Auch das ABS wurde versetzt und die Bremsleistungen neu verlegt und den veränderten Gegebenheiten angepasst. Im Grunde entstand so der komplette Vorderwagen völlig neu. Da war die Anpassung der Audi-Motorelektrik schon fast ein Kinderspiel.

Der Lupo ist ein echter Sleeper

48 Bilder Fotostrecke | VW Lupo V8, Audi A8 1,2 TDI und 2-Liter-Lupo: Warnung: Diese Projekte sind nichts für Anfänger! #01 #02 Optisch sieht man dem Lupo seine Verwandlung fast nicht an. Wären da nicht die etwas verräterischen Endrohre der Edelstahl-Abgasanlage. Die 15 Zoll großen Momo-Felgen mit den 195/50er Reifen machen jedenfalls nicht auf dicke Hose.

Auch im Innenraum deutet nichts auf die V8-Power des Lupos hin. Einzig der Audi-Tacho wäre hier als Änderung zu erwähnen. Ansonsten präsentiert sich der Lupo ganz von seiner serienmäßigen Seite. Jedenfalls so lange, bis Andre den Zündschlüssel dreht und der Motor mit bösem V8-Sound erwacht.

Lupo mit Audi-Motor, Audi mit Lupo-Motor

Der V8-Lupo blieb nicht das einzige Projekt von André. Nach dessen Fertigstellung, stand der motorlose Audi A8 noch immer in der Halle. Mit ihm hatte André einen ganz anderen Plan: Er wollte den ersten Spar-Audi bauen. So wanderte der 1.2 Liter TDI-Motor vom Lupo in den A8. Platzprobleme waren diesmal ein Fremdwort. Dafür standen Gewichtsreduzierungen an.

Diese realisierte André durch eine Vorderachse vom A4 und dessen kleine Bremsanlage, genauso wie durch den Verzicht auf Dämmmatten und überflüssiger Elektronik. Mit schmalen 195er Reifen reduzierte der Schrauber zudem den Rollwiderstand. 100% fertig wurde der Spar-A8 allerdings erst im vergangenen Winter. So konnten wir zum Zeitpunkt des Fototermins nur die Rohbauphase ablichten.

Motor-Marke “Eigenbau“: Ein 2-Zylinder-TDI im Lupo

Eine weitere Baustelle ist ein besonders sparsamerer Lupo. Mit ihm will André den Normverbrauch des 3L Lupo deutlich unterbieten. Dafür hat er vom 3-Zylinder des TDI “einfach“ einen abgeschnitten und so radikal um einen Zylinder gekürzt. Technisch steht der Motor soweit, auch den ersten Probelauf hat der 2-Zylinder-Lupo-Motor schon geschafft.

Ein erster Testlauf des 0,8 Liter TDI, hier noch ohne Ausgleichsgewichte

Nun geht es an die Komplettierung und ans Feintuning wie die Ausgleichsgewichte für einen ruhigen Lauf des Motor. Wir werden den kreativen Schrauber auf jeden Fall für Euch im Auge behalten. Übrigens, im Alltag fährt der sparsame Sachse einen normalen Lupo 3L oder einen A2, da aber auch nur die 3L-Version.

 

 

1 Kommentar

  • www.VW-Skoda.de

    Www.VW-Skoda.de

    Ist ja von der Idee her nicht schlecht - Respekt vor der riiiiesen Arbeit ABER warum fährt man dann mit der original Bremsanlage rum? UND - ist jemals geplant das ganze auch vom TÜV abnehmen zu lassen und mit "normalen" Kennzeichen zu fahren?

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